Vorstellung Apfelstreuselkuchen
Apfelstreuselkuchen gehört in Deutschland zu den Kuchen, die viele Bäckereien vor allem im Herbst anbieten. Er wird entweder auf dem Blech mit Hefeteig gebacken oder, wie hier, in der Springform mit Mürbeteig. Die Äpfel liegen in dicker Schicht auf dem Boden und werden beim Backen weich, behalten aber ihre Form. Säuerliche Sorten sorgen für einen Kontrast zu den süßen, buttrigen Streuseln. Zimt gehört für die meisten dazu, manche nehmen Rosinen oder Mandeln. Der Kuchen ist eine Variante des klassischen deutschen Apfelkuchens und wird zum Nachmittagskaffee am Wochenende, zu Geburtstagen und auf Kuchenbasaren gegessen.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 100 g Weizenmehl Type 405 für den Boden
- 50 g kalte Butter für den Boden
- 35 g Zucker für den Boden
- 1 Eigelb (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 2 säuerliche Äpfel (etwa 350 g), zum Beispiel Boskop oder Elstar
- 1 TL Zitronensaft
- 1 EL Zucker für die Äpfel
- 1/2 TL gemahlener Zimt
- 80 g Weizenmehl Type 405 für die Streusel
- 55 g kalte Butter für die Streusel
- 45 g Zucker für die Streusel
- 1 TL Vanillezucker
- 1 TL Puderzucker zum Bestäuben
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Die Apfelsorte entscheidet über das Ergebnis. Boskop zerfällt beim Backen etwas und wird sehr saftig, Elstar und Braeburn bleiben fester und sind leicht säuerlich. Sehr süße Sorten wie Gala oder Golden Delicious schmecken im Kuchen flach. Im Herbst bekommen Sie auf dem Wochenmarkt und im Hofladen regionale Lageräpfel, die sich gut zum Backen eignen. Für Streusel und Boden brauchen Sie echte Butter direkt aus dem Kühlschrank. Margarine aus dem Becher ist zu weich, die Streusel zerlaufen dann.
Vorbereitung des Gerichts
Für die Streusel und den Boden muss die Butter kalt sein. Schneiden Sie beide Butterportionen in kleine Würfel und stellen Sie sie zurück in den Kühlschrank. Fetten Sie eine kleine Springform mit 18 cm Durchmesser ein oder legen Sie den Boden mit Backpapier aus. Heizen Sie den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor. Für eine normale Springform mit 26 cm verdoppeln Sie alle Mengen, die Backzeit verlängert sich um etwa 10 Minuten. Für ein Blech von 30 x 40 cm nehmen Sie das Vierfache bis Fünffache.
Anleitung für die Zubereitung
- Verkneten Sie 100 g Mehl, 50 g Butter, 35 g Zucker, Eigelb und Salz zügig mit den Händen zu einem glatten Teig. Wickeln Sie ihn in Folie und kühlen Sie ihn 30 Minuten.
- Schälen Sie die Äpfel, entfernen Sie das Kerngehäuse und schneiden Sie sie in 5 mm dünne Spalten. Mischen Sie sie mit Zitronensaft, 1 EL Zucker und Zimt.
- Für die Streusel verreiben Sie 80 g Mehl, 55 g Butter, 45 g Zucker und Vanillezucker mit den Fingerspitzen, bis grobe Krümel entstehen. Stellen Sie die Streusel kalt.
- Drücken Sie den Mürbeteig in der Form flach aus und ziehen Sie einen etwa 2 cm hohen Rand hoch. Stechen Sie den Boden mehrmals mit einer Gabel ein.
- Verteilen Sie die Apfelspalten dicht auf dem Boden und streuen Sie die Streusel gleichmäßig darüber.
- Backen Sie den Kuchen im unteren Drittel des Ofens 40 bis 45 Minuten, bis die Streusel goldbraun sind und die Äpfel beim Einstechen weich sind.
