Vorstellung Doogh
Doogh ist ein gekühlter Joghurtdrink, der in Afghanistan, im Iran und in Zentralasien verbreitet ist. Man verquirlt Joghurt mit etwa der gleichen Menge Wasser, würzt mit Salz und getrockneter Minze und gibt in vielen Familien fein geriebene Gurke dazu. Das Ergebnis ist dünnflüssig, leicht säuerlich und kühl. Doogh trinkt man zum Essen, besonders zu Reisgerichten, Kebab und Bolani, oder einfach gegen die Hitze im Sommer, wenn in Kabul oder Kandahar die Temperaturen auf über 35 °C steigen. Das Salz gleicht dabei einen Teil dessen aus, was der Körper beim Schwitzen verliert. Nahe Verwandte sind der türkische Ayran und der Doogh aus Tadschikistan.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Naturjoghurt (3,5 % Fett)
- 250 ml kaltes Wasser
- 1/2 TL Salz
- 1 TL getrocknete Minze
- 1/4 Salatgurke (ca. 80 g)
- 4 Blätter frische Minze
- 4 bis 6 Eiswürfel
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Der Joghurt bestimmt den Geschmack. Nehmen Sie einen Naturjoghurt mit 3,5 % Fett und angenehmer Säure, kein mildes Joghurtdessert. Türkischer oder bulgarischer Joghurt ist meist säuerlicher und passt gut. Getrocknete Minze bekommen Sie in türkischen oder persischen Lebensmittelläden, sie schmeckt kräftiger als frische. Bei der Gurke ist eine junge, feste Salatgurke ideal, Minigurken haben weniger Kerne. Wer mag, nimmt Mineralwasser mit Kohlensäure, das ist im Iran bei gekauftem Doogh üblich.
Vorbereitung des Gerichts
Stellen Sie Joghurt und Wasser vorher mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank, Doogh muss richtig kalt sein. Waschen Sie die Gurke, schälen Sie sie, wenn die Schale dick ist, und reiben Sie sie auf der feinen Seite einer Reibe. Zerreiben Sie die getrocknete Minze zwischen den Handflächen, so öffnet sich ihr Aroma. Zupfen Sie die frischen Minzblätter von den Stielen. Für eine Karaffe mit 1 Liter verdoppeln Sie einfach alle Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Geben Sie den Joghurt in einen Krug oder eine Schüssel und rühren Sie ihn mit einem Schneebesen 30 Sekunden glatt.
- Gießen Sie das kalte Wasser nach und nach dazu und schlagen Sie dabei weiter, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind.
- Rühren Sie Salz und die zerriebene getrocknete Minze ein.
- Geben Sie die geriebene Gurke samt Saft hinzu und verrühren Sie alles.
- Probieren Sie und geben Sie bei Bedarf eine weitere Prise Salz oder etwas Wasser dazu, falls der Doogh zu dick ist.
- Stellen Sie den Krug für 15 Minuten in den Kühlschrank, damit die Minze durchzieht.
- Füllen Sie zwei Gläser mit Eiswürfeln, gießen Sie den Doogh darüber und legen Sie je zwei frische Minzblätter obenauf.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Doogh ist glutenfrei, sofern der Joghurt keine Zusätze enthält. Bei reinem Naturjoghurt ist das nicht der Fall. Laktose steckt im Joghurt, allerdings weniger als in Milch, weil die Milchsäurebakterien einen Teil abbauen. Für eine komplett laktosefreie Version nehmen Sie laktosefreien Naturjoghurt mit 3,5 % Fett. Geschmack und Konsistenz ändern sich dabei kaum, er ist oft nur etwas milder, dann eine Prise mehr Salz.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier ist Doogh ohne Änderung geeignet. Vegan wird er mit 250 g ungesüßtem Sojajoghurt natur, der genug Säure mitbringt. Mandel- oder Kokosjoghurt sind zu süßlich und geben dem Getränk einen fremden Beigeschmack. Rühren Sie 1 TL Zitronensaft ein, um die fehlende Milchsäure auszugleichen. Hafer-Joghurt funktioniert ebenfalls, wird aber dicker, nehmen Sie dann 50 ml mehr Wasser.
Weitere Tipps und Tricks
Zu wenig Salz ist der häufigste Fehler. Doogh soll deutlich salzig schmecken, sonst wirkt er fad. Schlagen Sie den Joghurt erst glatt, bevor das Wasser dazukommt, sonst bleiben Flocken. Mit einem Stabmixer wird das Getränk schaumiger, so wie man es vom Ayran kennt. Doogh hält im Kühlschrank 2 Tage. Die Gurke gibt mit der Zeit Wasser ab, rühren Sie vor dem Einschenken kurz um. Setzt sich der Joghurt ab, ist das normal.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer es schärfer mag, gibt eine Prise schwarzen Pfeffer oder gemahlenen Kreuzkümmel dazu. Mit Mineralwasser statt Leitungswasser wird Doogh spritzig. Ohne Gurke ist er klassischer und klarer. Für mehr Grün pürieren Sie eine Handvoll frische Minze und etwas Dill mit dem Joghurt. Eine dünnere Version mit mehr Wasser erfrischt an sehr heißen Tagen besser.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Naturjoghurt eignet sich Kefir, dann brauchen Sie nur 100 ml Wasser, weil Kefir schon flüssiger ist. Buttermilch funktioniert pur mit Salz und Minze, schmeckt aber milder. Fehlt getrocknete Minze, nehmen Sie 1 EL fein gehackte frische Minze. Statt Salatgurke passt eine kleine Zucchini, roh und fein gerieben, wobei der Geschmack dezenter bleibt.
Ideen für passende Getränke
Doogh ist selbst das Getränk zum Essen. Nach dem Mahl folgt in Afghanistan grüner Tee mit Kardamom. Wer zum Vergleich einen süßen Joghurtdrink möchte, probiert das pakistanische Lassi. Für Gäste, die Joghurt nicht mögen, stellen Sie eine Kanne Wasser mit Zitronenscheiben und Minze daneben.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Doogh in schlichten Wassergläsern oder in einer großen Glaskaraffe, damit man die grünen Minzstückchen im Weiß sieht. Ein Minzzweig im Krug sieht frisch aus. Bei Tisch steht der Krug neben dem Reis, jeder schenkt sich nach. Kalte Gläser aus dem Gefrierfach halten das Getränk länger kühl.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Der Name geht auf das persische Verb duschidan zurück, das melken bedeutet. Salzige Joghurtgetränke kennt man vom Balkan über die Türkei bis nach Zentralasien. In Afghanistan, im Iran und in Tadschikistan gehören sie zum Alltag. Im Iran ist Doogh auch die Grundlage einer Suppe, dem Ash-e Doogh. Afghanischer Doogh wird meist zu Hause frisch gerührt und oft mit Gurke serviert, im Iran gibt es ihn auch als Flaschenware mit Kohlensäure. Ein Erfinder oder ein Datum lässt sich nicht nennen.
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Zusammenfassung: Doogh
Doogh ist ein salziger Joghurtdrink aus Afghanistan, gerührt aus Naturjoghurt, kaltem Wasser, Salz und getrockneter Minze, auf Wunsch mit geriebener Gurke. Er ist in fünf Minuten fertig, kühlt an heißen Tagen und gehört zu Reisgerichten und Kebab. Wichtig sind ein säuerlicher Joghurt und genug Salz.
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