Vorstellung Feenküsse
Feenküsse sind ein jüngeres deutsches Weihnachtsgebäck. Auf eine dünne Scheibe Mürbeteig setzt man eine Karamellpraline mit Haselnusskern, meist Toffifee, und spritzt Baiser darüber, bis die Praline ganz bedeckt ist. Beim Backen wird der Eischnee außen fest und leicht knusprig, innen bleibt er weich. Die Praline schmilzt an, ohne zu zerlaufen, und der Teig darunter wird mürbe. Gemahlene Haselnüsse im Teig nehmen den Geschmack der Nuss im Inneren auf. Die fertigen Plätzchen sind kugelig, hell und etwa so groß wie eine Walnuss. Gebacken werden sie im Advent, oft zusammen mit Vanillekipferl und anderen Klassikern.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 70 g Weizenmehl Type 405
- 20 g gemahlene Haselnüsse
- 25 g Puderzucker
- 1 Prise Salz
- 1 Eigelb (Größe M)
- 50 g kalte Butter
- 24 Karamell-Haselnuss-Pralinen (z. B. Toffifee)
- 1 Eiweiß (Größe M)
- 65 g feiner Zucker
- 1 Msp. Speisestärke (optional)
Einkaufen der Zutaten
Die Pralinen sind die wichtigste Zutat. Toffifee hat genau die richtige Größe und Form, ein Karamellnäpfchen mit Haselnuss, Nougat und Schokolade. Eigenmarken der Discounter funktionieren genauso gut. Kaufen Sie die Haselnüsse gemahlen oder mahlen Sie geröstete Kerne selbst, das gibt mehr Aroma. Für das Baiser brauchen Sie frische Eier, deren Eiweiß sich besser aufschlagen lässt. Nehmen Sie feinen Zucker, etwa Backzucker oder Puderzucker. Grober Kristallzucker löst sich im Eischnee langsamer und hinterlässt Zuckerperlen auf dem Baiser.
Vorbereitung des Gerichts
Trennen Sie das Ei sorgfältig. Schon eine Spur Eigelb im Eiweiß verhindert, dass der Schnee steif wird. Die Rührschüssel für das Baiser muss fettfrei sein, wischen Sie sie im Zweifel mit etwas Zitronensaft aus. Der Teig braucht eine Stunde im Kühlschrank, planen Sie das ein. Lösen Sie die Pralinen aus der Verpackung und legen Sie zwei Bleche mit Backpapier aus. Für eine große Plätzchendose mit etwa 48 Stück verdoppeln Sie alle Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Mischen Sie Mehl, Haselnüsse, Puderzucker und Salz. Geben Sie Eigelb und die kalte Butter in kleinen Stücken dazu und kneten Sie alles rasch zu einem glatten Teig.
- Formen Sie den Teig zu einer Rolle von etwa 3 cm Durchmesser, also etwas breiter als eine Praline. Wickeln Sie die Rolle in Frischhaltefolie und kühlen Sie sie 1 Stunde.
- Heizen Sie den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vor. Schneiden Sie die Rolle in 24 Scheiben von gut 5 mm und legen Sie sie mit 3 cm Abstand auf die Bleche.
- Setzen Sie auf jede Scheibe eine Praline mit der Schokoladenseite nach unten und drücken Sie sie leicht an.
- Schlagen Sie das Eiweiß steif. Lassen Sie den Zucker esslöffelweise einrieseln und schlagen Sie 5 Minuten weiter, bis der Eischnee fest und glänzend ist. Rühren Sie zum Schluss die Stärke unter.
- Füllen Sie das Baiser in einen Spritzbeutel mit Lochtülle und spritzen Sie es spiralförmig über jede Praline, bis sie ganz bedeckt ist.
- Backen Sie die Feenküsse nacheinander auf der mittleren Schiene 18 bis 20 Minuten, bis das Baiser fest und an den Spitzen hellgolden ist.
