Vorstellung Salzkartoffeln
Salzkartoffeln sind rohe, geschälte Kartoffeln, die in gesalzenem Wasser gekocht werden. Der Unterschied zur Pellkartoffel liegt im Schälen vor dem Kochen. Dadurch nimmt die Kartoffel das Salz direkt auf und schmeckt bis in die Mitte gewürzt. Gut gemacht sind sie hellgelb, halten beim Aufspießen ihre Form und zerfallen erst auf der Zunge. Sie gehören zu Braten mit Soße, zu Fisch in Senfsoße, zu Gulasch und zu fast jedem Sonntagsessen zwischen Kiel und Passau. Mit gehackter Petersilie und einem Stück Butter heißen sie Petersilienkartoffeln. Für eine Person rechnet man als Beilage 200 bis 250 g geschälte Kartoffeln.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 500 g festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln
- etwa 1 l Wasser
- 1 TL Salz (etwa 6 g)
- 15 g Butter
- 1 EL frisch gehackte glatte Petersilie (nach Wunsch)
- 1 Prise Muskatnuss (nach Wunsch)
Einkaufen der Zutaten
Die Sorte entscheidet mehr als alles andere. Festkochende Kartoffeln wie Linda, Annabelle oder Sieglinde behalten ihre Form und eignen sich für Fisch und helle Soßen. Vorwiegend festkochende Sorten wie Belana oder Gala sind etwas lockerer und nehmen Bratensoße besser auf. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen beim Kochen und gehören in Püree oder Suppe. Kaufen Sie Kartoffeln ohne grüne Stellen und ohne Keime, möglichst in ähnlicher Größe. Die Frühkartoffeln ab Juni haben eine dünne Schale und schmecken nussig, Lagerkartoffeln im Winter sind etwas stärkereicher und brauchen ein paar Minuten länger.
Vorbereitung des Gerichts
Schälen Sie die Kartoffeln mit einem Sparschäler dünn und stechen Sie Augen und grüne Stellen großzügig aus. Schneiden Sie große Knollen so, dass alle Stücke etwa gleich groß sind, ideal sind 4 bis 5 cm. Kleine Stücke werden sonst matschig, während große innen noch hart sind. Legen Sie die geschälten Kartoffeln sofort in kaltes Wasser, damit sie nicht grau anlaufen. So können sie bis zu zwei Stunden warten. Waschen und hacken Sie die Petersilie erst kurz vor dem Servieren.
Anleitung für die Zubereitung
- Geben Sie die Kartoffelstücke in einen Topf und gießen Sie so viel kaltes Wasser an, dass sie etwa 1 cm bedeckt sind.
- Streuen Sie das Salz hinein, etwa 1 TL pro Liter Wasser, und setzen Sie einen Deckel auf.
- Bringen Sie das Wasser bei großer Hitze zum Kochen und schalten Sie dann auf mittlere Hitze herunter, sodass es nur noch leise sprudelt.
- Garen Sie die Kartoffeln 18 bis 22 Minuten, je nach Größe und Sorte.
- Stechen Sie mit einem spitzen Messer in das größte Stück. Gleitet es ohne Widerstand hinein, sind die Kartoffeln fertig.
- Gießen Sie das Wasser vollständig ab, am einfachsten mit aufgelegtem Deckel über dem Spülbecken.
- Stellen Sie den Topf ohne Deckel 1 bis 2 Minuten zurück auf die ausgeschaltete, noch warme Platte und schwenken Sie ihn ein paarmal, bis die Oberfläche matt und trocken ist.
