Vorstellung Ball Curry
Ball Curry stammt aus der Küche der Anglo-Inder, der Nachkommen europäischer und indischer Familien. Gemeint sind Hackfleischbällchen, die nicht angebraten, sondern direkt in der Sauce gegart werden. Dadurch bleiben sie zart und locker. Die Sauce besteht aus gebräunten Zwiebeln, Tomaten, Ingwer, Knoblauch und gemahlenen Gewürzen. Traditionell bindet man sie mit geriebener Kokosnuss, dieses Rezept nimmt einfacher Kokosmilch. Sie ist rotbraun, mittelscharf und leicht süßlich. In Städten wie Kolkata, Chennai und Bangalore, wo viele Anglo-Inder leben, kommt es klassisch mit gelbem Kokosreis und einem scharfen Chutney auf den Tisch. Es ähnelt dem nordindischen Kofta Curry, ist aber milder und cremiger.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 300 g Rinderhack oder Lammhack
- 1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt
- 1 grüne Chilischote, fein gehackt
- 1 TL frisch geriebener Ingwer
- 2 EL gehacktes Koriandergrün
- 1/2 TL Garam Masala
- 1/2 TL Salz
- 1 EL Reismehl oder Kichererbsenmehl
- 1 große Zwiebel für die Sauce
- 2 Knoblauchzehen
- 1 TL Ingwer, gerieben
- 2 Tomaten
- 2 EL Pflanzenöl
- 1 Zimtstange (3 cm)
- 3 Gewürznelken
- 1 TL Chilipulver
- 1 1/2 TL gemahlener Koriander
- 1/2 TL Kurkuma
- 200 ml Kokosmilch
- 150 ml Wasser
- Salz nach Geschmack
Einkaufen der Zutaten
Nehmen Sie Hack mit etwas Fett, mageres Hack ergibt trockene Bällchen. In anglo-indischen Familien ist Rind üblich, Lamm schmeckt kräftiger. Kokosmilch kaufen Sie am besten mit mindestens 60 % Kokosanteil, die dünnen Sorten mit Verdickungsmitteln binden schlechter. Frisches Koriandergrün und grüne Chilis finden Sie im Asialaden oft günstiger als im Supermarkt. Reismehl liegt dort ebenfalls im Regal.
Vorbereitung des Gerichts
Vermengen Sie das Hack mit der fein gehackten Zwiebel, Chili, Ingwer, Koriandergrün, Garam Masala, Salz und Reismehl. Kneten Sie die Masse 2 Minuten, bis sie zusammenhält. Mit feuchten Händen formen Sie etwa 14 Bällchen von 3 cm Durchmesser und legen sie 20 Minuten in den Kühlschrank. Dann zerfallen sie in der Sauce nicht. Schneiden Sie die große Zwiebel in Halbringe, hacken Sie den Knoblauch und würfeln Sie die Tomaten.
Anleitung für die Zubereitung
- Das Öl in einer breiten Pfanne mit Deckel erhitzen und Zimt und Nelken 30 Sekunden darin rösten.
- Die Zwiebel zugeben und bei mittlerer Hitze 10 Minuten goldbraun braten, dann Knoblauch und Ingwer 1 Minute mitbraten.
- Chilipulver, Koriander und Kurkuma mit 2 EL Wasser einrühren und 1 Minute braten, bis es duftet.
- Die Tomaten zugeben und 6 bis 8 Minuten zu einer dicken Masse einkochen.
- Kokosmilch und 150 ml Wasser angießen, salzen und die Sauce aufkochen lassen.
- Die Bällchen nebeneinander in die köchelnde Sauce legen, nicht umrühren, sondern die Pfanne nur leicht schwenken.
- Zugedeckt bei kleiner Hitze 20 Minuten garen, dann die Bällchen vorsichtig wenden und offen weitere 10 Minuten köcheln, bis die Sauce sämig ist.
