Vorstellung Chakli
Chakli sind frittierte Spiralen aus einem gewürzten Mehlteig, typisch für Maharashtra und Karnataka, beliebt auch in Gujarat. Die Form erinnert an eine Schnecke mit mehreren Windungen. Klassisch nimmt man in Maharashtra Bhajani, ein Mehl aus gerösteten Reis-, Linsen- und Getreidekörnern. Schneller geht die Variante aus Reismehl mit etwas Kichererbsenmehl, die wir hier zeigen. Sesam, Kreuzkümmel, Chili, Kurkuma und Asafoetida würzen den Teig. Chakli sind salzig, leicht scharf und sehr knusprig. Man knabbert sie zum Tee, reicht sie Gästen und packt sie in die Diwali-Teller, die Nachbarn und Verwandte einander schenken. In Tamil Nadu heißt ein enger Verwandter Murukku.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 150 g feines Reismehl
- 40 g Kichererbsenmehl (indisch Besan)
- 1 TL heller Sesam
- 1/2 TL Kreuzkümmel, ganz
- 1/2 TL Chilipulver (indisch, mittelscharf)
- 1/4 TL Kurkuma
- 1 Prise Asafoetida (Hing, Stinkasant)
- 3/4 TL Salz
- 2 EL Rapsöl oder Ghee, heiß
- etwa 130 bis 150 ml warmes Wasser
- 500 ml neutrales Öl zum Frittieren
Einkaufen der Zutaten
Reismehl muss sehr fein sein. Am besten eignet sich indisches oder thailändisches Reismehl aus dem Asialaden, grobes Reismehl aus dem Reformhaus macht die Chakli bröselig. Kichererbsenmehl gibt es im Supermarkt, im indischen Laden heißt es Besan. Asafoetida, auf Deutsch Stinkasant, kaufen Sie als gelbes Pulver in kleinen Dosen. Es riecht roh streng, im heißen Fett wird es mild und zwiebelartig. Unverzichtbar ist eine Chakli-Presse mit Sternscheibe. Ein Gebäckspritzer mit Sterntülle funktioniert im Notfall auch.
Vorbereitung des Gerichts
Rösten Sie das Kichererbsenmehl 2 Minuten ohne Fett in einer Pfanne bei kleiner Hitze, bis es leicht duftet, und lassen Sie es abkühlen. Schneiden Sie sechs kleine Quadrate aus Backpapier zu, etwa 10 mal 10 cm, darauf pressen Sie die Spiralen. Setzen Sie die Sternscheibe in die Presse und fetten Sie das Innere leicht. Die Menge ergibt etwa 15 Chakli. Für eine große Diwali-Dose verdoppeln oder verdreifachen Sie die Zutaten und bereiten den Teig in Portionen zu, damit er nicht austrocknet.
Anleitung für die Zubereitung
- Mischen Sie Reismehl, geröstetes Kichererbsenmehl, Sesam, Kreuzkümmel, Chilipulver, Kurkuma, Asafoetida und Salz in einer Schüssel.
- Gießen Sie die 2 EL heißes Öl darüber und reiben Sie es mit einem Löffel und dann mit den Fingern ein, bis keine Klümpchen mehr da sind.
- Geben Sie das warme Wasser nach und nach dazu und kneten Sie einen weichen, glatten Teig, der sich wie weiche Knete anfühlt und beim Drücken nicht reißt.
- Füllen Sie eine Portion Teig in die Presse und drücken Sie auf jedes Backpapierquadrat eine Spirale mit etwa 6 bis 7 cm Durchmesser; das Ende drücken Sie leicht an die äußere Windung.
- Erhitzen Sie das Frittieröl in einem Topf oder Wok auf 170 °C; ein Teigstückchen soll sofort sprudelnd an die Oberfläche steigen.
- Schieben Sie 3 bis 4 Spiralen vom Papier direkt ins Öl und senken Sie die Hitze auf mittlere Stufe.
- Frittieren Sie die Chakli 5 bis 6 Minuten, wenden Sie sie nach der Hälfte, bis sie goldbraun sind und das Sprudeln am Rand fast aufhört.
