Vorstellung Currygeschnetzeltes
Currygeschnetzeltes ist ein Alltagsgericht der deutschen Küche. Hähnchen- oder Putenfleisch wird in schmale Streifen geschnitten, kurz angebraten und in einer hellgelben Sahnesauce mit Currypulver fertig gegart. Mit indischen Currys hat das wenig zu tun. Die Sauce ist mild, rund und leicht süßlich, die Schärfe hängt allein von der Currymischung ab. Rote Paprika und Ananas gehören in vielen Familienrezepten fest dazu, manche nehmen stattdessen Champignons, Erbsen oder Apfelstücke. Die Zubereitung ähnelt dem Zürcher Geschnetzelten, bei dem Kalbfleisch in Rahmsauce mit Champignons gart. In Kantinen und Mensen steht Currygeschnetzeltes bis heute regelmäßig auf dem Speiseplan, meist mit Reis.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 300 g Hähnchenbrustfilet oder Putenschnitzel
- 1 kleine rote Paprikaschote
- 1 kleine Zwiebel
- 100 g frische Ananas oder Ananasstücke aus der Dose, abgetropft
- 1 EL Rapsöl
- 1 EL Butter
- 1 1/2 TL mildes Currypulver
- 1 TL Weizenmehl
- 150 ml Hühnerbrühe
- 150 ml Sahne
- 1 TL Zitronensaft
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- 1 EL gehackte Petersilie
- 120 g Basmatireis oder Langkornreis
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Beim Fleisch können Sie zwischen Hähnchenbrust und Putenschnitzel wählen, beide sind mager und garen in wenigen Minuten. Hähnchenkeulen ohne Knochen sind saftiger und verzeihen eine Minute zu viel in der Pfanne. Beim Currypulver gibt es große Unterschiede. Die gelben Mischungen aus dem Supermarkt sind mild und kurkumalastig, im Asialaden oder Gewürzhandel finden Sie kräftigere Sorten, etwa Madras-Curry mit mehr Chili. Frische Ananas schmeckt deutlich besser als Dosenware, eine reife Frucht duftet am Stielansatz süß. Bei Ananas aus der Dose nehmen Sie Stücke im eigenen Saft statt in Sirup.
Vorbereitung des Gerichts
Setzen Sie den Reis zuerst auf, er braucht etwa 12 bis 15 Minuten und kann danach zugedeckt ziehen. Schneiden Sie das Fleisch quer zur Faser in Streifen von etwa 1 cm Breite und 4 cm Länge. Tupfen Sie es trocken, sonst kocht es in der Pfanne, statt zu bräunen. Die Paprika wird in Streifen geschnitten, die Zwiebel in feine Halbringe, die Ananas in mundgerechte Stücke. Stellen Sie Brühe und Sahne bereit, beim Braten geht es schnell.
Anleitung für die Zubereitung
- Den Reis nach Packungsangabe in leicht gesalzenem Wasser garen und warm halten.
- Das Öl in einer großen Pfanne stark erhitzen. Die Fleischstreifen in einer Lage einlegen und 2 bis 3 Minuten rundum hellbraun anbraten, salzen, pfeffern und herausnehmen.
- Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Butter in die Pfanne geben, Zwiebel und Paprika darin 4 Minuten braten, bis die Zwiebel weich ist.
- Currypulver und Mehl darüberstäuben und unter Rühren 30 Sekunden anrösten, damit das Curry sein Aroma entfaltet und das Mehl nicht roh schmeckt.
- Mit der Brühe ablöschen, dabei den Bratensatz vom Pfannenboden lösen. Die Sahne einrühren und alles 4 bis 5 Minuten sämig einkochen lassen.
- Fleisch samt ausgetretenem Saft und die Ananasstücke in die Sauce geben und 2 Minuten bei kleiner Hitze ziehen lassen, nicht mehr kochen.
- Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken, die Petersilie unterheben und mit dem Reis anrichten.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Sauce lassen Sie das Mehl weg und binden mit 1 TL Speisestärke, die Sie in 1 EL kaltem Wasser anrühren und nach der Sahne einrühren. Prüfen Sie Currypulver und Brühe, beide können Spuren von Weizen enthalten. Reis ist glutenfrei. Ohne Laktose kochen Sie mit laktosefreier Sahne oder 150 ml Kokosmilch und braten in Öl statt Butter. Kokosmilch macht die Sauce etwas exotischer, was gut zu Ananas passt.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch funktioniert das Gericht mit 250 g festem Tofu in Streifen, den Sie vorher in Speisestärke wenden und knusprig anbraten. Auch 300 g Kichererbsen aus der Dose oder große Champignons in Scheiben ersetzen das Fleisch. Statt Hühnerbrühe nehmen Sie Gemüsebrühe. Vegan wird es zusätzlich mit 150 ml Hafer- oder Soja-Kochsahne und Öl statt Butter. Sojaschnetzel in Brühe eingeweicht kommen dem Original in der Textur am nächsten.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu viel Fleisch auf einmal in der Pfanne. Dann sinkt die Temperatur, Wasser tritt aus und die Streifen werden grau und zäh. Braten Sie lieber in zwei Portionen. Rösten Sie das Currypulver immer kurz in Fett an, roh schmeckt es staubig. Reste halten im Kühlschrank zwei Tage und schmecken aufgewärmt oft runder, weil das Curry durchgezogen ist. Geben Sie beim Erwärmen einen Schuss Brühe dazu. Für vier Personen verdoppeln Sie die Mengen und nehmen einen breiten Bräter.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer es schärfer mag, gibt eine halbe gehackte rote Chili oder 1/2 TL Cayennepfeffer zur Zwiebel. Statt Ananas passen ein gewürfelter säuerlicher Apfel, Mango oder eine Handvoll Erbsen. Mit 1 TL frisch geriebenem Ingwer und etwas Knoblauch wird die Sauce würziger. Kinder mögen sie oft milder, dann reicht 1 TL Currypulver und ein Löffel Honig. Gebratene Cashewkerne obendrauf bringen Biss.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Sahne können Sie 100 g Crème fraîche oder Schmand nehmen, die Sauce wird dann leicht säuerlich. Kokosmilch ist die beste Alternative für eine milchfreie Variante. Schweinefilet oder Kalbfleisch ersetzen Hähnchen problemlos, die Bratzeit bleibt fast gleich. Statt Reis passen Bandnudeln, Spätzle oder Kartoffelpüree. Wer kein Currypulver hat, mischt 1 TL Kurkuma, 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Koriander und eine Prise Chili.
Ideen für passende Getränke
Zur milden Currysahne passt ein Mango-Lassi aus Joghurt, Mango und etwas Milch sehr gut. Erfrischend ist eine Ingwerlimonade oder eine Rhabarberschorle. Wer es schlicht mag, trinkt Mineralwasser mit Limette oder einen kalten Pfefferminztee. Ein ungesüßter grüner Tee gleicht die Süße der Ananas aus.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Drücken Sie den Reis in eine kleine Tasse oder Schale und stürzen Sie ihn auf einen vorgewärmten Teller, das Geschnetzelte kommt daneben. Ein paar Petersilien- oder Korianderblätter und einige Paprikastreifen obenauf bringen Farbe. In einer flachen Schüssel mit Reis am Rand sieht es eher nach Kantinenportion aus, auf hellem Teller mit Reiskuppel deutlich feiner.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Currypulver ist eine Gewürzmischung, die in Großbritannien im 18. und 19. Jahrhundert nach dem Vorbild indischer Gewürzmischungen entstand und sich von dort in Europa verbreitete. In Indien selbst würzt man mit wechselnden, frisch zusammengestellten Mischungen. In Deutschland wurde Currypulver vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg populär, bekanntestes Beispiel ist die Berliner Currywurst. Geschnetzeltes als Zubereitungsart verbindet man vor allem mit der Schweiz. Wann jemand beides zum ersten Mal zusammenbrachte, ist nicht belegt. Currysahnesaucen mit Obst wie Ananas oder Banane gelten als typisch für die deutsche Haushaltsküche ab den 1960er-Jahren, als Dosenobst leicht zu haben war.
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Zusammenfassung: Currygeschnetzeltes
Feine Fleischstreifen kurz und heiß anbraten, Currypulver in Butter anrösten, mit Brühe und Sahne zu einer sämigen Sauce kochen und das Fleisch nur noch ziehen lassen. So bleibt das Currygeschnetzelte saftig. Paprika und Ananas sorgen für Frische, Reis nimmt die Sauce auf.
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