Vorstellung Waffeln
Waffeln sind in Deutschland vor allem ein Kaffeegebäck. Man isst sie nachmittags, auf dem Schulfest, im Freibad oder an der Bude auf dem Weihnachtsmarkt. Der Teig ist ein einfacher Rührteig aus Butter, Zucker, Eiern, Mehl und Milch, der im heißen Eisen in zwei bis drei Minuten gart. Typisch für Deutschland sind Herzwaffeln, also runde Platten aus fünf Herzen. Belgische Waffeln wie die Brüsseler Waffeln sind dagegen rechteckig, dicker und tiefer gemustert. Deutsche Waffeln schmecken nach Butter und Vanille, nicht übermäßig süß. Das hat einen Grund. Puderzucker, Kirschen oder Sahne kommen ja noch obendrauf.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 60 g weiche Butter
- 40 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
- 1 Prise Salz
- 2 Eier (Größe M)
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 1/2 TL Backpulver
- 125 ml Milch
- 1 TL Öl oder Butter zum Einfetten des Waffeleisens
- 1 EL Puderzucker zum Bestäuben
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Für Waffeln brauchen Sie nichts Besonderes. Weizenmehl Type 405 macht die Waffeln am lockersten, Type 550 geht auch, ergibt aber eine etwas festere Krume. Nehmen Sie echte Butter statt Margarine, denn sie bestimmt den Geschmack. Vollmilch mit 3,5 % Fett bräunt besser als fettarme Milch. Wer Vanille mag, kauft Bourbon-Vanillezucker statt Vanillinzucker, der Unterschied ist deutlich zu schmecken. Für Kirschen eignen sich Sauerkirschen aus dem Glas, die es in jedem Supermarkt gibt. Sahne mit mindestens 30 % Fett lässt sich gut steif schlagen.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Butter und Eier etwa 30 Minuten vor dem Backen aus dem Kühlschrank. Kalte Eier lassen die weiche Butter gerinnen, der Teig wird dann grisselig. Wiegen Sie Mehl und Backpulver ab und mischen Sie beides in einer kleinen Schüssel. Heizen Sie das Waffeleisen rechtzeitig vor, die meisten Geräte brauchen fünf Minuten, bis die Kontrollleuchte erlischt. Legen Sie ein Kuchengitter bereit. Auf einem Teller weichen frische Waffeln von unten durch, weil der Dampf nicht entweichen kann.
Anleitung für die Zubereitung
- Rühren Sie die weiche Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz mit dem Handrührgerät etwa 2 Minuten hell und cremig.
- Geben Sie die Eier einzeln dazu und rühren Sie jedes etwa 30 Sekunden unter.
- Rühren Sie die Mehlmischung abwechselnd mit der Milch in zwei Portionen kurz unter, bis ein glatter, dickflüssiger Teig entsteht.
- Lassen Sie den Teig 10 Minuten ruhen, damit das Mehl quellen kann.
- Fetten Sie das heiße Waffeleisen mit wenig Öl oder Butter ein und geben Sie etwa 2 bis 3 EL Teig in die Mitte.
- Schließen Sie das Eisen und backen Sie die Waffel 2 bis 3 Minuten, bis sie goldbraun ist und kein Dampf mehr austritt.
- Legen Sie die Waffel auf ein Kuchengitter und backen Sie den restlichen Teig genauso, das Eisen müssen Sie meist nur vor der ersten Waffel einfetten.
