Vorstellung Red Bean Ice
Red Bean Ice, kantonesisch hung dau bing, gehört in Hongkong zur Standardkarte jedes Teehauses. Die Basis sind Adzukibohnen, die so lange mit Zucker gekocht werden, bis sie weich sind, aber nicht zerfallen. Sie kommen kalt mit ihrem Sirup ins Glas, darüber zerstoßenes Eis und ungezuckerte Kondensmilch (Evaporated Milk). Viele geben noch etwas gezuckerte Kondensmilch dazu. Beim Umrühren wird alles cremig und rosa. Man löffelt die Bohnen und trinkt die süße Milch durch den Strohhalm. Manche Lokale setzen eine Kugel Vanilleeis obendrauf. Es schmeckt süß, milchig und leicht nussig von den Bohnen. Verwandt ist es mit dem Ice Kachang aus Singapur, das ebenfalls rote Bohnen enthält.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 80 g getrocknete Adzukibohnen (rote Bohnen)
- 600 ml Wasser zum Kochen
- 60 g brauner Zucker oder Rohrzucker
- 1 Prise Salz
- 2 Handvoll Eiswürfel, zerstoßen (etwa 200 g)
- 4 EL gezuckerte Kondensmilch
- 100 ml ungezuckerte Kondensmilch (Evaporated Milk, 7,5 % Fett)
- optional 2 kleine Kugeln Vanilleeis
Einkaufen der Zutaten
Adzukibohnen gibt es im Asialaden, im Bioladen und in größeren Supermärkten, manchmal als rote Bohnen oder Azukibohnen. Kidneybohnen sind kein Ersatz, sie schmecken anders und sind härter. Gezuckerte Kondensmilch steht in der Tube oder Dose im Backregal. Ungezuckerte Kondensmilch kennen Sie als Kaffeemilch in kleinen Dosen, sie ist dasselbe wie die Evaporated Milk, die man in Hongkong nimmt. Wer es schnell haben möchte, kauft fertig gekochte süße rote Bohnen in der Dose.
Vorbereitung des Gerichts
Weichen Sie die Bohnen über Nacht in reichlich kaltem Wasser ein. Das verkürzt die Kochzeit um etwa die Hälfte. Die gekochten Bohnen müssen vollständig abkühlen, am besten über Nacht im Kühlschrank. Stellen Sie auch die Gläser 15 Minuten in das Gefrierfach. Zerstoßen Sie die Eiswürfel in einem Gefrierbeutel mit einem Nudelholz. Für vier Gläser verdoppeln Sie alle Mengen, die Kochzeit bleibt gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Die eingeweichten Bohnen abgießen, mit 600 ml frischem Wasser in einen Topf geben und aufkochen.
- Die Bohnen bei kleiner Hitze mit leicht geöffnetem Deckel 50 bis 60 Minuten köcheln lassen, bis sie sich mit den Fingern zerdrücken lassen, bei Bedarf Wasser nachgießen.
- Zucker und Salz einrühren und weitere 10 Minuten offen köcheln lassen, bis die Flüssigkeit sirupartig eindickt, dann vollständig abkühlen lassen.
- Je 3 bis 4 EL Bohnen mit etwas Sirup in zwei hohe, gekühlte Gläser geben.
- Je 2 EL gezuckerte Kondensmilch über die Bohnen träufeln.
- Die Gläser bis knapp unter den Rand mit zerstoßenem Eis füllen.