- Abschmecken und mit Koriandergrün bestreut servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Das Ball Curry ist glutenfrei, wenn Sie Reismehl oder Kichererbsenmehl zum Binden nehmen. Manche Familien nehmen Semmelbrösel, die Sie dann gegen glutenfreie Brösel tauschen. Milchprodukte kommen in diesem Rezept nicht vor, Kokosmilch ist pflanzlich. Damit ist das Gericht in dieser Form laktosefrei.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier eignen sich Bällchen aus 250 g geriebenem Paneer und 150 g gekochten, zerdrückten Kartoffeln, gebunden mit 2 EL Kichererbsenmehl. Diese Bällchen vorher in Öl goldbraun braten, sonst zerfallen sie, und erst kurz vor dem Servieren in die Sauce geben, ähnlich wie bei Malai Kofta. Veganer nehmen festen Tofu statt Paneer oder ein Erbsenprotein-Hack.
Weitere Tipps und Tricks
Das Wichtigste ist Geduld nach dem Einlegen. Wer die Bällchen in den ersten Minuten bewegt, zerbricht sie. Die Sauce sollte nur leise köcheln. Ist sie zu dick, verdünnen Sie mit etwas Wasser. Das Curry hält im Kühlschrank drei Tage und schmeckt aufgewärmt sehr gut. Eingefroren bleibt es drei Monate frisch. Für vier Personen verdoppeln Sie alle Mengen und nehmen einen breiten Topf.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Viele Familien geben 2 geschälte, geviertelte Kartoffeln mit in die Sauce, dann 10 Minuten vor den Bällchen. Auch halbierte hart gekochte Eier werden gern dazugelegt. Für mehr Schärfe kommen zwei längs geschlitzte grüne Chilis in die Sauce. Mildere Varianten ersetzen das Chilipulver durch edelsüßes Paprikapulver. Eine Handvoll Erbsen gibt Farbe.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Rinderhack eignen sich Lamm, Hähnchen oder Pute, dann die Garzeit um 5 Minuten kürzen. Kokosmilch lässt sich durch 100 g Naturjoghurt ersetzen, den Sie am Ende bei kleiner Hitze unterrühren. Fehlt frischer Ingwer, nehmen Sie 1/2 TL gemahlenen. Statt ganzem Zimt und Nelken genügt eine Prise der gemahlenen Gewürze.
Ideen für passende Getränke
Zu Ball Curry passt süße Mango-Lassi, die die Schärfe abfängt. Gekühltes Kokoswasser ist leicht und erfrischend. Nach dem Essen passt ein starker schwarzer Tee mit Milch und Zucker.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie das Curry in einer flachen Schüssel, damit die Bällchen gut zu sehen sind. Daneben gehört gelber Kokosreis, der mit Kurkuma gekocht wird, oder ein Pulao. Ein kleines Schälchen Tamatar Chutney und ein paar Gurkenscheiben runden den Teller ab.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Anglo-Inder gehen vor allem auf Verbindungen britischer Männer mit indischen Frauen seit dem 17. Jahrhundert zurück, zur Zeit der Ostindien-Kompanie. Ihre Küche verbindet europäische Gewohnheiten mit indischen Gewürzen. Hackfleischbällchen kannten beide Seiten, als Kofta in den Mogulküchen und als Frikadelle in Europa. Die Kochbuchautorin Bridget White vermutet einen Ursprung in den Fleischbällchen früher niederländischer Siedler. Sie erklärt auch den Spitznamen Bad Word Curry, denn das englische Wort ball galt früher als anzüglich. Datum und Ort der Entstehung sind nicht überliefert, das Rezept wird bis heute in den Familien weitergegeben.
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Zusammenfassung: Ball Curry
Ball Curry sind zarte Hackfleischbällchen, die in Tomaten-Kokos-Sauce gar ziehen, statt in der Pfanne zu braten. Das macht das Gericht einfach und saftig. Mit Kokosreis, Chutney und einer Tasse Tee wird daraus ein typisches anglo-indisches Familienessen.
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