Vorstellung Fricadels
Fricadels gehören zur Küche der Anglo-Inder. Der Name erinnert an die deutsche Frikadelle und die dänischen Frikadeller, die Zubereitung ist aber indisch geprägt. Das Hackfleisch, meist Rind, wird mit eingeweichtem Brot, Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, grünem Chili und reichlich frischen Kräutern vermengt. Statt runder Bratlinge formt man oft kleine Rollen oder flache Ovale. In vielen Familien kommen sie vor dem Braten durch geschlagenes Ei und Semmelbrösel und bekommen so eine goldene Kruste, andere braten sie ohne Panade. Sie passen auf Familienfeiern und als Partysnack. Kalt passen sie in die Brotdose, warm mit Ketchup oder Chutney.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Rinderhack oder Lammhack
- 1 Scheibe Toastbrot
- 3 EL Milch oder Wasser
- 1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt
- 1 grüne Chilischote, fein gehackt
- 1 TL frisch geriebener Ingwer
- 1 Knoblauchzehe, gepresst
- 1 EL gehackte Minze
- 2 EL gehacktes Koriandergrün
- 1/2 TL Garam Masala
- 1/4 TL Kurkuma
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer
- 1 Ei zum Panieren
- 50 g Semmelbrösel
- 4 EL Pflanzenöl zum Braten
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Nehmen Sie Hackfleisch mit etwa 15 bis 20 % Fett, dann bleiben die Fricadels saftig. Rinderhack ist klassisch, Lammhack schmeckt kräftiger. Frische Minze und Koriandergrün sind wichtig für den Geschmack, getrocknete Kräuter taugen hier wenig. Beides gibt es im Supermarkt im Topf oder im Asialaden im Bund. Für die Panade eignen sich feine Semmelbrösel oder grobe Panko-Brösel, die besonders knusprig werden.
Vorbereitung des Gerichts
Weichen Sie das Toastbrot ohne Rinde 5 Minuten in Milch oder Wasser ein und drücken Sie es gut aus. Hacken Sie Zwiebel, Chili und Kräuter sehr fein, grobe Stücke lassen die Masse beim Braten auseinanderfallen. Stellen Sie zwei tiefe Teller bereit, einen mit verquirltem Ei, einen mit Semmelbröseln. Für eine Partyplatte mit 20 Stück verdoppeln Sie die Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Hack, ausgedrücktes Brot, Zwiebel, Chili, Ingwer, Knoblauch, Minze, Koriander, Garam Masala, Kurkuma, Salz und Pfeffer in einer Schüssel 2 Minuten gründlich verkneten.
- Mit feuchten Händen 8 bis 10 kleine Rollen von etwa 6 cm Länge oder flache Ovale von 1,5 cm Dicke formen.
- Die Fricadels 15 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
- Jede Fricadel erst im Ei, dann in den Semmelbröseln wälzen und die Brösel leicht andrücken.
- Das Öl in einer Pfanne auf mittlere Hitze bringen und die Fricadels darin rundum 8 bis 10 Minuten goldbraun braten, dabei mehrmals wenden.
- Auf Küchenpapier abtropfen lassen und warm oder kalt servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Gluten steckt im Toastbrot und in den Semmelbröseln. Ersetzen Sie beides durch glutenfreies Brot und glutenfreies Paniermehl oder gemahlene Cornflakes ohne Malz. Zum Binden genügt auch 1 EL Kichererbsenmehl. Laktose kommt nur über die Milch zum Einweichen ins Rezept, Wasser funktioniert genauso. Damit sind die Fricadels schnell laktosefrei.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier eignet sich eine Masse aus 200 g gekochten, zerdrückten Kartoffeln, 100 g fein geriebenem Paneer und 50 g Erbsen mit denselben Gewürzen. Das ähnelt dem indischen Aloo Tikki. Veganer nehmen statt Paneer zerbröselten Tofu und panieren mit einer Mischung aus 3 EL Kichererbsenmehl und 4 EL Wasser statt Ei. Auch Erbsenprotein-Hack funktioniert mit gleicher Menge.
Weitere Tipps und Tricks
Braten Sie nicht zu heiß, sonst sind die Brösel dunkel, bevor das Fleisch durch ist. Mittlere Hitze und Geduld sind besser. Wenn die Masse beim Formen klebt, hilft kaltes Wasser an den Händen. Gebratene Fricadels halten im Kühlschrank drei Tage. Roh paniert lassen sie sich auf einem Blech vorfrieren und dann zwei Monate im Gefrierbeutel lagern. Gefroren direkt in die Pfanne geben und 4 Minuten länger braten.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer es schärfer möchte, nimmt zwei grüne Chilis und eine Prise Cayennepfeffer. Für Kinder lassen Sie das Chili weg. Ein Teelöffel Zitronensaft in der Masse macht sie frischer. Als Hauptgericht passen die Fricadels zu Kartoffelpüree und Erbsen oder in eine einfache Tomatensauce, wo sie 10 Minuten nachziehen. Manche Familien formen sie größer und servieren sie als Burger.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Rinderhack eignen sich Lamm-, Hähnchen- oder Putenhack. Minze lässt sich durch Petersilie ersetzen, dann fehlt aber die Frische. Fehlt Garam Masala, mischen Sie Zimt, Kreuzkümmel und Nelke zu gleichen Teilen. Statt Toastbrot binden auch 2 EL Haferflocken. Bei Panko werden die Fricadels krosser als mit klassischen Semmelbröseln.
Ideen für passende Getränke
Zu Fricadels passt ein heißer Masala Chai oder ein starker Assam-Tee mit Milch. Wer kalt trinken mag, wählt eine Mango-Lassi oder Nimbu Pani, die indische Limettenlimonade. Auch ein gekühlter Ingwer-Zitronen-Eistee nimmt die Würze gut auf.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richten Sie die Fricadels auf einer großen Platte an, mit Limettenspalten und roten Zwiebelringen dazwischen. In die Mitte stellen Sie ein Schälchen Tamatar Chutney oder Minz-Joghurt zum Dippen. Für ein Partybuffet passen sie neben Samosas und Gemüse-Pakoras.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Der Name Fricadels geht auf das europäische Wort für Frikadelle zurück, das es im Deutschen, Niederländischen und Dänischen gibt. Niederländer und Dänen unterhielten in Indien Handelsposten, die Dänen etwa in Tranquebar und Serampore. Über welchen Weg genau das Gericht in die anglo-indische Küche kam, ist nicht gesichert. Die Kochbuchautorin Bridget White führt Frikkadels als Dutch forced meat balls, also niederländische Fleischbällchen, und serviert sie auf Kartoffelpüree. Auch in Sri Lanka kennt man Frikkadels aus der Küche der Burgher. In Europa entsprechen ihnen etwa die dänischen Frikadeller.
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Zusammenfassung: Fricadels
Fricadels verbinden europäische Frikadelle und indische Gewürze. Das Hack bekommt Würze von Ingwer, Chili und frischen Kräutern, die Panade macht es knusprig. Sie sind schnell gemacht, lassen sich gut vorbereiten und schmecken warm und kalt.
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