Vorstellung Thandai
Thandai ist ein gekühltes Milchgetränk aus Nordindien. Der Name wird meist mit dem Hindi-Wort thanda für kalt in Verbindung gebracht. Grundlage ist eine Paste aus Mandeln, Fenchelsamen, Melonenkernen, Mohn, schwarzem Pfeffer und grünem Kardamom, die man über Stunden einweicht und dann fein mahlt. Getrocknete Rosenblätter und ein paar Safranfäden runden ab. Die Farbe ist cremeweiß bis zart gelb, die Konsistenz etwas dicker als Milch. Der Pfeffer brennt nur leicht im Abgang. Man trinkt Thandai vor allem zu Holi und zum Fest Maha Shivaratri, im Sommer aber auch einfach als Erfrischung. Ein Glas sättigt fast wie eine kleine Mahlzeit.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 500 ml Vollmilch, gut gekühlt
- 20 g Mandeln (etwa 15 Stück)
- 1 EL geschälte Melonenkerne (indisch Magaz)
- 1 TL Fenchelsamen
- 1 TL weißer oder blauer Mohn
- 6 schwarze Pfefferkörner
- 4 grüne Kardamomkapseln, nur die Samen
- 1 TL getrocknete, ungespritzte Rosenblätter (Lebensmittelqualität)
- 6 bis 8 Safranfäden
- 3 EL Zucker
- 4 EL Wasser zum Einweichen
- 1 TL gehackte Pistazien zum Garnieren
Einkaufen der Zutaten
Mandeln, Fenchel, Mohn, Pfeffer und Kardamom gibt es in jedem Supermarkt. Geschälte Melonenkerne finden Sie in indischen Lebensmittelläden unter dem Namen Magaz oder Char Magaz, eine Mischung aus vier Kernsorten. Sie lassen sich durch Sonnenblumenkerne ersetzen. Getrocknete Rosenblätter kaufen Sie im indischen oder türkischen Laden oder in der Teeabteilung, achten Sie auf Lebensmittelqualität. Safran ist teuer, aber eine kleine Dose mit 0,1 g reicht für viele Portionen. Kaufen Sie Fäden, kein Pulver.
Vorbereitung des Gerichts
Thandai braucht Vorlauf. Weichen Sie Mandeln, Melonenkerne, Fenchel, Mohn, Pfeffer und Kardamomsamen in 4 EL Wasser mindestens 3 Stunden ein, besser über Nacht im Kühlschrank. Die Safranfäden legen Sie getrennt in 1 EL warme Milch. Ziehen Sie den Mandeln nach dem Einweichen die Haut ab, sie lässt sich dann leicht abdrücken. Stellen Sie die Milch und zwei Gläser kalt. Für einen großen Krug mit 2 Litern vervierfachen Sie alle Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Gießen Sie das Einweichwasser nicht weg, sondern geben Sie die eingeweichten Zutaten samt Wasser, Rosenblättern und 50 ml der kalten Milch in einen Mixer oder einen hohen Becher.
- Mahlen Sie alles mit dem Standmixer oder Stabmixer 2 bis 3 Minuten zu einer möglichst feinen, hellen Paste.
- Rühren Sie die Paste mit dem Zucker und der restlichen kalten Milch zusammen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
- Gießen Sie die Safranmilch dazu und rühren Sie noch einmal kräftig um.
- Stellen Sie die Mischung abgedeckt für 1 Stunde in den Kühlschrank, damit die Gewürze in die Milch ziehen.
- Gießen Sie das Thandai durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch und drücken Sie die Rückstände gut aus.
