Vorstellung Quittengelee
Quittengelee ist ein klarer Fruchtaufstrich aus Quittensaft, Zucker und Zitronensaft. Anders als bei Konfitüre bleiben keine Fruchtstücke darin, das Gelee ist durchscheinend und schimmert je nach Kochzeit hellgold bis bernsteinrot. Es schmeckt säuerlich, blumig und leicht herb. In Deutschland wird es im Herbst gekocht, wenn die Quitten von September bis November reif sind, und dann den Winter über zum Frühstück aufs Brötchen gestrichen. Viele Familien haben einen Quittenbaum im Garten und verarbeiten die ganze Ernte. Das Fruchtmark, das beim Abtropfen übrig bleibt, wird oft zu Quittenbrot weiterverarbeitet. Auch zu Käse oder Wildbraten passt das Gelee.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 1 kg Quitten
- 1,2 l Wasser
- 500 g Gelierzucker 2:1 (für 750 ml Saft)
- 2 EL Zitronensaft (ca. 30 ml)
- 4 Schraubgläser à 230 ml
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Quitten finden Sie im Herbst auf Wochenmärkten, im türkischen Gemüseladen und bei Bauern mit Streuobstwiesen. Es gibt Apfelquitten, die rund und aromatischer sind, und Birnenquitten, länglich und weicher. Für Gelee eignen sich beide, Apfelquitten geben etwas mehr Geschmack. Reife Früchte sind rundum gelb und duften. Grüne Stellen sind kein Problem, sie enthalten sogar mehr Pektin. Gelierzucker 2:1 steht im Backregal und enthält bereits Pektin und Zitronensäure. Kaufen Sie Gläser mit neuen Deckeln, alte Dichtungen halten oft nicht.
Vorbereitung des Gerichts
Reiben Sie den grauen Flaum mit einem trockenen Küchentuch von den Quitten ab, er schmeckt bitter. Waschen Sie die Früchte, entfernen Sie Stiel und Blütenansatz und schneiden Sie sie samt Schale und Kerngehäuse in kleine Stücke. Schale und Kerne enthalten viel Pektin. Planen Sie den Ablauf über zwei Tage, denn der Saft muss über Nacht abtropfen. Spülen Sie die Gläser heiß aus und stellen Sie sie kopfüber auf ein sauberes Tuch. Für eine doppelte Menge kochen Sie den Saft in zwei Portionen, große Mengen gelieren schlechter.
Anleitung für die Zubereitung
- Die Quittenstücke mit 1,2 l Wasser in einem großen Topf aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze 45 bis 60 Minuten köcheln, bis sie ganz weich sind.
- Ein Sieb mit einem sauberen, feuchten Mulltuch oder Geschirrtuch auslegen und über eine Schüssel hängen.
- Die Quitten mit der Flüssigkeit hineingeben und über Nacht, mindestens 6 Stunden, abtropfen lassen, ohne das Tuch auszudrücken.
- Den Saft abmessen, für 750 ml Saft 500 g Gelierzucker 2:1 und 2 EL Zitronensaft rechnen, fehlt etwas Saft, mit Wasser auffüllen.
- Saft, Zucker und Zitronensaft unter Rühren zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren 4 Minuten sprudelnd kochen, oder so lange, wie es auf der Packung des Gelierzuckers steht.
- Eine Gelierprobe machen, dazu einen Teelöffel Gelee auf einen kalten Teller geben, wird es nach einer Minute fest, ist es fertig.
- Den Schaum mit einer Kelle abschöpfen und das heiße Gelee bis 1 cm unter den Rand in die Gläser füllen.
