Vorstellung Geheirate
Geheirate ist ein Gericht aus dem Saarland. Auf dem Teller liegen Salzkartoffeln und Mehlknepp, kleine Klöße aus Mehl, Ei und Wasser, die mit dem Löffel abgestochen und in Salzwasser gegart werden. Beides wird in einer hellen Soße aus ausgelassenem Speck, Zwiebeln, Milch und Sahne vermischt. Der Geschmack ist mild, salzig vom Speck, die Knepp sind weich und etwas zäh im Biss. Manche übergießen alles nur mit ausgelassenem Speck und etwas Sahne oder Kochwasser, andere kochen eine richtige Milchsoße. Gegessen wird Geheirate als Mittagessen unter der Woche, meist mit Feldsalat oder einem anderen Blattsalat, in manchen Familien auch mit Apfelmus.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 400 g festkochende Kartoffeln
- 150 g Weizenmehl Type 405
- 1 Ei (Größe M)
- etwa 80 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
- 1/2 TL Salz für den Teig
- 1 Msp. geriebene Muskatnuss
- 100 g durchwachsener Speck in kleinen Würfeln
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- 150 ml Milch
- 100 ml Sahne
- schwarzer Pfeffer
- 1 EL gehackte Petersilie oder Schnittlauch
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Für die Geheirate brauchen Sie nichts Besonderes. Beim Speck lohnt sich ein Stück durchwachsener Bauchspeck vom Metzger, geräuchert, den Sie selbst würfeln. Fertige Speckwürfel aus der Packung sind oft sehr salzig und ziehen beim Braten Wasser. Nehmen Sie festkochende Kartoffeln wie Linda oder Annabelle, die zerfallen in der Soße nicht. Für den Knepp-Teig reicht normales Weizenmehl Type 405. Sprudelndes Mineralwasser macht die Klöße etwas lockerer als Leitungswasser.
Vorbereitung des Gerichts
Schälen Sie die Kartoffeln und schneiden Sie größere Knollen längs in zwei oder vier Stücke. Würfeln Sie die Zwiebel und, wenn nötig, den Speck. Stellen Sie einen weiten Topf mit reichlich gesalzenem Wasser für die Knepp bereit, dazu einen zweiten für die Kartoffeln. Der Teig sollte zähflüssig sein und schwer vom Löffel fallen. Für vier Personen verdoppeln Sie alle Mengen, für die Knepp nehmen Sie dann den größten Topf, den Sie haben.
Anleitung für die Zubereitung
- Kochen Sie die Kartoffeln in Salzwasser zugedeckt 18 bis 20 Minuten gar und gießen Sie sie ab.
- Verrühren Sie Mehl, Ei, Salz und Muskat mit so viel Mineralwasser, dass ein glatter, zäher Teig entsteht, und schlagen Sie ihn mit dem Kochlöffel 2 Minuten kräftig, bis er Blasen wirft.
- Bringen Sie das Salzwasser für die Knepp zum Sieden, tauchen Sie einen Esslöffel ins heiße Wasser und stechen Sie damit walnussgroße Nocken vom Teig ab.
- Lassen Sie die Knepp bei schwacher Hitze ziehen, bis sie an der Oberfläche schwimmen, und garen Sie sie dann noch 3 bis 4 Minuten weiter, heben Sie sie mit der Schaumkelle heraus.
- Braten Sie den Speck währenddessen in einer großen Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze 5 Minuten, bis er knusprig ist und Fett abgegeben hat.
- Geben Sie die Zwiebelwürfel dazu und dünsten Sie sie 3 Minuten glasig.
- Gießen Sie zuerst die Milch, dann die Sahne an, lassen Sie die Soße 3 bis 4 Minuten leise köcheln und würzen Sie mit Pfeffer, Salz brauchen Sie wegen des Specks meist nicht.
