Vorstellung Zimtwaffeln
Zimtwaffeln gehören in vielen Familien, besonders im Westen Deutschlands, zur Adventszeit wie Spekulatius und Printen. Mit den weichen Waffeln vom Jahrmarkt haben sie wenig gemeinsam. Der Teig ist ein fester Knetteig aus gleichen Teilen Butter und Zucker, dazu Ei, Mehl und reichlich Zimt. Gebacken wird er in einem speziellen Eisen mit flachen, fein gemusterten Platten, die Waffeln sind danach kaum 2 mm dick. Sie schmecken nach Butter und Zimt, leicht karamellig an den dunkleren Rändern. Im Unterschied zu den gerollten Hippen bleiben Zimtwaffeln flach. Man isst sie zum Kaffee, zum Tee am Nachmittag oder einfach aus der Dose, wenn man daran vorbeigeht.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 65 g weiche Butter
- 65 g Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Ei (Größe M)
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 1 1/2 TL gemahlener Zimt
- 1 Prise Salz
- 1 Messerspitze gemahlene Nelken (nach Belieben)
- etwas neutrales Öl für das Waffeleisen
Einkaufen der Zutaten
Alle Zutaten finden Sie im Supermarkt. Beim Zimt lohnt ein Blick aufs Etikett. Ceylon-Zimt schmeckt feiner und enthält deutlich weniger Cumarin als der günstigere Cassia-Zimt, bei Gebäck, das man über Wochen nascht, ist das ein Argument. Nehmen Sie Süßrahmbutter oder mildgesäuerte Butter, keine Halbfettbutter, denn sie enthält zu viel Wasser. Das Mehl sollte Type 405 sein. Wichtiger als jede Zutat ist das Gerät. Sie brauchen ein Zimtwaffeleisen oder ein Hörncheneisen mit flachen Platten, ein belgisches Waffeleisen mit tiefen Kammern funktioniert hier nicht.
Vorbereitung des Gerichts
Der Teig muss vor dem Backen mindestens 8 Stunden kühlen, am besten kneten Sie ihn am Vorabend. Nehmen Sie Butter und Ei eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank, damit sich alles gut verbindet. Am Backtag formen Sie aus dem kalten Teig Kugeln von etwa 10 g, das entspricht einer kleinen Walnuss. Legen Sie die Kugeln auf einen Teller und stellen Sie ihn zurück in den Kühlschrank, während das Eisen heiß wird. Die Menge ergibt etwa 25 bis 30 Waffeln. Für eine volle Plätzchendose nehmen Sie das Vierfache.
Anleitung für die Zubereitung
- Schlagen Sie Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz mit dem Handrührgerät 3 Minuten hell und cremig.
- Rühren Sie das Ei unter, bis die Masse glatt ist.
- Mischen Sie Mehl, Zimt und nach Belieben die Nelken und kneten Sie die Mischung mit den Händen kurz unter, bis ein weicher, glatter Teig entsteht.
- Wickeln Sie den Teig in Frischhaltefolie und lassen Sie ihn mindestens 8 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank ruhen.
- Formen Sie aus dem kalten Teig Kugeln von etwa 10 g und heizen Sie das Zimtwaffeleisen auf mittlere Stufe vor. Pinseln Sie die Platten vor der ersten Waffel dünn mit Öl ein.
- Legen Sie je nach Gerät 1 oder 2 Kugeln mittig auf die Platten, schließen Sie den Deckel und drücken Sie ihn fest zu.
- Backen Sie die Waffeln 60 bis 90 Sekunden, bis sie gleichmäßig goldbraun sind. Heben Sie sie mit einem Holzspatel heraus.
