Vorstellung Chicken Lollipop
Chicken Lollipop gehören in Indien auf fast jede Speisekarte mit indochinesischen Gerichten, vom Straßenstand in Kolkata bis zum Hochzeitsbuffet in Mumbai. Für die Lollis nimmt man den Oberarm des Hähnchenflügels, den kleinen Schenkel, der wie eine Mini-Keule aussieht. Das Fleisch wird vom dünnen Ende gelöst und nach oben geschoben. Der freie Knochen dient als Griff. Die Marinade aus Ingwer, Knoblauch, Sojasauce und Chili zieht tief ein, der Teig aus Stärke und Mehl macht die Oberfläche kross. Die meisten Restaurants färben die Lollis knallrot. Gegessen werden sie als Vorspeise, auf Partys oder zum Feierabend mit einem scharfen Dip.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 8 Hähnchenflügel-Oberarme (Drumettes, etwa 400 g)
- Für die Marinade 1 TL Ingwer-Knoblauch-Paste
- 1 TL Kashmiri-Chilipulver (mild, kräftig rot)
- 1 EL helle Sojasauce
- 1 TL Reisessig oder Weißweinessig
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer
- Für den Teig 3 EL Speisestärke
- 2 EL Weizenmehl
- 1 Ei
- 1 bis 2 EL Wasser
- 500 ml neutrales Öl zum Frittieren
- 1 Frühlingszwiebel zum Garnieren
- 3 EL Schezwan-Sauce oder scharfe Chilisauce zum Dippen
Einkaufen der Zutaten
Hähnchenflügel bekommen Sie beim Metzger oder im Supermarkt, oft schon geteilt. Fragen Sie gezielt nach dem Oberarm, im Handel auch Drumette genannt. Aus dem flachen Mittelstück lassen sich ebenfalls Lollis formen, dafür ziehen Sie den dünneren der beiden Knochen heraus, das ist aber fummeliger. Kashmiri-Chilipulver gibt es im indischen Laden, es färbt stark und ist mild. Edelsüßes Paprikapulver mit einer Prise Cayenne kommt ihm nahe. Fertige Ingwer-Knoblauch-Paste im Glas spart Zeit. Schezwan-Sauce, die indische Variante einer Sichuan-Chilisauce, steht im Asialaden und im indischen Supermarkt.
Vorbereitung des Gerichts
Formen Sie zuerst die Lollis. Schneiden Sie mit einem scharfen, kleinen Messer am dünnen Ende rund um den Knochen durch Haut und Sehnen. Schieben Sie Fleisch und Haut mit Messerrücken und Fingern zum dicken Ende, bis eine kompakte Kugel entsteht. Ziehen Sie lose Sehnen vom freien Knochen ab. Mischen Sie alle Zutaten der Marinade, wenden Sie die Lollis darin und lassen Sie sie abgedeckt mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ziehen, über Nacht schmecken sie kräftiger.
Anleitung für die Zubereitung
- Nehmen Sie die marinierten Lollis 15 Minuten vor dem Frittieren aus dem Kühlschrank.
- Verrühren Sie Speisestärke, Mehl, Ei und 1 bis 2 EL Wasser zu einem dicken Teig, der am Löffel hängen bleibt. Geben Sie die Lollis hinein und wenden Sie sie, bis das Fleisch rundum bedeckt ist. Der Knochen bleibt frei.
- Erhitzen Sie das Öl in einem kleinen, hohen Topf auf 170 °C. Ein Holzlöffelstiel bildet bei dieser Temperatur feine Bläschen.
- Frittieren Sie 4 Lollis gleichzeitig 6 bis 7 Minuten, bis sie dunkelgolden sind. Wenden Sie sie nach der Hälfte der Zeit.
- Prüfen Sie einen Lolli an der dicksten Stelle. Das Fleisch muss bis zum Knochen weiß sein, ein Thermometer zeigt mindestens 75 °C.
- Lassen Sie die Lollis auf einem Gitter oder Küchenpapier 2 Minuten abtropfen und frittieren Sie die zweite Portion.