- Geben Sie Butter, Petersilie und nach Wunsch etwas Muskat dazu, schwenken Sie alles kurz durch und servieren Sie sofort.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Salzkartoffeln sind von Natur aus glutenfrei. Achten Sie nur bei fertigen Gewürzsalzen auf Zusätze, reines Speisesalz ist unbedenklich. Laktose steckt allein in der Butter, und die enthält davon nur sehr wenig. Wer ganz darauf verzichten muss, nimmt laktosefreie Butter oder schwenkt die Kartoffeln in 1 EL Rapsöl mit etwas Petersilie. Mit Olivenöl und Rosmarin passen sie dann besser zu Fisch und Gemüse.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Ohne Butter sind Salzkartoffeln vegan. Nehmen Sie statt 15 g Butter dieselbe Menge Pflanzenmargarine auf Rapsölbasis oder 1 EL gutes Rapsöl. Für eine vegane Hauptmahlzeit passen sie zu einer Pilzrahmsoße mit Hafersahne oder zu Leinöl mit Sojaquark nach Lausitzer Art. Vegetarier essen sie klassisch mit Spiegelei und Spinat oder mit einer hellen Senfsoße und hartgekochten Eiern.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu wenig Salz. Das Wasser sollte leicht nach Brühe schmecken, sonst bleiben die Kartoffeln fade. Lassen Sie die fertigen Kartoffeln nie im Kochwasser stehen, sie saugen sich voll und werden wässrig. Halten Sie sie lieber im abgedampften Topf mit einem Küchentuch unter dem Deckel 15 Minuten warm. Reste halten im Kühlschrank zwei bis drei Tage und schmecken am nächsten Tag als Bratkartoffeln besser als frisch gekochte, weil die abgekühlte Stärke fester wird. Für vier Personen verdoppeln Sie Kartoffeln, Wasser und Salz einfach.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für Petersilienkartoffeln nehmen Sie 2 EL Petersilie und etwas mehr Butter. Dill passt besonders zu Fisch, Schnittlauch zu Quark. Wer es würziger mag, kocht ein Lorbeerblatt und eine Prise Kümmel mit. Kleine Drillinge können Sie ungeschält kochen, dann werden daraus Pellkartoffeln. Ein Teelöffel gerösteter Semmelbrösel in der Butter gibt eine leichte Kruste.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Steht keine festkochende Sorte zur Verfügung, gehen auch vorwiegend festkochende Kartoffeln, dann 2 bis 3 Minuten kürzer kochen. Grobes Meersalz kann Speisesalz ersetzen, die Menge bleibt gleich. Statt Butter eignet sich Butterschmalz, das ein kräftigeres Aroma hat. Frische Petersilie lässt sich durch Kerbel, Liebstöckel oder tiefgekühlte Kräuter ersetzen, getrocknete Petersilie schmeckt dagegen nach wenig.
Ideen für passende Getränke
Zu Salzkartoffeln richtet sich das Getränk nach dem Hauptgericht. Zu Braten passt eine Johannisbeerschorle, zu Fisch ein Glas Mineralwasser mit Zitrone. Ein naturtrüber Apfelsaft mit Sprudel ist eine gute Wahl für die ganze Familie. Wer etwas Herbes mag, trinkt einen kalten Kräutertee mit Minze.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Salzkartoffeln in einer vorgewärmten Schüssel, damit sie nicht schnell abkühlen. Die gehackte Petersilie streuen Sie erst kurz vor dem Auftragen darüber, sie bleibt dann grün. Auf dem Teller liegen sie neben dem Fleisch, die Soße gehört darüber oder daneben, je nach Familiengewohnheit. Zu Rinderrouladen dürfen ruhig drei, vier Stücke in der Soße liegen.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Kartoffel kam im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa und wurde in deutschen Ländern zunächst als Zierpflanze und Viehfutter angebaut. In Preußen förderte Friedrich II. den Anbau ab 1746 mit mehreren Erlassen, am bekanntesten ist der Kartoffelbefehl vom 24. März 1756. Ab dem 19. Jahrhundert wurde sie zum Grundnahrungsmittel. Das Kochen in Salzwasser ist die einfachste Zubereitung und wurde deshalb nie als eigenes Rezept festgehalten. Typische Begleiter wie die Frankfurter Grüne Soße zeigen, wie fest Salzkartoffeln in den regionalen Küchen verankert sind.
Weitere Rezeptvorschläge
Noch mehr Ideen: 463 weitere Rezepte aus Deutschland entdecken.
Zusammenfassung: Salzkartoffeln
Für gute Salzkartoffeln zählen drei Dinge, die richtige Sorte, gleich große Stücke und kräftig gesalzenes Wasser. Das kurze Abdampfen nach dem Abgießen macht sie trocken und aromatisch. Mit Butter und Petersilie werden daraus Petersilienkartoffeln, aus Resten am nächsten Tag ein Pfannengericht.
Rezepte-Planer
Füge das Rezept dem Tages-Planer hinzu. Zum Planer hier klicken.






