Vorstellung Pizzabrötchen
Pizzabrötchen gehören in Deutschland zum festen Bestand der Partyküche und des Feierabendessens. Der Belag wird nicht in Schichten aufgelegt wie bei einer Pizza, sondern vorher in einer Schüssel vermengt. Kochschinken, geriebener Gouda, gewürfelte Paprika und Zwiebel werden mit Schmand oder Sahne und Tomatenmark gebunden und mit Oregano gewürzt. Diese Masse streicht man dick auf die Schnittflächen und backt sie, bis sie goldbraun blubbert. Das Ergebnis schmeckt nach Pizza, ist aber saftiger und lässt sich aus der Hand essen. Auf Kindergeburtstagen, beim Fußballabend und als Resteessen sieht man sie häufig, oft neben einem Nudelsalat oder einer Platte mit Rohkost.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 3 Brötchen (Weizenbrötchen, gern vom Vortag)
- 100 g Kochschinken
- 80 g Gouda, gerieben
- 1/2 rote Paprikaschote
- 1/2 kleine Zwiebel
- 3 EL Schmand (oder Crème fraîche)
- 1 EL Tomatenmark
- 1 TL getrockneter Oregano
- 1/2 TL Paprikapulver edelsüß
- 1 Prise Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
- 30 g Mozzarella, gerieben (nach Belieben, für mehr Fäden)
Einkaufen der Zutaten
Am besten eignen sich einfache Weizenbrötchen oder Kaiserbrötchen vom Bäcker, die einen Tag alt sind. Frische Brötchen saugen die Masse auf und werden weich. Aufbackbrötchen aus dem Supermarkt funktionieren ebenfalls, sie werden dann ohne Vorbacken direkt belegt. Beim Schinken lohnt sich ein Stück am Stück statt dünner Scheiben, weil sich Würfel besser verteilen. Junger Gouda schmilzt gleichmäßig, mittelalter bringt mehr Würze. Schmand mit 24 Prozent Fett bleibt im Ofen cremig, magerer Quark würde flockig werden.
Vorbereitung des Gerichts
Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor. Schneiden Sie die Brötchen waagerecht durch und legen Sie die Hälften mit der Schnittfläche nach oben auf ein Blech mit Backpapier. Würfeln Sie Schinken, Paprika und Zwiebel möglichst klein, etwa auf fünf Millimeter, damit die Masse gut hält und die Zwiebel gar wird. Für ein ganzes Blech mit 12 Hälften verdoppeln Sie alle Mengen, die Backzeit bleibt gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze (180 Grad Umluft) vorheizen und ein Blech mit Backpapier belegen.
- Schinken, Paprika und Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben.
- Gouda, Schmand, Tomatenmark, Oregano und Paprikapulver dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles gründlich verrühren.
- Die Brötchen halbieren und die Hälften mit der Schnittfläche nach oben auf das Blech legen.
- Die Masse gleichmäßig auf den sechs Hälften verteilen und bis an den Rand andrücken. Nach Belieben mit Mozzarella bestreuen.
- Die Pizzabrötchen auf der mittleren Schiene 12 bis 15 Minuten backen, bis der Käse goldbraun ist und Blasen wirft.
- Kurz 2 Minuten abkühlen lassen, damit die Masse fest wird, und warm servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für die glutenfreie Variante nehmen Sie glutenfreie Brötchen aus dem Kühlregal oder Tiefkühlfach. Sie trocknen im Ofen schneller aus, deshalb die Backzeit auf zehn Minuten verkürzen. Schinken und Gewürze sind meist glutenfrei, ein Blick auf die Packung schadet trotzdem nicht. Laktosefrei wird es mit laktosefreiem Schmand oder laktosefreier Crème fraîche. Gouda enthält nach der Reifung von Natur aus kaum noch Laktose, auch junger. Mozzarella hat etwas mehr, deshalb ihn weglassen oder laktosefrei kaufen.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch gelingen die Brötchen, wenn Sie den Schinken durch 100 g Champignons ersetzen, klein gewürfelt und vorher 3 Minuten in der Pfanne angebraten. Auch Mais aus der Dose und schwarze Oliven passen. Für eine vegane Version mischen Sie 3 EL veganen Frischkäse oder Sojajoghurt mit 80 g veganem Reibekäse und nehmen geräucherten Tofu statt Schinken. Achten Sie darauf, dass die Brötchen ohne Milch gebacken sind.
