Vorstellung Ameisenkuchen
Ameisenkuchen ist ein Rührkuchen aus der deutschen Familienküche, der vor allem auf Kindergeburtstagen, Schulfesten und Kuchenbasaren auftaucht. Man backt ihn in der Kastenform, auf dem Blech oder in der Gugelhupfform. Seinen Namen hat er von den Schokostreuseln, die erst am Schluss unter den Teig gehoben werden und beim Backen nur teilweise schmelzen. Der Teig bleibt hell und schmeckt nach Butter und Vanille, die Streusel setzen kleine Schokoladenpunkte. Obenauf kommt eine Glasur aus Schokolade, die oft noch einmal mit Streuseln bestreut wird. In der Machart ähnelt er dem klassischen Sandkuchen, ist aber durch die Milch etwas saftiger.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 100 g weiche Butter und etwas Butter für die Form
- 90 g Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 2 Eier (Größe M)
- 150 g Weizenmehl Type 405
- 1 1/2 TL Backpulver
- 60 ml Milch
- 60 g Schokostreusel (Zartbitter oder Vollmilch)
- 75 g Zartbitterkuvertüre für die Glasur
- 1 TL Kokosfett oder neutrales Öl für die Glasur
- 1 EL Schokostreusel zum Bestreuen
Einkaufen der Zutaten
Schokostreusel finden Sie im Backregal jedes Supermarkts, meist neben Zuckerdekor und Kuvertüre. Es gibt sie aus Zartbitter- und aus Vollmilchschokolade. Die Zartbitterversion hält beim Backen ihre Form besser und schmeckt weniger süß. Achten Sie auf die Bezeichnung Schokoladenstreusel. Billige Fettglasur-Streusel schmecken wachsig. Für die Glasur ist Kuvertüre besser als normale Tafelschokolade, weil sie mehr Kakaobutter enthält und dünner fließt. Die Eier sollten Zimmertemperatur haben, kalte Eier lassen die Buttermasse leicht gerinnen.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Butter und Eier etwa eine Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank. Fetten Sie eine kleine Kastenform von 20 cm Länge ein und stäuben Sie sie mit etwas Mehl aus, oder legen Sie sie mit Backpapier aus. Heizen Sie den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor, bei Umluft 160 °C. Wiegen Sie alle Zutaten ab, bevor Sie anfangen. Für eine große Kastenform von 30 cm verdoppeln Sie alle Mengen und verlängern die Backzeit auf etwa 55 bis 60 Minuten. Für ein Blech nehmen Sie die vierfache Menge.
Anleitung für die Zubereitung
- Schlagen Sie Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz mit dem Handrührgerät 4 Minuten hell und cremig.
- Rühren Sie die Eier einzeln unter und schlagen Sie nach jedem Ei etwa 30 Sekunden weiter.
- Mischen Sie Mehl und Backpulver und rühren Sie es abwechselnd mit der Milch auf niedriger Stufe kurz unter, nur bis kein Mehl mehr zu sehen ist.
- Heben Sie die 60 g Schokostreusel mit einem Teigschaber unter.
- Füllen Sie den Teig in die Form, streichen Sie ihn glatt und backen Sie den Kuchen im mittleren Einschub 40 bis 45 Minuten. Machen Sie die Stäbchenprobe, es darf kein feuchter Teig mehr haften.
- Lassen Sie den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen, stürzen Sie ihn dann auf ein Kuchengitter und lassen Sie ihn vollständig auskühlen.
- Schmelzen Sie Kuvertüre und Kokosfett über einem warmen Wasserbad, verstreichen Sie die Glasur auf dem Kuchen und streuen Sie sofort 1 EL Schokostreusel darüber.
- Lassen Sie die Glasur etwa 30 Minuten fest werden, bevor Sie den Kuchen anschneiden.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für einen glutenfreien Ameisenkuchen ersetzen Sie das Weizenmehl durch 150 g glutenfreie Mehlmischung für Rührteig und nehmen glutenfreies Backpulver. Prüfen Sie auch die Schokostreusel, einige Sorten enthalten Weizenstärke. Laktosefrei wird der Kuchen mit laktosefreier Butter und laktosefreier Milch. Zartbitterkuvertüre ist meist ohne Milchbestandteile, Vollmilchstreusel enthalten dagegen Laktose. Nehmen Sie also dunkle Streusel.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist der Kuchen bereits. Für die vegane Version ersetzen Sie die Butter durch 100 g vegane Margarine, die Eier durch 100 g ungesüßtes Apfelmus und 1/2 TL zusätzliches Backpulver, die Milch durch Haferdrink. Zartbitterstreusel und Zartbitterkuvertüre sind häufig vegan, ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich trotzdem. Der vegane Kuchen ist etwas kompakter und hält dafür länger saftig.