- Heben Sie die Chakli mit einer Schaumkelle heraus und lassen Sie sie senkrecht auf Küchenpapier abtropfen und vollständig abkühlen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Reismehl und Kichererbsenmehl sind glutenfrei, die Chakli also im Grunde auch. Ein Haken ist das Asafoetida. Die meisten Mischungen im Handel enthalten Weizenmehl als Trägerstoff. Kaufen Sie ausdrücklich glutenfreies Hing auf Reismehlbasis oder lassen Sie es weg. Laktose enthält das Rezept nicht, solange Sie Öl statt Ghee in den Teig geben. Wer Ghee nimmt, sollte wissen, dass es nur Spuren von Laktose enthält.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Chakli sind vegetarisch und mit Rapsöl im Teig auch vegan. Ghee ist die einzige tierische Zutat und lässt sich 1 zu 1 durch Öl ersetzen. Wer weniger Fett möchte, backt die Spiralen auf einem Blech mit Backpapier im Ofen bei 180 °C etwa 20 bis 25 Minuten und wendet sie einmal. Dafür vorher dünn mit Öl bestreichen. Sie werden dann eher hart als blättrig, schmecken aber gut.
Weitere Tipps und Tricks
Bricht der Teig beim Pressen, ist er zu trocken. Kneten Sie 1 EL warmes Wasser ein. Saugen die Chakli viel Öl auf oder zerfallen sie im Topf, war der Teig zu nass oder das Öl zu kalt. Zu heißes Öl bräunt außen, während die Mitte weich bleibt. Lagern Sie die Chakli erst vollständig abgekühlt in einer luftdichten Dose. Dort bleiben sie 2 bis 3 Wochen knusprig. Weich gewordene Chakli 5 Minuten bei 150 °C im Ofen aufknuspern.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mehr Schärfe bekommt der Teig mit 1 TL fein gehackter grüner Chili oder etwas Knoblauchpaste. Mit 1 EL Butter im Teig werden die Chakli mürber, so macht man sie in Teilen von Südindien. Wer Ajwain (indischer Kümmel) mag, ersetzt den Kreuzkümmel damit, der Geschmack wird dann thymianartig. Mit einer Scheibe mit kleinem Loch statt Stern gepresst entstehen feine Fäden ähnlich wie bei Sev, die man in Sev Puri streut.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Kichererbsenmehl können Sie Urdbohnenmehl nehmen, das ist näher am Original und macht die Chakli besonders knusprig. Wer Bhajani-Mehl im indischen Laden findet, ersetzt damit Reismehl und Besan komplett. Weißer Sesam lässt sich durch schwarzen ersetzen. Fehlt indisches Chilipulver, nehmen Sie halb so viel Cayennepfeffer und halb edelsüßen Paprika für die Farbe.
Ideen für passende Getränke
Zum würzigen Knabberzeug trinkt man in Westindien vor allem Masala Chai mit Milch und Ingwer. Kühl passt ein gesalzener Lassi oder ein Glas Buttermilch mit Kreuzkümmel, in Gujarat Chaas genannt. Wer Säure mag, nimmt eine frisch gepresste Limettenlimonade.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Legen Sie die Chakli auf eine flache Platte, leicht überlappend wie Dachziegel. Auf einem Diwali-Teller kommen sie neben süße Stücke wie Besan Ladoo und neben herzhafte Bhakarwadi. Eine kleine Schale mit grünem Koriander-Chutney in der Mitte lädt zum Dippen ein. Als Mitbringsel füllen Sie sie in Gläser mit Schraubdeckel.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Chakli gehören in Maharashtra zum Faral, der Sammlung süßer und salziger Diwali-Leckereien, die Familien vor dem Fest zubereiten. Auch in Gujarat, Karnataka und Goa sind sie verbreitet, in Tamil Nadu und Kerala heißt die verwandte Spirale Murukku. Wo das Gebäck zuerst gemacht wurde, lässt sich nicht genau belegen. Ayurvedische Texte beschreiben mit Saskuli einen gepressten, frittierten Teig aus Reismehl und Sesam. Ein Rezept, das dem heutigen Chakli nahekommt, wird dem Kochbuch Soopa Shastra von 1509 zugeschrieben, mit Mehl aus Reis, Kichererbsen und Urdbohnen. Die Handpresse aus Messing oder Holz, inzwischen auch aus Kunststoff, gibt es in jedem indischen Haushaltswarenladen.
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Zusammenfassung: Chakli
Für Chakli braucht es eine Presse, einen weichen Teig und Öl bei gleichmäßiger, mittlerer Hitze. Der Rest ist Übung, die ersten zwei Spiralen werden selten schön. In einer gut schließenden Dose bleiben sie wochenlang knusprig und reichen über die ganzen Feiertage.
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