Weitere Tipps und Tricks
Zu viel flüssige Zutaten machen die Brötchen matschig. Wer Tomaten frisch verwenden will, entkernt sie vorher. Streichen Sie die Masse bis an den Rand, sonst verbrennt der freie Brotrand. Die Masse hält sich abgedeckt im Kühlschrank einen Tag, so können Sie sie abends vorbereiten. Fertige Pizzabrötchen schmecken auch kalt, etwa in der Brotdose. Aufgewärmt werden sie im Ofen bei 180 Grad in fünf Minuten wieder knusprig, in der Mikrowelle werden sie weich. Einfrieren geht, roh belegt hält es zwei Monate.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Jede Familie hat ihre eigene Mischung. Mit Salami statt Kochschinken schmeckt es nach Salamipizza, Thunfisch mit roten Zwiebeln erinnert an Pizza Tonno. Wer es scharf mag, nimmt Peperoni und eine Prise Chiliflocken. Für eine Hawaii-Version kommen 50 g gewürfelte Ananas dazu. Mit Vollkornbrötchen wird das Ganze kräftiger, mit Baguettescheiben entsteht kleines Fingerfood für das Buffet.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Schmand lässt sich durch Crème fraîche, saure Sahne oder 3 EL Schlagsahne ersetzen. Mit Sahne wird die Masse flüssiger, dann etwas mehr Käse nehmen. Statt Gouda gehen Emmentaler oder Edamer. Das Tomatenmark kann durch 2 EL Ketchup ersetzt werden, die Brötchen schmecken dann süßer. Fehlt Oregano, nehmen Sie italienische Kräutermischung oder getrocknetes Basilikum.
Ideen für passende Getränke
Zu Pizzabrötchen passt eine kalte Apfelschorle oder eine Zitronenlimonade. Kinder trinken gern Orangensaft mit Mineralwasser gemischt. Ein ungesüßter Eistee mit Pfirsich oder ein Glas Tomatensaft mit Pfeffer gleichen den kräftigen Käse aus.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richten Sie die Hälften dicht nebeneinander auf einem Holzbrett an und streuen Sie frische Petersilie oder ein paar Basilikumblätter darüber. Für das Buffet schneiden Sie jede Hälfte noch einmal durch. Ein Schälchen mit Rohkost aus Gurke und Möhre daneben lockert den Teller auf.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Für die Pizzabrötchen gibt es keinen bekannten Erfinder und keine belegte Entstehungsgeschichte. Sie gehören zu einer Gruppe von Überbackgerichten, die vermutlich in Westdeutschland mit der wachsenden Beliebtheit der italienischen Küche aufkamen. Pizza wurde dort ab den 1950er und 1960er Jahren durch Gastarbeiter und italienische Restaurants bekannt. Zu Hause fehlte oft der Hefeteig, Brötchen und ein Backofen waren dagegen überall vorhanden. Verwandt sind der Toast Hawaii und das Kräuterbutterbaguette, die ebenfalls aus Brot und Käse schnelle Ofengerichte machen.
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Zusammenfassung: Pizzabrötchen
Pizzabrötchen sind in einer halben Stunde fertig und verwerten altbackene Brötchen. Die Masse wird in der Schüssel gemischt, dick aufgestrichen und bei 200 Grad überbacken. Schinken, Gouda und Schmand bilden den Kern, alles andere lässt sich nach Vorrat austauschen. Am besten schmecken sie warm, kalt sind sie ein guter Snack für unterwegs.
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