Vorstellung Italian Dressing
Italian Dressing ist eine amerikanische Salatsauce, die nur dem Namen nach aus Italien kommt. In Italien selbst gießt man Öl und Essig getrennt über den Salat. Die US-Version mischt Olivenöl oder Pflanzenöl mit Rotwein- oder Weißweinessig, Knoblauch, Oregano, Basilikum und etwas Zucker. Oft schwimmen kleine Stücke roter Paprika darin. Das Dressing ist dünnflüssig, säuerlich und würzig und trennt sich im Stehen, deshalb wird es vor jedem Gebrauch geschüttelt. Man gießt es über den gemischten Beilagensalat im Diner, über Nudelsalat, auf Sandwiches mit Wurst und Käse und nimmt es als Marinade für Hähnchen. Wer den cremigen Gegenpol sucht, greift in den USA zum Ranch Dressing.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 60 ml Olivenöl (oder halb Olivenöl, halb Rapsöl)
- 30 ml Rotweinessig
- 1 TL Zitronensaft
- 1 kleine Knoblauchzehe
- ½ TL Dijon-Senf
- ½ TL Zucker oder Honig
- ½ TL getrockneter Oregano
- ½ TL getrocknetes Basilikum
- ¼ TL getrockneter Thymian
- 1 Prise Chiliflocken
- ¼ TL Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
- 1 EL fein gewürfelte rote Paprika
- 1 EL fein geriebener Parmesan (nach Wunsch)
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Für das Dressing reicht ein mildes Olivenöl der Kategorie nativ extra. Ein sehr pfeffriges, grünes Öl aus der Toskana überdeckt die Kräuter, daher mischen viele Köche es mit Rapsöl. Beim Essig ist Rotweinessig der Klassiker, Weißweinessig geht ebenso. Balsamico färbt das Dressing braun und macht es süßer, das ist eine andere Sauce. Getrocknete Kräuter sollten nicht älter als ein Jahr sein, sonst riechen sie nach Heu. Fertige Mischungen mit der Aufschrift Italienische Kräuter enthalten meist Oregano, Basilikum, Thymian und Rosmarin und funktionieren hier gut. Dijon-Senf gibt es in jedem Supermarkt.
Vorbereitung des Gerichts
Schälen Sie die Knoblauchzehe und reiben Sie sie auf einer feinen Reibe oder pressen Sie sie. Ein Viertel einer roten Paprikaschote waschen, Kerne und weiße Häute entfernen und in Würfel von 2 bis 3 mm schneiden. Den Parmesan fein reiben, falls Sie ihn verwenden. Halten Sie ein sauberes Schraubglas mit etwa 200 ml Inhalt bereit, darin wird das Dressing gemischt und auch aufbewahrt. Für eine Party mit 8 Personen oder als Marinade für 1 kg Hähnchen nehmen Sie die dreifache Menge.
Anleitung für die Zubereitung
- Geben Sie Essig, Zitronensaft, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer in das Schraubglas und rühren Sie mit einem Teelöffel, bis sich Salz und Zucker gelöst haben.
- Fügen Sie den geriebenen Knoblauch, Oregano, Basilikum, Thymian und die Chiliflocken hinzu.
- Die getrockneten Kräuter zwischen den Fingerspitzen zerreiben, bevor sie ins Glas fallen, so geben sie mehr Aroma ab.
- Gießen Sie das Öl dazu, schrauben Sie den Deckel fest zu und schütteln Sie das Glas 30 Sekunden kräftig, bis die Sauce trüb und leicht gebunden ist.
- Paprikawürfel und Parmesan einrühren und das Dressing abschmecken. Ist es zu sauer, kommt eine Prise Zucker dazu, ist es zu flach, etwas Salz.
- Lassen Sie das Dressing mindestens 20 Minuten stehen, damit die getrockneten Kräuter aufquellen und der Knoblauch durchzieht.
