Vorstellung Anisplätzchen
Anisplätzchen sind ein kleines, weißes Weihnachtsgebäck, das in vielen Gegenden Deutschlands und im Elsass zur Adventszeit gebacken wird. Die Oberseite bleibt glatt und fast weiß, darunter wächst beim Backen ein gelblicher, luftiger Rand. Außen sind sie knusprig, innen leicht zäh, und sie schmecken deutlich nach Anis, ohne scharf zu sein. Sie halten wochenlang und werden in der Dose eher besser. Auf dem Plätzchenteller stehen sie neben Vanillekipferln und Butterplätzchen, mit denen sie wenig gemeinsam haben, denn im Teig steckt kein Gramm Fett.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 2 Eier (Größe M), zimmerwarm
- 125 g Puderzucker
- 140 g Weizenmehl Type 405
- 1 gestrichener TL ganze Anissamen, leicht angedrückt
- etwas Butter und Mehl für das Blech (oder Backpapier)
Einkaufen der Zutaten
Ganzer Anis liegt im Gewürzregal, oft in kleinen Tüten oder Gläsern. Verwechseln Sie ihn nicht mit Sternanis, der schmeckt ähnlich, ist aber eine andere Pflanze und für dieses Gebäck zu kräftig. Gemahlener Anis verliert sein Aroma schnell, kaufen Sie lieber ganze Samen und drücken Sie sie selbst im Mörser an. Die Eier sollten frisch sein, alte Eier schlagen schlechter auf. Puderzucker löst sich besser als Kristallzucker, deshalb gelingt die Masse damit glatter.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie die Eier eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Sieben Sie Puderzucker und Mehl getrennt, damit keine Klümpchen bleiben. Fetten Sie zwei Bleche dünn mit Butter ein und bestäuben Sie sie mit Mehl, überschüssiges Mehl klopfen Sie ab. Backpapier geht auch, die Füßchen werden darauf aber oft etwas flacher. Wichtig ist ein Platz zum Trocknen, an dem die Bleche 12 bis 24 Stunden ungestört stehen können, also nicht direkt neben dem Herd. Für die doppelte Menge verdoppeln Sie alles und schlagen die Masse in einer großen Rührschüssel.
Anleitung für die Zubereitung
- Schlagen Sie die Eier mit dem Puderzucker mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine auf höchster Stufe 10 Minuten, bis die Masse sehr hell, dick und cremig ist.
- Heben Sie das gesiebte Mehl und die angedrückten Anissamen in zwei Portionen mit einem Teigschaber unter, rühren Sie dabei nur so lange, bis kein Mehl mehr zu sehen ist.
- Füllen Sie den Teig in einen Spritzbeutel mit 1 cm Lochtülle und spritzen Sie Tupfen von etwa 2,5 cm Durchmesser mit 3 cm Abstand auf die Bleche.
- Lassen Sie die Plätzchen unbedeckt bei Zimmertemperatur 12 bis 24 Stunden trocknen, bis sich die Oberfläche trocken anfühlt und nicht mehr klebt.
- Heizen Sie den Ofen auf 150 °C Ober- und Unterhitze vor.
- Backen Sie die Plätzchen blechweise auf der zweiten Schiene von unten 15 bis 20 Minuten, die Oberseite soll hell bleiben und unten ein goldener Rand entstehen.
- Lösen Sie die Plätzchen noch warm mit einem dünnen Messer vom Blech und lassen Sie sie auf einem Gitter auskühlen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Laktosefrei sind Anisplätzchen von Haus aus, denn der Teig enthält weder Butter noch Milch. Fetten Sie das Blech dann mit Margarine oder nehmen Sie Backpapier. Für glutenfreie Plätzchen ersetzen Sie das Weizenmehl durch 140 g helle glutenfreie Mehlmischung. Die Struktur kommt hier vor allem aus dem Eischaum, deshalb klappt der Tausch besser als bei vielen anderen Plätzchen. Die Füßchen werden etwas niedriger.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarier können das Rezept unverändert backen. Vegan wird es schwierig, weil das Ei hier tragende Zutat ist. Ein Versuch mit 90 ml Aquafaba (Kichererbsenwasser), steif geschlagen mit 125 g Puderzucker und danach mit 150 g Mehl und Anis vermengt, ergibt helle, knusprige Plätzchen. Füßchen bilden sich dabei nur selten. Wer auf das Aussehen verzichten kann, bekommt trotzdem den typischen Anisgeschmack.