- Die Gläser sofort verschließen und 5 Minuten auf den Deckel stellen, dann umdrehen und auskühlen lassen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Quittengelee ist glutenfrei und laktosefrei. Es enthält nur Früchte, Wasser, Zucker, Pektin und Zitronensäure. Wer an Zöliakie leidet, sollte nur darauf achten, dass Gläser und Tücher nicht vorher mit mehlhaltigem Teig in Berührung gekommen sind. Beim Servieren gilt das Übliche, das Gelee passt auf glutenfreies Brot und auf laktosefreie Butter genauso.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Gelee ist von sich aus vegan, denn Pektin ist ein pflanzlicher Geliestoff aus Früchten. Gelatine braucht es nicht. Wer ganz ohne Gelierzucker arbeiten möchte, nimmt 750 ml Saft mit 600 g normalem Zucker und kocht länger, etwa 10 bis 15 Minuten, bis die Gelierprobe gelingt. Das geht bei Quitten wegen ihres hohen Pektingehalts. Auch Agar-Agar ist möglich, 1 TL auf 750 ml Saft, verändert aber die Konsistenz.
Weitere Tipps und Tricks
Drücken Sie das Tuch nicht aus. Der Saft wird sonst trüb und das Gelee verliert seine Klarheit. Rühren Sie beim Kochen ständig, Quittensaft brennt leicht an. Je länger die Quitten im ersten Schritt köcheln, desto röter wird das Gelee. Ungeöffnet hält es kühl und dunkel gelagert ein Jahr. Nach dem Öffnen kommt das Glas in den Kühlschrank und hält dort etwa vier Wochen. Bildet sich Schimmel, werfen Sie das ganze Glas weg.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit einer Zimtstange oder einer Vanilleschote im Saft wird das Gelee weihnachtlich. Ein Stück frischer Ingwer bringt Schärfe. Eine Mischung aus halb Quitten und halb Äpfeln ergibt ein milderes Gelee, rote Äpfel färben es rosa. Wer weniger Süße möchte, nimmt Gelierzucker 3:1 und kocht genau nach Packungsangabe. Für ein herzhaftes Gelee zu Käse geben Sie zwei Zweige Rosmarin beim Aufkochen hinein.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Gelierzucker 2:1 funktioniert Gelierzucker 1:1, dann verdoppelt sich die Zuckermenge, das Gelee wird süßer und hält länger. Zitronensaft lässt sich durch 1/2 TL Zitronensäure ersetzen. Kein Mulltuch zur Hand, dann tut es ein sauberes Baumwolltuch oder ein Kaffeefilter, der aber langsam läuft. Haben Sie nur wenige Quitten, strecken Sie mit säuerlichen Äpfeln wie Boskop.
Ideen für passende Getränke
Zum Frühstücksbrötchen mit Quittengelee passt Milchkaffee oder ein kräftiger schwarzer Tee wie Assam. Wer morgens Saft trinkt, nimmt einen naturtrüben Apfelsaft. Im Winter schmeckt auch ein heißer Früchtetee mit Zimt dazu, der die Aromen des Gelees aufnimmt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Füllen Sie das Gelee in kleine Gläser, damit es nach dem Öffnen schnell verbraucht wird. Auf dem Frühstückstisch zeigt sich die Farbe am besten in einem kleinen Glasschälchen mit Löffel. Als Geschenk binden Sie ein Stück Stoff über den Deckel und schreiben das Datum auf ein Anhängeschild.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Quitte stammt aus dem östlichen Kaukasus und wird dort seit etwa 4000 Jahren angebaut. Griechen und Römer kannten sie schon in der Antike. In Mitteleuropa ist ihr Anbau erst seit dem 9. Jahrhundert belegt. Das Wort Marmelade geht auf das portugiesische marmelo zurück, die Quitte, und dieses auf das griechische melimelon, Honigapfel. In Deutschland spielt die Quitte im Erwerbsanbau kaum eine Rolle und galt zeitweise als fast vergessene Obstart. In Hausgärten steht sie aber weiterhin. Neben dem Gelee kennt man aus der deutschen Küche die Quittensuppe und das süße Quittenbrot zur Weihnachtszeit. Eingekochte Blüten und Früchte haben eine ähnliche Tradition, etwa beim Holunderblütengelee.
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Zusammenfassung: Quittengelee
Quittengelee braucht zwei Tage, aber wenig Arbeit. Die Quitten werden weich gekocht, der klare Saft tropft über Nacht ab und kocht mit Gelierzucker und Zitrone vier Minuten. Das Ergebnis ist ein festes, goldrotes Gelee mit eigenem Duft, das ein Jahr hält.
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