- Lassen Sie die Waffeln einzeln auf einem Kuchengitter auskühlen. Erst dabei werden sie richtig hart und knusprig.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Zimtwaffeln ersetzen Sie das Weizenmehl durch 125 g einer glutenfreien Mehlmischung für Mürbeteig und geben 1 TL Wasser mehr dazu. Der Teig wird etwas brüchiger, lässt sich aber gut zu Kugeln rollen. Laktosefrei backen Sie mit laktosefreier Butter, die es in den meisten Supermärkten gibt. Die übrigen Zutaten sind ohnehin frei von Laktose. Achten Sie beim Vanillezucker auf die Angabe glutenfrei, die meisten Sorten sind es.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch sind Zimtwaffeln bereits. Für eine vegane Version nehmen Sie 65 g vegane Blockmargarine statt Butter, Streichmargarine aus dem Becher ist zu weich. Das Ei ersetzen Sie durch 30 g ungesüßtes Apfelmus oder 2 EL Sojadrink mit 1 TL Speisestärke. Mit Apfelmus werden die Waffeln minimal weicher, nach einem Tag in der Dose ist der Unterschied kaum noch zu merken.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu warmer Teig. Er klebt an den Platten und zerreißt beim Öffnen. Holen Sie deshalb immer nur ein paar Kugeln aus dem Kühlschrank. Die erste Waffel ist oft blass oder fleckig, das Eisen braucht ein paar Durchgänge, bis die Temperatur stimmt. Wer die Waffeln noch warm stapelt, bekommt weiche Ränder. Ausgekühlt halten sie in einer gut schließenden Blechdose 4 bis 6 Wochen. Werden sie zwischendurch weich, backen Sie sie 5 Minuten bei 150 °C im Ofen auf.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer Zimt sehr mag, nimmt 2 TL statt 1 1/2. Mit 1/2 TL Kardamom und einer Prise Muskat schmecken die Waffeln mehr nach klassischem Spekulatius. Ein Teil des weißen Zuckers lässt sich durch braunen Zucker ersetzen, die Waffeln werden dann dunkler und schmecken nach Karamell. Für Kinder können Sie die ausgekühlten Waffeln zur Hälfte in geschmolzene Vollmilchkuvertüre tauchen. Abrieb einer halben Bio-Orange passt gut zum Zimt.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Weizenmehl Type 405 geht auch Dinkelmehl Type 630, der Teig wird etwas fester. Den Vanillezucker können Sie durch das Mark eines kleinen Stücks Vanilleschote ersetzen. Wer kein Zimtwaffeleisen besitzt, kann ein Pizzelle-Eisen oder ein Hörncheneisen nehmen. Notfalls drücken Sie die Kugeln zwischen Backpapier sehr dünn aus und backen sie bei 180 °C 6 bis 8 Minuten im Ofen. Das Muster fehlt dann, der Geschmack stimmt.
Ideen für passende Getränke
Zu Zimtwaffeln passt eine Tasse Filterkaffee oder ein schwarzer Tee mit einem Schuss Milch, wie er in Ostfriesland getrunken wird. In der Adventszeit trinken viele dazu einen alkoholfreien Punsch aus rotem Traubensaft, Orangensaft, Zimtstange und Nelken. Kinder tauchen die Waffeln gern in eine heiße Schokolade.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Stapeln Sie die Zimtwaffeln leicht versetzt auf einem flachen Teller, dann sieht man das Muster der Platten. Auf einem bunten Plätzchenteller liegen sie gut neben Vanillekipferln und dunklem Lebkuchen. Als Geschenk füllen Sie sie in eine Blechdose mit Backpapier zwischen den Lagen. Ein Hauch Puderzucker kurz vor dem Servieren reicht als Deko.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Waffeleisen mit eingravierten Mustern sind in Mitteleuropa seit dem späten Mittelalter belegt. Im Norden und Westen Deutschlands backte man damit über offenem Feuer dünne Gebäcke, die zum Jahreswechsel gehören, etwa die gerollten Neujahrskuchen. Manche Eisen trugen Wappen, eine Jahreszahl oder den Namen der Braut, zu deren Aussteuer sie gehörten, und wurden in Familien weitervererbt. Wer die Zimtwaffel als eigenes Rezept zuerst aufgeschrieben hat, ist nicht überliefert. Verbreitet ist sie vor allem in Familienrezepten aus dem Westen und Norden Deutschlands. Heute gibt es elektrische Zimtwaffeleisen, die das Backen deutlich vereinfachen. Verwandt sind auch die dicken deutschen Waffeln aus flüssigem Teig.
Weitere Rezeptvorschläge
Noch mehr Ideen: 463 weitere Rezepte aus Deutschland entdecken.
Zusammenfassung: Zimtwaffeln
Ein fester Butterteig mit Zimt, eine Nacht im Kühlschrank und ein flaches Eisen sind alles, was Zimtwaffeln brauchen. Der Teig wird kalt verarbeitet, die Waffeln kühlen einzeln auf dem Gitter aus. In der Blechdose bleiben sie wochenlang knusprig und sind deshalb gut zum Vorbacken für die Feiertage.
Rezepte-Planer
Füge das Rezept dem Tages-Planer hinzu. Zum Planer hier klicken.






