Vorstellung Runza
Die Runza ist eine gebackene Hefeteigtasche aus Nebraska, gefüllt mit gebratenem Rinderhack, fein geschnittenem Weißkohl und Zwiebeln. Der Teig ist weich und leicht süßlich wie ein Brötchenteig, die Füllung saftig und mild, der Kohl gibt etwas Süße und Biss. In Nebraska ist die Runza meist rechteckig, in Kansas heißt das gleiche Gebäck Bierock und ist oft rund. Man isst sie warm aus der Hand, als Mittagessen, beim Football oder als Proviant. Sie stammt von der russischen Pirogge ab, die die Wolgadeutschen in Russland kennengelernt hatten, verwandt sind etwa die Pirozhki mit Hackfleisch. Der Name Runza ist in den USA eine eingetragene Marke der gleichnamigen Restaurantkette.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Weizenmehl Type 550
- 130 ml lauwarme Milch
- 4 g Trockenhefe (etwa 1 1/4 TL)
- 1 EL Zucker
- 1/2 TL Salz für den Teig
- 25 g weiche Butter
- 200 g Rinderhackfleisch
- 1 kleine Zwiebel
- 200 g Weißkohl
- 1/2 TL Salz für die Füllung
- 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 EL geschmolzene Butter zum Bestreichen
Einkaufen der Zutaten
Für den Teig reichen Mehl Type 550, Trockenhefe, Milch und Butter aus dem Supermarkt. Beim Rinderhack ist ein Fettanteil von etwa 15 % gut, die Füllung wird sonst trocken. Den Weißkohl kaufen Sie am besten als kleines Viertel, so bleibt nichts übrig. Spitzkohl geht auch und gart schneller. Im Original nimmt man meist einfache gelbe Zwiebeln. Wer Zeit sparen will, kauft fertigen Hefeteig für Brötchen aus dem Kühlregal, das Ergebnis ist etwas weniger fluffig.
Vorbereitung des Gerichts
Setzen Sie zuerst den Teig an, denn er braucht etwa 1 Stunde zum Gehen. In dieser Zeit bereiten Sie die Füllung zu und lassen sie abkühlen. Warme Füllung weicht den Teig auf. Schneiden Sie den Kohl in feine Streifen von 3 bis 4 mm und würfeln Sie die Zwiebel klein. Die Mengen ergeben 3 große oder 4 kleinere Runzas. Für ein ganzes Blech mit 10 bis 12 Stück verdreifachen Sie alle Zutaten.
Anleitung für die Zubereitung
- Lösen Sie Hefe und Zucker in der lauwarmen Milch, vermischen Sie Mehl und Salz, geben Sie Hefemilch und weiche Butter dazu und kneten Sie alles 8 Minuten zu einem glatten, weichen Teig.
- Lassen Sie den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen, bis er sich verdoppelt hat.
- Braten Sie das Hack in einer großen Pfanne ohne Fett krümelig an, geben Sie die Zwiebel dazu und braten Sie alles 3 Minuten weiter.
- Geben Sie den Kohl in die Pfanne, würzen Sie mit Salz und Pfeffer und lassen Sie alles unter Rühren 8 bis 10 Minuten garen, bis der Kohl weich ist und keine Flüssigkeit mehr in der Pfanne steht, dann abkühlen lassen.
- Teilen Sie den Teig in 3 Stücke und rollen Sie jedes zu einem Rechteck von etwa 15 × 20 cm aus.
- Verteilen Sie die Füllung jeweils auf die Mitte, schlagen Sie die langen Seiten darüber und dann die kurzen Enden, drücken Sie die Nähte fest zusammen.
- Legen Sie die Taschen mit der Naht nach unten auf ein Blech mit Backpapier und lassen Sie sie abgedeckt 20 Minuten gehen, während der Ofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizt.