Weitere Tipps und Tricks
Bleiben die Füßchen aus, lag es fast immer am Trocknen oder an zu kurz geschlagener Masse. Die Oberfläche muss eine feste Haut haben, sonst reißt sie im Ofen auf. In feuchten Küchen brauchen die Plätzchen eher 24 Stunden. Zu hohe Temperatur färbt die Oberseite gelb. Bewahren Sie die Plätzchen in einer Blechdose auf, sie halten so 6 bis 8 Wochen. Ein Apfelschnitz in der Dose macht sie weicher, wer sie knusprig mag, lässt ihn weg.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit dem Abrieb einer halben Bio-Zitrone im Teig werden die Plätzchen frischer. Wer Anis nur mild mag, nimmt einen halben Teelöffel. Fenchelsamen ergeben eine ähnliche, etwas süßere Variante. Für eine geformte Version drücken Sie kleine Holzmodel in den ausgerollten, etwas festeren Teig, dann landen Sie bei den Springerle, die wie Spekulatius mit Modeln geformt werden, aber ohne Fett und Gewürzmischung auskommen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Puderzucker funktioniert sehr feiner Backzucker, die Masse braucht dann 2 bis 3 Minuten länger. Weizenmehl Type 405 lässt sich durch Dinkelmehl Type 630 ersetzen, der Teig wird etwas nussiger. Gemahlener Anis geht zur Not, nehmen Sie dann nur einen halben Teelöffel. Anisöl ist sehr stark, schon 2 bis 3 Tropfen reichen für diese Menge.
Ideen für passende Getränke
Zu Anisplätzchen passt ein heißer Kakao, dessen Süße sie gut aufnehmen. Ein Fencheltee oder Kräutertee mit Anis verstärkt das Aroma. In der Adventszeit schmeckt dazu auch ein alkoholfreier Kinderpunsch aus Früchtetee, Orangensaft und einer Zimtstange.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Legen Sie die Plätzchen auf einen dunklen Teller oder in eine Schale aus Holz, damit die hellen Deckel und goldenen Füßchen auffallen. Mischen Sie sie mit dunklem Gebäck wie Weihnachtsplätzchen mit Schokolade. Als Geschenk füllen Sie sie in ein Glas mit Schraubdeckel.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Anis ist ein altes Gewürz aus dem östlichen Mittelmeerraum, das im Mittelalter auch in Mitteleuropa angebaut wurde. In Süddeutschland, Österreich, der Schweiz und im Elsass gehören die Springerle zur Weihnachtsbäckerei, die aus einem ganz ähnlichen Teig aus Eiern, Puderzucker und Mehl mit Holzmodeln geformt werden. Auch sie trocknen 12 bis 24 Stunden, damit beim Backen das Füßle entsteht. Rezepte für aufgespritzte Anisplätzchen stehen schon in deutschsprachigen Kochbüchern des 19. Jahrhunderts. Henriette Davidis hielt sie auch als Schmuck für den Weihnachtsbaum für geeignet.
Weitere Rezeptvorschläge
- Ingwerplätzchen
- Weihnachtsplätzchen mit Hirschhornsalz
- Nürnberger Elisenlebkuchen
- Braune Pfeffernüsse
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Zusammenfassung: Anisplätzchen
Vier Zutaten, zehn Minuten Rühren und eine Nacht Geduld ergeben ein Plätzchen, das wochenlang hält. Entscheidend sind die lange geschlagene Masse und eine trockene Oberfläche vor dem Backen. Bleibt die Oberseite weiß und hat jedes Plätzchen seinen goldenen Sockel, ist alles richtig gelaufen.
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