Vorstellung Depression Cake
Der Depression Cake ist ein einfacher Gewürzkuchen aus den USA. In alten Kochbüchern heißt er auch Boiled Raisin Cake oder Milkless, Eggless, Butterless Cake, und genau das beschreibt ihn. Rosinen, brauner Zucker, Wasser, Fett und Gewürze kochen kurz in einem Topf. Nach dem Abkühlen rührt man Mehl und Natron unter. Der Teig geht im Ofen auf, weil das Natron mit dem leicht sauren Zucker-Rosinen-Sud reagiert. Der Kuchen wird dunkelbraun, mit feiner, dichter Krume, und duftet nach Zimt und Nelken. Er schmeckt wie eine milde Mischung aus Früchtebrot und Lebkuchen. Man isst ihn zum Kaffee, pur oder mit etwas Puderzucker. Gut eingepackt bleibt er eine Woche frisch.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 240 ml Wasser
- 120 g brauner Zucker
- 120 g Rosinen
- 50 ml neutrales Pflanzenöl (zum Beispiel Rapsöl)
- 1 TL gemahlener Zimt
- ½ TL gemahlene Muskatnuss
- ¼ TL gemahlene Nelken
- 1 Prise Salz
- 200 g Weizenmehl Type 405
- 1 TL Natron
- ½ TL Backpulver
- 40 g gehackte Walnüsse (nach Belieben)
- Öl und Mehl für die Form
- 1 EL Puderzucker zum Bestäuben
Einkaufen der Zutaten
Alle Zutaten finden Sie in jedem Supermarkt. Wichtig ist Natron, auf Englisch baking soda, das in kleinen Tüten neben dem Backpulver steht. Backpulver allein reicht nicht, der Kuchen bleibt sonst flach. Brauner Zucker wie Rohrohrzucker oder Muscovado gibt mehr Karamellgeschmack als weißer. Kaufen Sie weiche, ungeschwefelte Rosinen. Sultaninen sind heller und süßer, Korinthen kleiner und etwas säuerlicher, beide gehen. Gemahlene Nelken verlieren schnell ihr Aroma, ein frisches Glas lohnt sich. Als Fett nehmen Sie ein geschmacksneutrales Öl. In den 1930er-Jahren nutzten viele Hausfrauen Schmalz oder Pflanzenfett.
Vorbereitung des Gerichts
Den Sud müssen Sie vorher kochen und vollständig abkühlen lassen, rechnen Sie dafür etwa 45 Minuten. Kommt das Mehl in den warmen Sud, verliert das Natron einen Teil seiner Triebkraft zu früh. Fetten Sie eine kleine Kastenform von etwa 20 cm Länge ein und stäuben Sie sie mit Mehl aus. Eine Springform mit 18 cm Durchmesser geht auch. Mischen Sie Mehl, Natron und Backpulver in einer Schüssel und sieben Sie die Mischung. Für eine große Kastenform von 30 cm verdoppeln Sie alle Mengen und backen 15 Minuten länger.
Anleitung für die Zubereitung
- Wasser, braunen Zucker, Rosinen, Öl, Zimt, Muskat, Nelken und Salz in einem Topf aufkochen und bei mittlerer Hitze 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Den Topf vom Herd nehmen und den Sud etwa 45 Minuten abkühlen lassen, bis er nur noch lauwarm ist.
- Den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Die gesiebte Mehlmischung zum abgekühlten Sud geben und mit einem Kochlöffel nur so lange rühren, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Die Walnüsse unterheben.
- Den Teig in die vorbereitete Form füllen und glatt streichen.
- Den Kuchen auf der mittleren Schiene 40 bis 45 Minuten backen. Er ist fertig, wenn an einem Holzstäbchen kein feuchter Teig mehr haftet.
- Den Kuchen 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf ein Gitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.
- Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und in Scheiben schneiden.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Laktosefrei ist der Kuchen schon, denn er enthält weder Milch noch Butter. Für eine glutenfreie Version ersetzen Sie das Weizenmehl durch 200 g einer glutenfreien Mehlmischung für Rührkuchen und geben ½ TL Flohsamenschalenpulver dazu. Es bindet den Teig, der sonst beim Schneiden krümelt. Lassen Sie den Teig vor dem Backen 10 Minuten quellen. Prüfen Sie auch das Backpulver, die meisten Marken sind glutenfrei, manche enthalten aber Weizenstärke.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Der Depression Cake ist von Haus aus vegan, ohne dass Sie etwas austauschen müssen. Achten Sie nur auf Kleinigkeiten. Bei Margarine und Zuckerglasuren lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Wer statt Öl ein festes Fett möchte, nimmt 50 g vegane Margarine und lässt sie im Sud schmelzen. Als Topping passt eine Glasur aus 60 g Puderzucker und 1 EL Orangensaft.