- Backen Sie die Runzas 18 bis 22 Minuten, bis sie goldbraun sind, und bestreichen Sie sie sofort mit geschmolzener Butter.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei backen Sie mit einer glutenfreien Mehlmischung für Hefeteig, die Flohsamenschalen enthält. Der Teig ist weicher und lässt sich besser zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen. Laktosefrei wird die Runza mit laktosefreier Milch und laktosefreier Butter oder Margarine. Die Füllung aus Hack, Kohl und Zwiebel ist ohnehin frei von Gluten und Laktose.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch wird die Füllung mit 150 g gebratenen braunen Linsen oder 150 g fein gehackten Champignons statt Hack. Beides sollte trocken gebraten werden, damit die Teigtaschen nicht durchweichen. 1 TL Sojasauce bringt die fehlende Würze. Für eine vegane Runza kneten Sie den Teig mit Haferdrink und Pflanzenmargarine und bestreichen die Taschen mit Öl statt Butter.
Weitere Tipps und Tricks
Der Kohl muss so lange garen, bis die Pfanne trocken ist. Nasse Füllung macht den Boden matschig und lässt die Nähte aufgehen. Würzen Sie kräftig, im Teig wirkt die Füllung milder. Runzas lassen sich gut einfrieren, nach dem Backen abkühlen lassen und einzeln verpacken. Im Ofen bei 160 °C sind sie aus dem Tiefkühler in 20 Minuten wieder heiß. Im Kühlschrank halten sie 3 Tage.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Beliebt ist eine Variante mit einer Scheibe Schmelzkäse oder geriebenen Cheddar in der Füllung. Es gibt auch Versionen mit Pilzen und Schweizer Käse oder mit scharfen Jalapeños. Manche Familien geben etwas Sauerkraut zum frischen Kohl, das bringt Säure, ähnlich wie bei den Kohlrouladen mancher Regionen. Klein geformt werden sie zu Snacks für Partys.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Rinderhack passt gemischtes Hack aus Rind und Schwein. Den Weißkohl ersetzen Sie durch Spitzkohl, Wirsing oder abgetropftes Sauerkraut, letzteres macht die Füllung säuerlicher. Statt Milch im Teig geht Wasser mit 1 EL Öl, der Teig wird dann etwas fester. Wer Zwiebeln nicht verträgt, nimmt fein geschnittenen Lauch.
Ideen für passende Getränke
Zur warmen Runza passt ein Glas kalte Milch. Auch Apfelsaft, eine Apfelschorle oder ein Eistee mit Zitrone schmecken dazu. Für kalte Tage ist ein Becher schwarzer Tee oder Filterkaffee eine gute Wahl.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie die Runzas ganz oder schräg halbiert, damit man die Füllung sieht. Dazu passen Pommes frites oder Zwiebelringe, außerdem Ketchup und Senf zum Dippen. Auf einem Holzbrett mit etwas Krautsalat und Gurken wirken sie rustikal. Zum Mitnehmen wickeln Sie sie in Butterbrotpapier.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Runza geht auf die Wolgadeutschen zurück. Diese Deutschen siedelten ab dem 18. Jahrhundert auf Einladung Katharinas der Großen an der Wolga und übernahmen dort die russischen Teigtaschen. Ab den 1870er Jahren wanderten viele in die Great Plains der USA aus, unter anderem nach Nebraska und Kansas. Das Gebäck kam mit. Sally Everett aus Sutton, deren Familie Brening wolgadeutscher Herkunft war, begann 1949 mit ihrem Bruder Alex in Lincoln, diese Teigtaschen als Runza zu verkaufen. Den Namen hat sie wohl aus einem älteren Wort abgeleitet, genannt werden Krautrunz und das plattdeutsche runsa für Bauch. Aus dem Lokal wurde später eine Restaurantkette.
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Zusammenfassung: Runza
Die Runza ist eine Teigtasche aus weichem Hefeteig mit Rinderhack, Weißkohl und Zwiebeln. Sie stammt von den Wolgadeutschen, wurde in Nebraska rechteckig und ist dort bis heute ein Alltagsessen. Entscheidend sind eine trockene, kräftig gewürzte Füllung und gut verschlossene Nähte. Eingefroren haben Sie immer einen Vorrat für unterwegs.
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