- Lassen Sie die Plätzchen auf dem Blech 10 Minuten abkühlen, bevor Sie sie herunternehmen. Die Praline ist noch weich und braucht diese Zeit.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Feenküsse ersetzen Sie das Weizenmehl durch 70 g glutenfreie Mehlmischung für Mürbeteig. Der Teig bröselt etwas mehr, ein Teelöffel kaltes Wasser hilft. Prüfen Sie bei der Praline die Zutatenliste und den Hinweis auf Spuren, im Zweifel nehmen Sie eine glutenfrei gekennzeichnete Sorte. Laktosefrei wird es mit laktosefreier Butter. Bei der Praline wird es schwierig, denn Karamell und Schokolade enthalten Milch. Eine halbe Walnuss oder eine Haselnuss mit einem Klecks laktosefreier Nussnougatcreme ist hier der Ersatz.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarier backen das Rezept wie beschrieben. Für eine vegane Version ersetzen Sie das Eigelb im Teig durch 1 EL Pflanzendrink und die Butter durch 50 g Pflanzenmargarine im Block. Das Baiser schlagen Sie aus 60 ml Aquafaba, der Flüssigkeit aus einer Dose Kichererbsen, mit 1/4 TL Zitronensaft und 65 g Zucker auf. Statt der Praline setzen Sie eine geröstete Haselnuss mit einem Klecks veganer Haselnusscreme auf den Teig.
Weitere Tipps und Tricks
Ist das Baiser nach dem Backen klebrig, war es zu kurz im Ofen oder der Zucker hatte sich nicht gelöst. Reiben Sie etwas Eischnee zwischen den Fingern, er darf nicht mehr knirschen. Spritzen Sie das Baiser bis auf den Teigtaler hinunter, sonst läuft geschmolzenes Karamell heraus. In einer Blechdose mit Butterbrotpapier zwischen den Lagen halten Feenküsse etwa eine Woche. Mit feuchtem Gebäck wie Lebkuchen in derselben Dose werden sie weich.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Ein Teelöffel Kakaopulver im Teig ergibt dunkle Taler mit hellem Häubchen. Wer es weniger süß mag, nimmt eine geröstete Haselnuss statt der Praline und setzt einen kleinen Klecks Johannisbeergelee darunter. Mit abgeriebener Orangenschale im Teig schmecken die Plätzchen weihnachtlicher. Etwas Zimt im Baiser passt ebenso. Für Kinder können Sie das Baiser vor dem Backen mit bunten Zuckerperlen bestreuen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt gemahlener Haselnüsse passen gemahlene Mandeln, die Plätzchen werden dann etwas heller. Toffifee lässt sich durch kleine Nougatpralinen, alkoholfreie Schokoladenpralinen oder ein Stück Vollmilchschokolade mit einer Haselnuss ersetzen. Fertige Butterkekse oder Orangenplätzchen können den Mürbeteig ersetzen, das spart die Kühlzeit. Puderzucker im Teig lässt sich durch feinen Zucker ersetzen, der Teig wird dann etwas knuspriger.
Ideen für passende Getränke
Zu Feenküssen passt ein kräftiger Schwarztee, der das süße Baiser ausgleicht. Gut ist auch ein Milchkaffee am Adventsnachmittag. Für Kinder eignet sich warmer Kakao oder ein heißer Apfelsaft mit einer Zimtstange. Ungesüßter Rooibostee schmeckt leicht nussig und passt zur Haselnuss.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Setzen Sie die Feenküsse in kleine Papierförmchen für Pralinen, so bleiben die Häubchen unversehrt. Auf einem dunklen Teller wirkt das weiße Baiser besonders gut. Eine Mischung mit Heidesand und dunklen Plätzchen ergibt einen bunten Weihnachtsteller. Leicht mit Puderzucker bestäubt sehen sie aus wie verschneit.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Feenküsse sind ein junges Rezept. Die Praline Toffifee, auf der die bekannteste Version beruht, bringt der Hersteller Storck seit 1973 auf den Markt. Älter kann das Plätzchen in dieser Form also nicht sein. Wer es erfunden hat und woher der Name stammt, ist nicht belegt. Verbreitet hat sich das Rezept über Backbücher, Zeitschriften und später über Rezeptseiten im Internet. Die Idee, Pralinen oder Nüsse mit Baiser zu umhüllen, ist dagegen alt und findet sich in vielen Makronen- und Schaumgebäckrezepten.
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Zusammenfassung: Feenküsse
Feenküsse kombinieren einen dünnen Haselnuss-Mürbeteig, eine Karamellpraline und ein Häubchen aus Baiser. Wichtig sind ein fettfreier Eischnee mit gelöstem Zucker und eine vollständig bedeckte Praline. Bei 160 Grad backen sie in 20 Minuten. Gut verschlossen halten sie etwa eine Woche.
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