- Vor dem Servieren noch einmal kurz schütteln und erst unmittelbar vor dem Essen über den Salat geben.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Das Dressing ist von Natur aus glutenfrei, sofern der Senf keine Zusätze aus Weizen enthält. Bei den meisten Dijon-Senfen ist das nicht der Fall, ein Blick auf die Zutatenliste genügt. Laktose steckt nur im Parmesan. Lang gereifter Parmigiano Reggiano enthält praktisch keine Laktose mehr und wird von vielen Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen. Sicherer ist es, den Käse wegzulassen. Das Dressing schmeckt auch ohne ihn rund.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Ohne Parmesan ist das Dressing vegan, wenn Sie Zucker statt Honig verwenden. Wer den würzigen Käsegeschmack vermisst, rührt 1 TL Hefeflocken ein. Sie binden die Sauce zusätzlich ein wenig. Vegetarier können Parmesan nehmen, sollten aber wissen, dass echter Parmigiano Reggiano mit tierischem Lab hergestellt wird. Hartkäse mit mikrobiellem Lab ist die Alternative, etwa ein vegetarischer Grana-Ersatz aus dem Bioladen.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu viel Essig. Das Verhältnis 2 Teile Öl zu 1 Teil Essig ist für amerikanische Verhältnisse schon recht sauer, bei zarten Blattsalaten dürfen es auch 3 zu 1 sein. Im Kühlschrank hält das Dressing etwa eine Woche. Das Olivenöl wird dort fest und flockig, nach 15 Minuten bei Zimmertemperatur und kräftigem Schütteln ist es wieder flüssig. Frischer Knoblauch wird mit jedem Tag schärfer. Wenn Sie größere Mengen vorbereiten, nehmen Sie lieber ¼ TL Knoblauchpulver.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für eine cremige Version schütteln Sie 1 EL Mayonnaise mit ins Glas, in den USA heißt das Creamy Italian. Eine Zesty-Variante bekommt doppelt so viel Chili und etwas abgeriebene Zitronenschale. Wer es kräuterfrischer mag, ersetzt die getrockneten Kräuter durch je 1 EL fein gehackte frische Petersilie und Basilikum, dann hält das Dressing aber nur zwei Tage. Als Marinade für Hähnchen oder gegrilltes Gemüse lassen Sie Zucker und Parmesan weg, beides verbrennt schnell.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Rotweinessig können Sie Apfelessig oder Weißweinessig nehmen. Zitronensaft allein ersetzt den Essig auch, das Dressing wird dann milder und fruchtiger. Ahornsirup oder Agavendicksaft gehen anstelle von Zucker. Fehlt Dijon-Senf, nehmen Sie mittelscharfen deutschen Senf. Er bindet genauso, schmeckt aber etwas weniger würzig. Frische Paprika lässt sich durch geröstete Paprika aus dem Glas ersetzen. Sonnenblumenöl ist ein brauchbarer Ersatz für einen Teil des Olivenöls.
Ideen für passende Getränke
Zum Salat mit Italian Dressing passt in den USA Iced Tea, ungesüßt mit Zitronenscheibe oder als süße Variante aus den Südstaaten. Eine hausgemachte Zitronenlimonade bringt Säure, die zum Dressing passt. Wer weniger Zucker möchte, trinkt Mineralwasser mit ein paar Gurkenscheiben und Minze.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie das Dressing in einem kleinen Kännchen oder direkt im Schraubglas, damit jeder es vor dem Gießen schütteln kann. Ein typischer amerikanischer Beilagensalat besteht aus Eisbergsalat, Tomatenvierteln, roten Zwiebelringen, Gurkenscheiben, Croutons und ein paar schwarzen Oliven. Richten Sie ihn in einer flachen Schüssel an und geben Sie das Dressing erst am Tisch darüber.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Italian Dressing ist eine amerikanische Erfindung, in Italien selbst ist es nicht gebräuchlich. Einen einzelnen Erfinder gibt es nicht, aber zwei bekannte Marken haben ihre Wurzeln in Restaurants der 1940er-Jahre. In Framingham, Massachusetts, servierte Florence Hanna ab 1941 im Lokal ihres Mannes Ken eine Vinaigrette nach Familienrezept, daraus wurde später Ken’s Salad Dressing. In Kansas City eröffnete Phillip Sollomi 1945 mit seiner Mutter Lena das Wishbone Restaurant. Ab 1948 kam dort ihre Sauce nach sizilianischem Familienrezept auf den Salat, die Nachfrage war so groß, dass Sollomi sie abfüllte. Lange war Italian die meistverkaufte Salatsauce der USA, Anfang der 1990er-Jahre zog Ranch vorbei.
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Zusammenfassung: Italian Dressing
Ein Schraubglas, Öl, Essig, Knoblauch und getrocknete Kräuter reichen für ein Dressing, das mit dem Flaschenprodukt wenig gemein hat. Es ist weniger süß, deutlich würziger und in einer Woche aufgebraucht. Probieren Sie es auch als Marinade oder auf einem Sandwich mit Salami und Provolone.
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