Weitere Tipps und Tricks
Sinken die Streusel auf den Boden, war der Teig zu flüssig. Wälzen Sie die Streusel vorher in 1 TL Mehl, dann bleiben sie besser verteilt. Rühren Sie nach dem Mehl nur kurz, sonst wird der Kuchen zäh. Bräunt die Oberfläche zu früh, legen Sie nach 25 Minuten Alufolie darüber. Gut verpackt hält der Ameisenkuchen 4 bis 5 Tage bei Zimmertemperatur. Am zweiten Tag schmeckt er saftiger als frisch. Scheiben ohne Glasur lassen sich bis zu 3 Monate einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 1 EL Kakaopulver in der Hälfte des Teigs wird daraus eine Art Marmorkuchen mit Streuseln. Wer es frischer mag, reibt die Schale einer Bio-Orange in den Teig. Für Kinderfeste ersetzen Sie die Schokostreusel auf der Glasur durch bunte Zuckerstreusel. Statt Schokoladenglasur passt auch ein Guss aus 80 g Puderzucker und 1 bis 2 EL Zitronensaft. Als Muffins backen Sie den Teig in 8 Förmchen 20 bis 22 Minuten.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Milch können Sie die gleiche Menge Joghurt oder Buttermilch nehmen, der Kuchen wird dann etwas lockerer. Dinkelmehl Type 630 ersetzt das Weizenmehl ohne weitere Änderungen. Fehlen Schokostreusel, hacken Sie 60 g Zartbitterschokolade fein. Die Stücke sind unregelmäßiger, der Effekt im Anschnitt bleibt. Statt Kokosfett in der Glasur geht auch 1 TL Butter, die Glasur wird dann etwas weicher.
Ideen für passende Getränke
Zum Ameisenkuchen passt ein Glas kalte Milch, besonders für Kinder. Erwachsene trinken dazu Filterkaffee oder einen Cappuccino. Ein Früchtetee aus Hagebutte und Hibiskus bringt etwas Säure zur süßen Glasur. Auf Kindergeburtstagen steht meist ein Krug Apfelschorle daneben.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Schneiden Sie den Kuchen mit einem langen, in heißes Wasser getauchten Messer in etwa 2 cm dicke Scheiben, dann bricht die Glasur nicht. Legen Sie die Scheiben leicht schräg auf eine Kuchenplatte, damit die Streusel im Anschnitt zu sehen sind. Ein Klecks geschlagene Sahne daneben reicht. Auf einem Kuchenbuffet passt er gut neben einen Kalten Hund.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Wann und wo der Ameisenkuchen zum ersten Mal gebacken wurde, ist nicht belegt. Rührkuchen mit Butter, Eiern und Backpulver wurden in Deutschland im 20. Jahrhundert alltäglich, als Backpulver in kleinen Tütchen überall zu kaufen war. Schokostreusel als fertiges Backdekor kamen ebenfalls im Lauf des Jahrhunderts in die Supermärkte. Der Name Ameisenkuchen ist ein Spitzname, der sich über Familienrezepte, Backhefte und später Rezeptportale verbreitet hat. Bekannt ist auch eine Variante mit Eierlikör im Teig. Für Kinderkuchen nimmt man stattdessen Milch, wie in diesem Rezept.
Weitere Rezeptvorschläge
- Saftiger Zitronenkuchen
- Schokokuchen mit Kirschfüllung
- Marzipankuchen
- Kirschkuchen
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Zusammenfassung: Ameisenkuchen
Der Ameisenkuchen ist ein Rührkuchen, der durch Schokostreusel im Teig und eine dunkle Glasur auffällt. Zimmerwarme Zutaten, kurz untergerührtes Mehl und in Mehl gewälzte Streusel sorgen dafür, dass er gleichmäßig gesprenkelt und saftig wird. Er lässt sich gut einen Tag vorher backen.
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