- Lassen Sie den Kuchen 20 Minuten in der Form abkühlen, lösen Sie dann den Rand und bestäuben Sie ihn mit Puderzucker.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für einen glutenfreien Apfelstreuselkuchen ersetzen Sie das Weizenmehl im Boden und in den Streuseln durch eine glutenfreie Mehlmischung für Mürbeteig. Geben Sie zum Boden 1 EL kaltes Wasser, weil glutenfreie Mischungen mehr Flüssigkeit aufnehmen. Die Streusel werden etwas sandiger, schmecken aber gut. Laktosefrei backen Sie mit laktosefreier Butter in gleicher Menge. Das restliche Rezept enthält keine Milchprodukte.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist der Kuchen bereits. Vegan wird er, wenn Sie beide Butterportionen durch vegane Blockmargarine ersetzen und das Eigelb durch 1 bis 2 EL kaltes Wasser. Der Boden wird dadurch etwas mürber und bricht leichter, schmeckt aber vollwertig. Zum Servieren passt eine vegane Schlagcreme auf Hafer- oder Sojabasis oder eine Vanillesoße aus Haferdrink und Puddingpulver.
Weitere Tipps und Tricks
Ein durchgeweichter Boden ist der häufigste Ärger. Backen Sie den Kuchen deshalb im unteren Drittel des Ofens, dort bekommt der Boden mehr Hitze. Wer sehr saftige Äpfel wie Boskop nimmt, streut vorher 1 EL gemahlene Mandeln oder Semmelbrösel auf den Teig. Die Streusel werden nur knusprig, wenn die Butter beim Verreiben kalt bleibt. Arbeiten Sie deshalb schnell. Der Kuchen hält abgedeckt 3 Tage. Ab dem zweiten Tag wird er weicher, 5 Minuten bei 160 °C im Ofen machen die Streusel wieder knusprig.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 30 g Rosinen oder gehackten Walnüssen zwischen den Äpfeln wird der Kuchen klassischer im Stil vieler Bäckereien. Für Haferstreusel ersetzen Sie 30 g Mehl durch zarte Haferflocken. Mit 30 g gemahlenen Mandeln in den Streuseln werden sie nussiger. Statt Mürbeteig können Sie einen Hefeteig nehmen, wie beim norddeutschen Butterkuchen. Im Spätsommer ersetzen Sie die Hälfte der Äpfel durch Zwetschgen oder Brombeeren.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Weizenmehl Type 405 können Sie Dinkelmehl Type 630 nehmen, der Boden wird etwas fester. Brauner Zucker in den Streuseln schmeckt nach Karamell. Zimt lässt sich durch eine Prise Kardamom ersetzen oder ganz weglassen. Das Eigelb im Boden kann durch 1 EL Schmand ersetzt werden. Statt frischer Äpfel gehen notfalls 300 g abgetropfte Apfelstücke aus dem Glas, die Backzeit sinkt dann um 5 Minuten.
Ideen für passende Getränke
Zum Apfelstreuselkuchen passt Filterkaffee oder ein Milchkaffee am Nachmittag. Wer keinen Kaffee trinkt, nimmt einen schwarzen Tee mit einem Spritzer Zitrone oder einen Rooibostee mit Vanille. Ein Glas naturtrüber Apfelsaft greift das Aroma der Äpfel auf. Im Winter passt ein heißer Apfelsaft mit Zimtstange.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie den Kuchen lauwarm auf einer Kuchenplatte und schneiden Sie ihn mit einem scharfen Messer in 6 Stücke, damit die Schichten sichtbar bleiben. Ein Klecks leicht geschlagene Sahne oder eine Kugel Vanilleeis neben dem Stück ist die übliche Begleitung. Wer es festlicher mag, gießt etwas warme Vanillesoße auf den Teller. Ein paar frische Apfelspalten neben der Platte zeigen, was im Kuchen steckt.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Streuselkuchen haben in Deutschland eine lange Tradition. Er ist wohl in Sachsen aufgekommen, ein früher Beleg stammt aus dem Jahr 1584. Im 19. Jahrhundert war er auch in Schlesien allgemein verbreitet, die Schlesische Streuseltorte ist bis heute bekannt. Äpfel wachsen in Mitteleuropa fast überall und lassen sich gut lagern, deshalb lag es nahe, sie unter die Streusel zu legen. Wer das erste Rezept aufgeschrieben hat, lässt sich nicht sagen. In vielen Familien hängt die Variante davon ab, ob Hefeteig oder Mürbeteig üblich war.
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Zusammenfassung: Apfelstreuselkuchen
Kalte Butter für Boden und Streusel, säuerliche Äpfel in dünnen Spalten und ein Platz im unteren Ofendrittel machen den Unterschied. Dann bleibt der Boden knusprig und die Streusel werden goldbraun. Die Menge für die 18-cm-Form lässt sich für große Formen oder ein Blech einfach vervielfachen.
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