- Wickeln Sie nach Wunsch ein Stück Alufolie um jeden Knochen und bestreuen Sie die Lollis mit fein geschnittener Frühlingszwiebel.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Lollis lassen Sie das Weizenmehl weg und nehmen 5 EL Speisestärke oder je zur Hälfte Stärke und Reismehl. Die Kruste wird dann sogar etwas knuspriger. Ersetzen Sie die Sojasauce durch glutenfreie Tamari und prüfen Sie die Schezwan-Sauce, manche Sorten enthalten Weizen. Das Rezept enthält keine Milchprodukte und ist damit laktosefrei.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarier bekommen eine ähnliche Vorspeise mit festen Blumenkohlröschen, ganz wie bei Gobhi Manchurian. Nehmen Sie 300 g Röschen, kochen Sie sie 3 Minuten vor und behandeln Sie sie wie das Fleisch. Ein Zahnstocher ersetzt den Knochen. Für die vegane Version lassen Sie das Ei weg und rühren den Teig mit 3 EL Wasser an. Festes Tofu in dicken Stücken, 200 g, funktioniert ebenso gut.
Weitere Tipps und Tricks
Zu heißes Öl bräunt die Kruste, bevor das Fleisch am Knochen gar ist. Bleiben Sie deshalb bei 170 °C und frittieren Sie nur wenige Stücke auf einmal, sonst sinkt die Temperatur. Je fester die Fleischkugel geformt ist, desto saftiger bleibt sie. Rohe, marinierte Lollis halten sich 24 Stunden im Kühlschrank. Fertige Lollis werden im Ofen bei 200 °C in 8 Minuten wieder knusprig, in der Mikrowelle weichen sie auf.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Im Restaurant gibt es oft Drums of Heaven, das sind Lollis, die nach dem Frittieren in einer dicken, scharfen Sauce aus Knoblauch, Sojasauce und Chilisauce geschwenkt werden. Wer es weniger scharf mag, halbiert das Chilipulver und reicht Joghurt mit Minze dazu. Für eine fettärmere Variante bestäuben Sie die marinierten Lollis nur mit 2 EL Speisestärke statt sie in den Teig zu tauchen und backen Sie sie bei 220 °C Umluft 25 Minuten, nach 12 Minuten wenden.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Kashmiri-Chili nehmen Sie 1 TL edelsüßes Paprikapulver und 1/4 TL Cayennepfeffer. Reisessig lässt sich durch Zitronensaft ersetzen. Statt Ei können Sie 3 EL Joghurt in den Teig rühren, dann wird die Kruste weicher. Wenn Ihnen das Formen zu aufwendig ist, nehmen Sie kleine Hähnchenunterschenkel und schieben nur das obere Drittel des Fleisches zusammen.
Ideen für passende Getränke
Zu scharfen Lollis passt ein kühles süßes Lassi mit Joghurt und Kardamom, wie das Lassi aus Pakistan. Gut ist auch eine Limonade mit frischer Limette und etwas schwarzem Salz, in Indien Nimbu Pani genannt. Eisgekühlter Ingwertee mit Zitrone nimmt die Schärfe ebenfalls.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Stellen Sie die Lollis mit dem Knochen nach oben in ein schmales Glas oder legen Sie sie sternförmig auf einen runden Teller. Die Schezwan-Sauce kommt in ein kleines Schälchen in die Mitte. Frühlingszwiebelringe, Zwiebelringe und Limettenviertel am Rand sehen frisch aus und machen den Teller farbiger.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Chicken Lollipop gehören zur indochinesischen Küche. Sie entstand im Umfeld der chinesischen Gemeinde in Kolkata, die vor allem aus Hakka bestand, und passte chinesische Techniken an indische Gewürze an. Von dort verbreitete sie sich nach Mumbai und in ganz Indien. Wer die Lollis zuerst gemacht hat, ist nicht belegt. Besser dokumentiert ist die Geschichte des Chicken Manchurian, das der Koch Nelson Wang 1975 im Cricket Club of India in Mumbai erfunden haben soll und das zum Vorbild vieler indochinesischer Gerichte wurde. Heute gibt es Chicken Lollipop in fast jedem indochinesischen Restaurant in Indien, oft neben Veg Manchurian.
Weitere Rezeptvorschläge
Noch mehr Ideen: 143 weitere Rezepte aus Indien entdecken.
Zusammenfassung: Chicken Lollipop
Chicken Lollipop verbinden scharfe Marinade, knusprige Kruste und einen praktischen Griff aus Knochen. Die meiste Arbeit steckt im Formen, die Marinade darf ruhig über Nacht ziehen. Beim Frittieren zählt die richtige Temperatur, dann sind die Lollis innen saftig und außen kross.
Rezepte-Planer
Füge das Rezept dem Tages-Planer hinzu. Zum Planer hier klicken.