- Heben Sie Kartoffeln und Knepp vorsichtig unter die Soße, lassen Sie alles 2 Minuten durchziehen und streuen Sie die Kräuter darüber.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Knepp nehmen Sie 150 g glutenfreie Mehlmischung und 1 TL Flohsamenschalen, damit der Teig bindet, und lassen ihn 10 Minuten quellen. Kartoffeln, Speck und Soße sind glutenfrei. Laktosefrei wird die Geheirate mit laktosefreier Milch und laktosefreier Sahne. Bei geräuchertem Speck lohnt ein Blick auf das Etikett, Laktose steckt selten darin.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier ersetzen Sie den Speck durch 100 g Räuchertofu in kleinen Würfeln, angebraten in 1 EL Rapsöl, und geben 1/2 TL Rauchpaprika in die Soße. Vegan wird es mit Hafer- oder Sojadrink statt Milch und 100 ml Hafercuisine statt Sahne. Für die Knepp ersetzen Sie das Ei durch 1 EL Kichererbsenmehl und etwas mehr Wasser.
Weitere Tipps und Tricks
Zu dünner Teig zerfällt im Wasser. Testen Sie einen einzelnen Knepp, bevor Sie alle abstechen, und rühren Sie notfalls einen Esslöffel Mehl nach. Das Wasser darf nur sieden, nicht sprudeln, sonst reißen die Klöße auf. Die Soße dickt beim Stehen nach, geben Sie vor dem Servieren einen Schuss Milch dazu. Reste halten zwei Tage im Kühlschrank und lassen sich am nächsten Tag in der Pfanne anbraten, das schmeckt fast besser.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit einer Stange Lauch in feinen Ringen statt der Zwiebel wird die Soße frischer. Wer eine dickere Soße mag, bestäubt Speck und Zwiebeln mit 1 TL Mehl, bevor die Milch dazukommt. Eine bekannte Variante brät gewürfeltes Rauchfleisch statt Speck an und löscht es mit Milch ab. Ein Löffel Schmand macht die Soße säuerlicher.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Speck passen gewürfelter Schinken oder Kasseler, beides weniger fett. Sahne lässt sich durch Kochsahne mit 15 Prozent Fett oder durch mehr Milch ersetzen, die Soße wird dann dünner. Statt Mineralwasser funktioniert Milch im Teig, die Knepp werden dichter. Wer keine Knepp machen will, nimmt fertige Mehlklöße nach eigenem Rezept oder Spätzle.
Ideen für passende Getränke
Zur Geheirate passt eine kalte Apfelschorle oder ein naturtrüber Apfelsaft, die Säure hebt die milde Soße. Gut ist auch ein Glas Buttermilch oder ein Mineralwasser mit einem Schuss Holundersirup.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie die Geheirate in tiefen Tellern, Kartoffeln und Knepp gemischt, mit reichlich Soße. Die Kräuter kommen ganz zum Schluss darauf. Eine Schüssel grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing oder ein Gurkensalat daneben bringt Frische auf den Tisch.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Geheirate stammt aus der saarländischen Alltagsküche, in der Kartoffeln und Mehl die Grundlage vieler Gerichte waren. Fleisch war in vielen Haushalten knapp, ein Stück Speck musste für die ganze Familie reichen. Ein genaues Entstehungsdatum ist nicht bekannt, das Rezept wurde in Familien weitergegeben und unterscheidet sich von Haus zu Haus. Der Name meint, dass Kartoffeln und Mehlklöße im selben Topf „verheiratet“ und mit Speck vermengt werden. Verwandt sind die Grünen Klöße mit Specksoße, bei denen ebenfalls Klöße in einer Speck-Milch-Soße landen.
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Zusammenfassung: Geheirate
Geheirate ist ein schnelles, sättigendes Essen aus Vorratszutaten. Knepp abstechen, Kartoffeln kochen, Speck auslassen und alles in einer cremigen Soße zusammenbringen. Wer einmal den Rhythmus mit dem Löffel heraushat, kocht es in einer halben Stunde.
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