Vorstellung Gurkenrelish
Gurkenrelish, in den USA meist sweet pickle relish genannt, ist eine stückige Würzsauce aus fein gehackten Gurken, die in Essig, Zucker und Gewürzen eingekocht werden. Sie schmeckt säuerlich, deutlich süß und leicht nach Senf. Die Stückchen bleiben knackig. Eine Prise Kurkuma gibt dem Grün einen leicht gelben Schimmer. In amerikanischen Diners steht Relish neben Ketchup und Senf auf dem Tisch. Man löffelt es auf Hot Dogs und klassische Hamburger, rührt es in Kartoffelsalat, Thunfischsalat und gefüllte Eier. Beim Grillen im Sommer gehört ein Glas einfach dazu. Selbst gemacht ist es weniger süß als die Supermarktware, und Sie bestimmen, wie fein die Gurken gehackt sind.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 300 g Einlegegurken oder 1 kleine Salatgurke
- 1 kleine Zwiebel (ca. 60 g)
- 1/2 rote Paprikaschote (ca. 70 g)
- 1 TL Salz
- 120 ml Apfelessig
- 60 g Zucker
- 1 TL gelbe Senfsaat
- 1/4 TL Selleriesamen (alternativ Selleriesalz, dann weniger Salz)
- 1/4 TL Kurkuma
- 1 TL Speisestärke, in 1 EL Wasser angerührt (optional)
Einkaufen der Zutaten
Am besten eignen sich kleine Einlegegurken, die es von Juni bis September auf Wochenmärkten und in gut sortierten Supermärkten gibt. Sie haben festes Fleisch und wenig Kerne. Eine Salatgurke geht auch, entfernen Sie dann das wässrige Kerngehäuse. Kaufen Sie die Gurken fest und ohne weiche Stellen. Gelbe Senfsaat steht im Gewürzregal oder bei den Zutaten zum Einlegen. Selleriesamen sind seltener, Sie finden sie in Gewürzläden oder online. Apfelessig mit 5 Prozent Säure ergibt den milden, fruchtigen Geschmack der amerikanischen Vorbilder. Weißweinessig ist schärfer im Ton.
Vorbereitung des Gerichts
Waschen Sie die Gurken und schneiden Sie die Enden ab. Gurken, Zwiebel und Paprika würfeln Sie sehr fein, etwa 3 bis 4 Millimeter. Ein Messer liefert gleichmäßigere Stücke als der Mixer, der schnell Brei macht. Mischen Sie das Gemüse mit dem Salz und lassen Sie es eine Stunde ziehen. So verliert es Wasser und bleibt später knackig. Spülen Sie währenddessen ein Schraubglas mit etwa 350 ml Inhalt heiß aus. Für die doppelte Menge nehmen Sie einen breiteren Topf, damit die Flüssigkeit gut einkocht.
Anleitung für die Zubereitung
- Das gesalzene Gemüse in ein Sieb geben, kurz mit kaltem Wasser abspülen und kräftig ausdrücken, bis kaum noch Flüssigkeit austritt.
- Apfelessig, Zucker, Senfsaat, Selleriesamen und Kurkuma in einem kleinen Topf verrühren und aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat.
- Das ausgedrückte Gemüse dazugeben und alles bei mittlerer Hitze offen 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren.
- Wenn das Relish dünnflüssig bleibt, die angerührte Speisestärke einrühren und noch 1 Minute köcheln lassen, bis es leicht bindet.
- Abschmecken. Bei Bedarf eine Prise Zucker oder einen Spritzer Essig ergänzen.
- Das heiße Relish bis knapp unter den Rand in das vorbereitete Glas füllen, sofort verschließen und auskühlen lassen.
