Vorstellung Gewürzkuchen
Gewürzkuchen ist ein dunkler Rührkuchen, der seine Farbe von Kakao und seinen Duft von Lebkuchengewürzen bekommt. In Deutschland backt man ihn vor allem im Herbst und in der Adventszeit, oft in der Kastenform, manchmal als Blechkuchen für Kaffeetafeln. Die Krume ist fein, saftig und leicht nussig, der Guss knackt beim Anschneiden. Er schmeckt nach Weihnachtsgebäck, ist aber weicher und weniger süß als Lebkuchen. Viele Rezepte nehmen geriebene Schokolade oder Nüsse in den Teig, manche einen Schuss Kaffee. Sein Vorteil ist die Haltbarkeit. Gut eingewickelt bleibt er eine Woche frisch, und am zweiten Tag ist das Aroma runder als direkt nach dem Backen.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 125 g weiche Butter
- 110 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 2 Eier (Größe M)
- 150 g Weizenmehl Type 405
- 60 g gemahlene Haselnüsse
- 1 EL Backkakao (ca. 8 g)
- 1½ TL Backpulver
- 1½ TL gemahlener Zimt
- ¼ TL gemahlene Nelken
- ¼ TL gemahlener Piment
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 1 Prise Salz
- 80 ml Milch
- 40 g Zartbitterschokolade, fein gehackt
- 100 g Zartbitterkuvertüre für den Guss
- 1 TL Kokosfett oder neutrales Öl für den Guss
Einkaufen der Zutaten
Kaufen Sie gemahlene Gewürze in kleinen Mengen, Nelken und Piment verlieren nach einem Jahr im Schrank deutlich an Kraft. Ganze Nelken frisch im Mörser gemahlen sind kräftiger, dann nehmen Sie etwas weniger. Ceylon-Zimt schmeckt feiner als Cassia-Zimt und enthält weniger Cumarin, für einen Kuchen dieser Größe ist aber beides in Ordnung. Gemahlene Haselnüsse gibt es geröstet oder ungeröstet, geröstete bringen mehr Aroma. Für den Guss ist Kuvertüre mit 50 bis 60 % Kakao besser als Tafelschokolade, weil sie dünner fließt und glänzt.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Butter und Eier eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank, kalte Eier lassen den Rührteig gerinnen. Fetten Sie eine kleine Kastenform von 20 cm Länge und bestäuben Sie sie mit Mehl, oder legen Sie sie mit Backpapier aus. Mischen Sie Mehl, Haselnüsse, Kakao, Backpulver, Gewürze und Salz in einer Schüssel. Heizen Sie den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor. Für eine große Kastenform von 30 cm verdoppeln Sie alle Mengen und backen etwa 15 Minuten länger.
Anleitung für die Zubereitung
- Schlagen Sie die Butter mit Zucker und Vanillezucker mit dem Handrührgerät 3 bis 4 Minuten hell und cremig.
- Rühren Sie die Eier einzeln unter, jedes etwa 30 Sekunden.
- Geben Sie die Mehlmischung abwechselnd mit der Milch in zwei Portionen dazu und rühren Sie nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist.
- Heben Sie die gehackte Schokolade mit einem Teigschaber unter und füllen Sie den Teig in die vorbereitete Form.
- Backen Sie den Kuchen auf der mittleren Schiene 45 bis 50 Minuten. An einem Holzstäbchen, das Sie in die Mitte stechen, darf kein feuchter Teig mehr kleben.
- Lassen Sie ihn 10 Minuten in der Form ruhen, stürzen Sie ihn dann auf ein Gitter und lassen Sie ihn ganz auskühlen.
- Schmelzen Sie die Kuvertüre mit dem Kokosfett über einem Wasserbad bei kleiner Hitze und gießen Sie sie über den kalten Kuchen.
- Lassen Sie den Guss etwa eine Stunde bei Raumtemperatur fest werden, bevor Sie den Kuchen anschneiden.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Version ersetzen Sie das Weizenmehl durch 150 g glutenfreie Mehlmischung für Kuchen und geben ½ TL Flohsamenschalen dazu, damit die Krume nicht bröselt. Prüfen Sie beim Backpulver und der Kuvertüre die Packung, beides ist meist glutenfrei. Laktosefrei wird der Kuchen mit laktosefreier Butter und Milch, die es im Kühlregal gibt. Die meisten Zartbitterkuvertüren enthalten keine Milch, achten Sie aber auf den Hinweis zu Spuren.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Der Kuchen ist vegetarisch. Vegan backen Sie ihn mit 110 g Pflanzenmargarine statt Butter und 80 ml Haferdrink statt Milch. Die beiden Eier ersetzen Sie durch 100 g ungesüßtes Apfelmus und ½ TL zusätzliches Backpulver. Das Apfelmus macht die Krume noch saftiger, nur etwas weniger locker. Nehmen Sie für Teig und Guss vegane Zartbitterschokolade, die ausdrücklich ohne Milchbestandteile hergestellt ist.