- Füllen Sie das Getränk in die gekühlten Gläser und streuen Sie die gehackten Pistazien darüber.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Thandai ist von Natur aus glutenfrei, keine Zutat enthält Getreide. Für die laktosefreie Fassung nehmen Sie laktosefreie Vollmilch, Geschmack und Ablauf bleiben gleich. Wer Milch ganz meiden muss, findet im Abschnitt für Veganer passende Alternativen. Prüfen Sie bei Fertigmischungen aus dem Handel die Zutatenliste, manche enthalten Milchpulver.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist Thandai ohnehin. Für Veganer ersetzen Sie die Kuhmilch durch 500 ml Mandeldrink oder Cashewdrink, die zum Nussgeschmack passen. Sojadrink geht ebenfalls, schmeckt aber etwas bohnig. Haferdrink macht das Getränk dicker und süßer, dann reichen 2 EL Zucker. Den Safran lösen Sie im Pflanzendrink. Wer statt Zucker Datteln nimmt, mixt 3 entsteinte Medjool-Datteln mit der Paste.
Weitere Tipps und Tricks
Mahlen Sie die Paste so fein wie möglich, sonst bleibt beim Abseihen zu viel Aroma im Sieb. Ein Hochleistungsmixer hilft, ein Stabmixer braucht etwas länger. Thandai schmeckt nach einer Nacht im Kühlschrank runder, hält sich dort aber nur 1 bis 2 Tage, weil frische Milch drin ist. Vor dem Einschenken umrühren, die Gewürze setzen sich ab. Die gemahlene Paste ohne Milch lässt sich in kleinen Portionen einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer es pfeffriger mag, nimmt 10 Pfefferkörner. Mit 1 EL Rosensirup statt Rosenblättern wird das Getränk zartrosa und süßer. Eine Variante mit Mango entsteht, wenn Sie 100 g Mangopüree untermischen, ähnlich wie beim Aamras. Im Winter können Sie die Milch auch lauwarm servieren. Für Kinder lassen Sie den Pfeffer weg und nehmen etwas mehr Kardamom.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Melonenkerne können Sie durch Sonnenblumenkerne oder geschälte Kürbiskerne ersetzen, der Geschmack wird etwas kräftiger. Statt Mandeln passen Cashewkerne, die eine besonders cremige Paste ergeben. Fehlt Safran, gibt eine Prise Kurkuma die Farbe, aber nicht das Aroma. Zucker lässt sich durch Rohrohrzucker oder Jaggery (indischer Rohrzucker) ersetzen. Rosenblätter können durch 2 bis 3 Tropfen Rosenwasser ersetzt werden.
Ideen für passende Getränke
Thandai ist selbst das Getränk zum Fest, daneben braucht es eher Wasser. In Nordindien reicht man zu Holi oft noch einen Krug Nimbu Pani, eine Zitronenlimonade mit Salz und Zucker. Wer zum Nachmittag Thandai trinkt, nimmt später einen Masala Chai. Zu kräftigen Snacks passt auch ein gesalzener Lassi.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Thandai in schlichten Gläsern oder in kleinen Tonbechern, wie man sie in Nordindien verwendet. Pistazienstücke und ein paar Rosenblätter schwimmen oben. Ein Safranfaden auf dem Schaum setzt einen orangen Punkt. Auf einem Holi-Buffet stehen die Gläser neben süßen Teigtaschen und Kulfi. Bunte Servietten passen zum Farbenfest.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Thandai gehört in Nordindien seit langem zu Holi und zu Maha Shivaratri, dem Fest des Gottes Shiva. Als Hochburgen gelten Varanasi und die Gegend um Mathura. Zu den Festen wird traditionell teils Bhang, eine Zubereitung aus Hanfblättern, untergemischt. Diese Fassung heißt Bhang Thandai und ist eine eigene Sache; dieses Rezept enthält kein Bhang. Die Gewürzmischung folgt der Vorstellung, dass Fenchel, Melonenkerne und Rosen im Sommer kühlen. Ein genaues Entstehungsdatum ist nicht bekannt. Ähnlich gewürzte Milchgetränke und Süßspeisen wie Basundi gibt es in vielen Teilen Indiens.
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Zusammenfassung: Thandai
Thandai ist einfach, braucht aber Zeit zum Einweichen und Ziehen. Wer die Paste am Vorabend ansetzt, mixt am Festtag in zehn Minuten einen Krug. Feines Mahlen und gründliches Abseihen machen den Unterschied zwischen sämig und körnig.
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