- Bestäuben Sie die Waffeln kurz vor dem Servieren mit Puderzucker.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Waffeln ersetzen Sie das Weizenmehl durch 125 g glutenfreie Mehlmischung für Kuchen und geben 1 EL Milch mehr dazu, weil diese Mischungen mehr Flüssigkeit aufnehmen. Backpulver ist in Deutschland meist glutenfrei, ein Blick auf die Packung schadet trotzdem nicht. Laktosefrei wird das Rezept mit laktosefreier Milch und laktosefreier Butter. Beides bekommen Sie im Kühlregal jedes größeren Supermarkts, am Geschmack ändert sich kaum etwas.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch sind Waffeln ohnehin. Für eine vegane Version ersetzen Sie die Butter durch 60 g vegane Butter am Block und die Milch durch 125 ml Hafer- oder Sojadrink. Statt der zwei Eier nehmen Sie 1 zerdrückte reife Banane oder 2 EL Sojamehl mit 4 EL Wasser verrührt. Erhöhen Sie das Backpulver dann auf 1 TL, damit der Teig locker bleibt. Vegane Waffeln brauchen meist 30 Sekunden länger im Eisen.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu früh aufgeklapptes Eisen. Solange es dampft, ist die Waffel innen noch roh und reißt beim Öffnen. Zu viel Teig quillt seitlich heraus, tasten Sie sich bei der ersten Waffel an die richtige Menge heran. Wer knusprigere Waffeln möchte, ersetzt 2 EL Milch durch Mineralwasser mit Kohlensäure. Abgekühlte Waffeln halten sich in einer Dose zwei Tage. Im Toaster oder bei 180 °C für 3 Minuten im Ofen werden sie wieder knusprig. Eingefroren halten sie drei Monate.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 1 TL abgeriebener Zitronenschale schmeckt der Teig frischer. Zimtwaffeln bekommen 1/2 TL Zimt, Schokowaffeln 1 EL Kakao und 1 EL mehr Milch. Für herzhafte Waffeln lassen Sie Zucker und Vanille weg und rühren 40 g geriebenen Bergkäse und etwas Schnittlauch unter. Die passen zu einer Suppe oder zum Salat. Kinder mögen die Waffeln mit Apfelmus oder Nuss-Nougat-Creme, Erwachsene eher mit heißen Kirschen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Weizenmehl Type 405 können Sie Dinkelmehl Type 630 nehmen, die Waffeln werden etwas nussiger. Buttermilch statt Milch macht den Teig leicht säuerlich und zarter. Braunen Zucker können Sie eins zu eins gegen weißen tauschen. Wer kein Backpulver da hat, schlägt die beiden Eiweiße getrennt steif und hebt sie zum Schluss unter. Das klappt ohne Probleme.
Ideen für passende Getränke
Zu Waffeln passt vor allem Filterkaffee oder ein Milchkaffee. Kinder trinken gern einen Kakao dazu. Wer es fruchtig mag, nimmt eine Apfelschorle oder kalten Kirschsaft, der zu den Kirschen auf dem Teller passt. Im Winter schmeckt ein schwarzer Tee mit Zimt und Orangenschale, im Sommer ein Eistee mit Zitrone.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie die Waffeln warm, ein Herz pro Person auf einem Dessertteller, die übrigen auf einer Platte. Ein Klecks Schlagsahne und zwei Löffel heiße Sauerkirschen daneben reichen. Puderzucker siebt man erst am Tisch darüber, sonst schmilzt er auf der warmen Waffel. Auf einem Holzbrett mit mehreren Schälchen für Kirschen, Sahne und Apfelmus kann sich jeder selbst bedienen.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Das Wort Waffel kam aus dem Niederländischen ins Deutsche und ist mit Wabe verwandt, wohl wegen des Musters, das die Eisen in den Teig drücken. Zangenförmige Backeisen für dünne Fladen sind in Europa seit dem Mittelalter bekannt, zunächst vor allem für Oblaten, die über offenem Feuer gebacken wurden. Daraus entwickelten sich in Belgien, den Niederlanden und Deutschland eigene Waffeltraditionen. Die Niederländer backen heute dünne Stroopwafels mit Sirupfüllung, die Belgier dicke Hefewaffeln. In deutschen Küchen ist heute die flache Herzwaffel aus Rührteig am weitesten verbreitet. Zu heißen Kirschen oder Roter Grütze gehört sie bis heute.
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Zusammenfassung: Waffeln
Für vier bis fünf Waffeln brauchen Sie etwa 25 Minuten. Wichtig sind zimmerwarme Zutaten, ein gut vorgeheiztes Eisen und Geduld, bis kein Dampf mehr kommt. Auf dem Kuchengitter bleiben die Waffeln knusprig. Das Grundrezept lässt sich in viele Richtungen abwandeln, von Zimt bis Käse.
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