Weitere Tipps und Tricks
Rühren Sie den Teig nach dem Mehl kurz. Zu langes Rühren macht den Kuchen zäh, kleine Klümpchen sind kein Problem. Der Sud muss richtig kochen, damit die Rosinen weich werden und ihr Aroma abgeben. Ist der Kuchen oben schon dunkel, innen aber noch feucht, decken Sie ihn nach 30 Minuten mit Backpapier ab. Eingewickelt in Folie hält er bei Zimmertemperatur 6 bis 7 Tage. Er schmeckt am zweiten Tag runder, weil sich die Gewürze verteilen. Scheiben lassen sich einzeln einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Sie können den Kuchen mit getrockneten Datteln, Feigen oder Aprikosen statt Rosinen backen, klein geschnitten und in gleicher Menge. Ein geriebener Apfel im Sud macht ihn saftiger. Wer Ingwer mag, gibt 1 TL gemahlenen Ingwer und 1 EL gehackten kandierten Ingwer dazu. Für Kinder reduzieren Sie die Nelken auf eine Prise. Statt in der Kastenform können Sie den Teig auch in 6 Muffinförmchen backen, sie brauchen 20 bis 22 Minuten.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Fehlt Natron, nehmen Sie 2 TL Backpulver, der Kuchen wird dann etwas heller und weniger locker. Brauner Zucker lässt sich durch weißen Zucker mit 1 EL Zuckerrübensirup ersetzen. Statt Wasser können Sie Apfelsaft oder kalten Schwarztee nehmen. Dann reduzieren Sie den Zucker um 20 g, weil der Saft selbst süß ist. Walnüsse lassen sich gegen Pekannüsse oder Haselnüsse tauschen. Muskatnuss kann auch durch Piment ersetzt werden.
Ideen für passende Getränke
Zum Gewürzkuchen passt am besten ein heißes Getränk. Ein Becher Kaffee oder ein schwarzer Tee mit etwas Milch ist der Klassiker. An kalten Tagen schmeckt heißer Apfelsaft mit einer Scheibe Orange dazu. Kinder trinken gern kalte Milch oder Hafermilch. Ein Glas Apfelschorle ist die leichtere Wahl für den Nachmittag.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Schneiden Sie den Kuchen in fingerdicke Scheiben und legen Sie sie leicht versetzt auf ein Holzbrett. Etwas Puderzucker durch ein Sieb darüber genügt. Wer mehr möchte, serviert eine Kugel Vanilleeis oder einen Klecks geschlagene Sahne daneben. Zum Frühstück passt eine dünne Schicht Butter oder Frischkäse.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Kuchen ohne Eier, Milch und Butter gab es in den USA schon während des Ersten Weltkriegs. Die staatliche Lebensmittelbehörde, die U.S. Food Administration, rief zum Sparen auf und führte 1918 in einer Broschüre ein Rezept für War Cake mit Rosinen auf. In der Großen Depression nach dem Börsenkrach von 1929 kehrte das Rezept zurück, als viele Familien sich teure Zutaten nicht leisten konnten. Daher kommt der heutige Name. In den 1920er- und 1930er-Jahren verbreitete sich auch der Icebox Cake aus Keksen und Sahne, ohne Ofen gemacht. Ähnlich sparsam ist die ältere Shoofly Pie mit Melasse. Heute backen viele den Kuchen, weil er vegan ist und aus Vorratszutaten besteht. Ein verwandtes Gebäck aus England ist das Gingerbread.
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Zusammenfassung: Depression Cake
Ein Topf, eine Schüssel, eine Form. Der Depression Cake braucht Zutaten, die in fast jedem Vorratsschrank stehen, und ist ohne Ersatzprodukte vegan. Das Aufkochen der Rosinen ist der Trick, der ihn saftig macht. Mit dem Gewürzduft passt er besonders in den Herbst und die Wochen vor Weihnachten.
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