- Mindestens 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen, bevor Sie es servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Das Rezept ist von Natur aus glutenfrei und laktosefrei. Gurken, Essig, Zucker und Gewürze enthalten weder Gluten noch Milchbestandteile. Prüfen Sie nur bei Selleriesalz und fertigen Gewürzmischungen die Zutatenliste, denn manche enthalten Rieselhilfen. Speisestärke aus Mais ist glutenfrei. Wer Relish zu Hot Dogs reicht, sollte bei Brötchen und Würstchen genauer hinsehen, dort steckt das Gluten. Glutenfreie Burgerbrötchen gibt es in den meisten Drogeriemärkten.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Gurkenrelish ist vegan, Sie müssen nichts ändern. Interessant wird es bei den Gerichten, zu denen Sie es servieren. Auf einer gegrillten Tofuwurst oder einem Veggie Burger aus Bohnen bringt es die Säure, die vielen Fleischersatzprodukten fehlt. Rühren Sie 2 EL Relish in 150 g vegane Mayonnaise, dann haben Sie eine schnelle Burgersauce. Auch zu gebratenen Räuchertofuwürfeln mit Kartoffelsalat passt es gut.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu kurzes Salzen. Ohne die Stunde Ruhezeit wird das Relish wässrig und die Gurken fallen beim Kochen zusammen. Kochen Sie nicht länger als 15 Minuten, sonst werden die Stücke weich und olivgrün. In einem sauber ausgespülten Glas hält sich das Relish im Kühlschrank drei bis vier Wochen. Nehmen Sie immer einen sauberen Löffel. Für einen Vorrat füllen Sie es in sterilisierte Gläser und kochen diese 20 Minuten bei 90 Grad im Wasserbad ein, dann hält es ungeöffnet einige Monate.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mögen Sie es schärfer, hacken Sie eine halbe Jalapeño mit Kernen unter das Gemüse. Für eine grüne Variante wie beim Chicago Hot Dog lassen Sie die rote Paprika weg und nehmen eine grüne. Eine Dill-Version ohne Zucker bekommen Sie mit 1 EL frisch gehacktem Dill und 1 TL Zucker statt 60 g. Wer es fruchtiger mag, ersetzt ein Drittel der Gurken durch fein gewürfelten Apfel. Auch ein Teelöffel Senfpulver macht das Relish kräftiger.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Zucker können Sie 3 EL Honig oder Ahornsirup nehmen, dann ist das Relish etwas dunkler. Ohne Selleriesamen fehlt ein Teil des typischen Aromas, eine halbe Stange fein gewürfelter Staudensellerie fängt das auf. Braune Senfsaat ist schärfer als gelbe und färbt das Relish dunkler. Fehlt Apfelessig, mischen Sie 80 ml Weißweinessig mit 40 ml Wasser. Schalotten statt Zwiebel machen es milder.
Ideen für passende Getränke
Zu Hot Dogs und Burgern mit Relish passen in den USA eiskalte Limonade und Root Beer, eine alkoholfreie Wurzellimonade. Hausgemachter Eistee mit Zitrone nimmt die Süße gut auf. Wer weniger Zucker möchte, nimmt Mineralwasser mit Gurkenscheiben und Minze, das greift das Gemüse im Relish auf. Auch eine kalte Apfelschorle passt zum Apfelessig.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie das Relish in einem kleinen Glasschälchen mit Löffel, neben Senf und Ketchup. Beim Grillabend wirkt ein Holzbrett mit drei Schälchen und den Würstchen gut. Auf dem Hot Dog verteilen Sie es in einer schmalen Linie über der Wurst, dann sieht man das Grün neben dem gelben Senf. Ein Zweig Dill auf dem Schälchen macht das Gericht frischer.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Relish heißt im Englischen ursprünglich Geschmack oder Würze. Eingelegte Gurken kamen mit europäischen Einwanderern nach Nordamerika, unter anderem aus den Niederlanden, Deutschland und Osteuropa. Mit der industriellen Konservenherstellung ab dem späten 19. Jahrhundert gab es Relish auch fertig im Glas, später wurde es zur Standardbeilage in Imbissen und Diners. Bekannt ist heute das leuchtend grüne Relish auf dem Chicago Hot Dog, zusammen mit gelbem Senf, Zwiebeln, Tomate, einer Gewürzgurke, eingelegten Peperoni und Selleriesalz. Verwandt ist das Chow Chow Relish aus Kanada und den Südstaaten, in das je nach Region Kohl oder grüne Tomaten kommen.
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Zusammenfassung: Gurkenrelish
Gurkenrelish braucht etwas Geduld beim Salzen und eine Viertelstunde am Herd. Dafür steht danach ein Glas im Kühlschrank, das wochenlang Hot Dogs, Burger und Salate würzt. Wenn Sie Zucker und Schärfe einmal auf Ihren Geschmack eingestellt haben, kaufen Sie das Fertigprodukt wahrscheinlich nicht mehr.
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