Weitere Tipps und Tricks
Wenn die Oberfläche nach 35 Minuten schon dunkel ist, legen Sie ein Stück Backpapier lose darauf. Die Gewürze schmecken schnell bitter, wenn Sie zu viel Nelke nehmen, ein Viertel Teelöffel reicht für diese Menge. Wird der Teig beim Eierunterrühren grießig, rühren Sie einen Esslöffel vom Mehl gleich mit. Bewahren Sie den Kuchen in Alufolie oder einer Blechdose auf, dann bleibt er sieben Tage saftig. Ohne Guss können Sie ihn in Scheiben bis zu drei Monate einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 1 TL Lebkuchengewürz statt der einzelnen Gewürze geht es schneller, der Geschmack wird etwas anisbetonter. Wer Kaffee mag, ersetzt die Hälfte der Milch durch kalten Espresso. Ein Esslöffel Rosinen oder gehackte Datteln machen den Kuchen fruchtiger. In der weihnachtlichen Variante kommen 30 g gewürfeltes Orangeat dazu. Statt Guss passt eine dünne Glasur aus Puderzucker und Zitronensaft. Ähnlich gewürzt, aber kräftiger, ist der Rotweinkuchen, der sich auch mit rotem Traubensaft backen lässt.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Gemahlene Mandeln ersetzen die Haselnüsse eins zu eins, bei Nussallergie nehmen Sie 50 g Mehl und 10 g Haferflocken mehr. Brauner Zucker statt weißem gibt eine leicht karamellige Note. Statt Milch geht Buttermilch, dann nur 1 TL Backpulver plus ¼ TL Natron. Die Kuvertüre lässt sich durch 100 g Zartbitterschokolade mit einem Teelöffel Öl ersetzen. Wer Piment nicht im Haus hat, nimmt eine Prise gemahlenen Kardamom, der auch in Aachener Printen steckt.
Ideen für passende Getränke
Zu einem Stück Gewürzkuchen passt ein Filterkaffee oder ein Milchkaffee. Im Winter schmeckt ein heißer Apfelpunsch ohne Alkohol aus naturtrübem Apfelsaft, Zimtstange und Orangenscheiben. Kinder bekommen einen warmen Kakao. Ein Rooibostee mit Vanille nimmt die Gewürze auf, ohne sie zu überdecken.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Schneiden Sie den Kuchen mit einem in heißes Wasser getauchten Messer, dann bricht der Guss nicht. Legen Sie die Scheiben leicht versetzt auf eine lange Holzplatte. Ein Klecks geschlagene Sahne und ein paar gehackte, geröstete Haselnüsse obendrauf reichen als Garnitur. Auf einer adventlichen Kaffeetafel steht er gut neben Lebkuchen und Plätzchen.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Gewürze im Gewürzkuchen kamen über den Fernhandel nach Europa und waren im Mittelalter teuer. Klöster und später Lebküchnerzünfte in Städten wie Nürnberg verarbeiteten sie zu Honiggebäck. Der Rührkuchen, wie er heute gebacken wird, ist jünger. Er setzt Backpulver voraus, das in Deutschland erst um 1900 als Fertigprodukt in die Haushalte kam. Ein bestimmter Ursprung oder ein Erfinder des Gewürzkuchens ist nicht bekannt. In vielen Familien steht er als Herbst- und Adventskuchen im handgeschriebenen Rezeptheft, mit leicht unterschiedlichen Gewürzen.
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Zusammenfassung: Gewürzkuchen
Ein kleiner Kasten Gewürzkuchen ist schnell gerührt und hält eine Woche. Entscheidend sind frische Gewürze in sparsamer Dosierung, zimmerwarme Zutaten und ein Guss erst auf dem ausgekühlten Kuchen. Am besten backen Sie ihn einen Tag vorher, dann haben sich die Aromen gesetzt.
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