Vorstellung Orangenkuchen
Orangenkuchen ist ein Rührkuchen aus Butter, Zucker, Eiern und Mehl, der seinen Geschmack aus frisch gepresstem Orangensaft und der abgeriebenen Schale bekommt. Die Krume ist feinporig und hellgelb, die Glasur glänzt matt und ist etwas säuerlich. Geschmacklich liegt er zwischen dem bekannten saftigen Zitronenkuchen und einem schlichten Sandkuchen, mit weniger Säure als die Zitronenvariante. In Deutschland backt man ihn das ganze Jahr, besonders gern aber im Winter, wenn Orangen aus Spanien günstig und aromatisch sind. Er passt zum Sonntagskaffee, zum Geburtstag und ins Büro, weil er sich gut schneiden und transportieren lässt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 100 g weiche Butter
- 90 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 2 Eier (Größe M), zimmerwarm
- 1 Bio-Orange (abgeriebene Schale und Saft, etwa 80 ml)
- 150 g Weizenmehl Type 405
- 1 1/2 TL Backpulver
- 60 g Puderzucker für die Glasur
- etwas Butter und Mehl für die Form
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Nehmen Sie unbedingt eine unbehandelte Bio-Orange, denn die Schale kommt in den Teig. Konventionelle Orangen sind oft gewachst und mit Konservierungsmitteln behandelt, das steht auf dem Etikett oder Preisschild. Am saftigsten sind schwere Früchte mit dünner, glatter Schale. Navel-Orangen lassen sich gut reiben und haben keine Kerne. Blutorangen ab Januar färben Glasur und Krume leicht rosa und schmecken etwas beeriger. Saft aus der Flasche ist für den Teig nur eine Notlösung, er schmeckt flacher. Die Eier sollten Zimmertemperatur haben, nehmen Sie sie eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Butter und Eier eine Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank. Waschen Sie die Orange heiß, trocknen Sie sie ab und reiben Sie nur die orange Schale fein ab, die weiße Haut darunter ist bitter. Pressen Sie danach den Saft aus und teilen Sie ihn auf. 40 ml kommen in den Teig, 2 EL zum Tränken und 1 bis 2 EL in die Glasur. Fetten Sie die Springform ein und stäuben Sie sie mit Mehl aus. Für eine Springform mit 26 cm oder eine Kastenform mit 30 cm verdoppeln Sie alle Mengen und backen etwa 50 Minuten.
Anleitung für die Zubereitung
- Heizen Sie den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor.
- Schlagen Sie die weiche Butter mit Zucker, Salz und der Orangenschale mit dem Handrührgerät etwa 3 Minuten hell und cremig.
- Rühren Sie die Eier einzeln unter, jedes etwa eine halbe Minute.
- Mischen Sie Mehl und Backpulver und rühren Sie es abwechselnd mit 40 ml Orangensaft kurz auf niedriger Stufe unter, nur bis kein Mehl mehr zu sehen ist.
- Füllen Sie den Teig in die vorbereitete Springform (18 cm), streichen Sie ihn glatt und backen Sie den Kuchen 35 bis 40 Minuten, bis an einem Holzstäbchen kein Teig mehr klebt.
- Stechen Sie den heißen Kuchen mit dem Stäbchen 15 bis 20 Mal ein und träufeln Sie 2 EL Orangensaft darüber.
- Lassen Sie den Kuchen 10 Minuten in der Form ruhen, lösen Sie ihn dann heraus und lassen Sie ihn auf einem Gitter vollständig auskühlen.
- Verrühren Sie den Puderzucker mit 1 bis 2 EL Orangensaft zu einer dickflüssigen Glasur und streichen Sie sie über den kalten Kuchen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei backen Sie den Kuchen mit 150 g glutenfreier Mehlmischung für Kuchen und einem halben Teelöffel Flohsamenschalenpulver, das die Krume zusammenhält. Backpulver ist in Deutschland meist glutenfrei, ein Blick auf die Packung schadet trotzdem nicht. Für die laktosefreie Version tauschen Sie die Butter gegen laktosefreie Butter aus. Sonst enthält das Rezept keine Milchprodukte, Glasur und Tränke sind ohnehin frei davon.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Der Kuchen ist vegetarisch. Vegan wird er mit 90 g pflanzlicher Margarine statt Butter und einem Ersatz für die zwei Eier. Gut funktionieren 80 g ungesüßtes Apfelmus plus ein halber Teelöffel zusätzliches Backpulver. Alternativ nehmen Sie 100 g Sojajoghurt natur. Die Krume wird etwas dichter und feuchter, schmeckt aber genauso nach Orange. Verlängern Sie die Backzeit um etwa 5 Minuten und machen Sie die Stäbchenprobe.