- Je 50 ml ungezuckerte Kondensmilch darübergießen, nach Wunsch eine Kugel Vanilleeis daraufsetzen und mit Löffel und dickem Strohhalm servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Red Bean Ice ist glutenfrei, solange Sie reine Bohnen, Zucker und Milchprodukte verwenden. Beim Vanilleeis lohnt ein Blick auf die Zutaten. Laktose steckt in beiden Kondensmilchsorten. Es gibt laktosefreie gezuckerte Kondensmilch im Handel. Statt der ungezuckerten Kondensmilch passt laktosefreie Milch mit 3,5 % Fett, das Ergebnis wird etwas dünner.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Dessert ist vegetarisch. Für die vegane Version ersetzen Sie die gezuckerte Kondensmilch durch 4 EL gesüßte Kondensmilch aus Kokos, die es im Asialaden und Bioladen gibt. Statt ungezuckerter Kondensmilch nehmen Sie 100 ml Hafer- oder Sojadrink Barista, der cremiger ist. Eine Kugel veganes Vanilleeis passt obendrauf.
Weitere Tipps und Tricks
Kochen Sie die Bohnen nicht zu heftig, sonst platzen die Schalen und Sie erhalten eher eine Paste. Erst wenn sie weich sind, kommt der Zucker dazu, mit Zucker im Wasser garen sie deutlich langsamer. Die gekochten Bohnen halten sich im Sirup fünf Tage im Kühlschrank und lassen sich portionsweise einfrieren. Das Glas setzen Sie erst kurz vor dem Servieren zusammen, sonst schmilzt das Eis.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für weniger Süße nehmen Sie nur 1 EL gezuckerte Kondensmilch pro Glas. Mit Kokosmilch statt ungezuckerter Kondensmilch wird es tropischer. In Hongkong gibt es Varianten mit grünen Mungbohnen oder mit kleinen Klebreisbällchen. Ein paar Tropfen Pandanextrakt im Sirup färben ihn leicht grün und geben ein Vanillearoma. Statt Eiswürfeln passt auch fein geschabtes Eis.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt getrockneter Bohnen nehmen Sie eine Dose gesüßter roter Bohnen, etwa 200 g, dann sparen Sie sich die Kochzeit. Brauner Zucker lässt sich durch weißen Zucker oder Kandiszucker ersetzen. Fehlt ungezuckerte Kondensmilch, geht Vollmilch mit 1 EL Sahne. Wer die süße rote Bohnenpaste aus Taiwan im Vorrat hat, kann sie mit etwas Wasser verdünnt verwenden.
Ideen für passende Getränke
Red Bean Ice ist selbst schon halb ein Getränk. Wer etwas dazu trinken möchte, nimmt kalten Hongkonger Zitronentee oder ungesüßten Jasmintee. Ein Glas Wasser mit Eis neutralisiert die Süße. Zu einem warmen Teehaus-Frühstück passt ein heißer Milchtee.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Red Bean Ice in hohen, durchsichtigen Gläsern, damit man die Schichten sieht. Unten die dunkelroten Bohnen, darüber weißes Eis und die hellen Milchschlieren. Ein breiter Strohhalm und ein langer Löffel gehören dazu. Ein kleiner Unterteller fängt das Kondenswasser auf.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Cha Chaan Teng entstanden in Hongkong in den 1950er- und 1960er-Jahren. Westliches Essen gab es bis dahin nur in teuren Restaurants, nun boten einfache Lokale und frühere Bing Sutt, die Eiscafés, Milchtee, Toast und kalte Getränke zu kleinen Preisen an. Red Bean Ice ist dort seit den 1970er-Jahren verbreitet. Es verbindet das ältere chinesische Bohnendessert mit der westlich geprägten Kondensmilch. Süße Bohnen kennt man in China seit Jahrhunderten, zum Beispiel als warme Rote-Bohnen-Suppe. Wer das Glas zuerst gemacht hat, ist nicht überliefert.
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Zusammenfassung: Red Bean Ice
Red Bean Ice ist ein kaltes Glas aus Bohnen, Eis und Milch, wie es Hongkonger Teehäuser servieren. Die einzige Arbeit sind die Bohnen, und die lassen sich gut vorkochen. An heißen Tagen ist das Glas schneller leer, als man denkt. Probieren Sie ruhig auch die Variante mit Kokos.
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