Weitere Tipps und Tricks
Rührkuchen fällt am häufigsten zusammen, wenn Sie die Ofentür in den ersten 25 Minuten öffnen oder das Mehl zu lange rühren. Bleibt die Oberfläche hell, aber das Stäbchen nicht sauber, decken Sie den Kuchen mit Alufolie ab und backen weiter. Die Glasur kommt erst auf den kalten Kuchen, sonst zieht sie ein und wird fleckig. Unter einer Kuchenhaube bleibt der Orangenkuchen drei bis vier Tage saftig, am zweiten Tag schmeckt er sogar intensiver. Unglasiert können Sie ihn in Stücken bis zu drei Monate einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für mehr Biss rühren Sie 30 g gehackte Mandeln oder Zartbitterschokolade in den Teig. Wer es saftiger mag, ersetzt 30 g Mehl durch gemahlene Mandeln. Statt Glasur können Sie den Kuchen mit Puderzucker bestäuben oder mit geschmolzener Zartbitterschokolade überziehen, Orange und Schokolade passen sehr gut zusammen. Ein Teelöffel Mohn im Teig gibt eine leichte Nussigkeit. Für Kinder lassen Sie die Tränke weg, dann ist der Kuchen weniger säuerlich.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Orange funktionieren Mandarinen oder Clementinen, nehmen Sie dann zwei Früchte. Mit Zitrone wird es ein klassischer Zitronenkuchen, mit Limette deutlich herber. Die Butter lässt sich durch 80 ml neutrales Rapsöl ersetzen, der Kuchen bleibt dann noch länger weich. Statt Weizenmehl Type 405 geht auch Dinkelmehl Type 630 in gleicher Menge. Für die Glasur können Sie Zitronensaft verwenden, wenn der Orangensaft verbraucht ist.
Ideen für passende Getränke
Zu Orangenkuchen passt Filterkaffee oder ein Cappuccino am Nachmittag. Ein schwarzer Tee wie Earl Grey greift mit seiner Bergamotte die Zitrusnote auf. Im Sommer schmeckt eine kalte Holunderblütenschorle oder ein Eistee mit Zitrone dazu. Kinder mögen ein Glas kalte Milch oder einen Kakao.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie den Kuchen in Tortenstücken auf einer hellen Platte, damit die glänzende Glasur zur Geltung kommt. Dünne Streifen Orangenschale, mit einem Zestenreißer abgezogen, machen sich gut als Deko auf der Glasur. Ein Klecks geschlagene Sahne oder etwas Vanillequark daneben passt zum Kaffee. Für ein Buffet schneiden Sie ihn in kleine Würfel und stecken je einen Zahnstocher hinein.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Orangen galten in Deutschland lange als teures Importobst, in vielen Familien gab es sie vor allem zu Weihnachten. Zum Alltagsobst wurden sie erst im 20. Jahrhundert mit regelmäßigen Importen aus Südeuropa. Für Rührkuchen im Haushalt wurde Backpulver wichtig, das der Bielefelder Apotheker August Oetker ab den 1890er Jahren in kleinen Tütchen verkaufte. Ein bestimmtes Ursprungsrezept für Orangenkuchen ist nicht bekannt, er ist eine von vielen Varianten des Grundrezepts. Verwandt sind der englische Orange Drizzle Cake und der Orangen-Kardamom-Kuchen aus Israel.
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Zusammenfassung: Orangenkuchen
Kleine Form, eine Bio-Orange und eine knappe Stunde Arbeit, mehr verlangt dieser Kuchen nicht. Die doppelte Portion Saft, einmal im Teig und einmal nach dem Backen, hält ihn mehrere Tage saftig. Mit Mandeln, Schokolade oder Blutorangen lässt er sich leicht abwandeln, und eingefroren ist immer ein Stück für Besuch da.
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