Vorstellung Zucchinigemüse
Zucchinigemüse steht in deutschen Haushalten vor allem zwischen Juli und September auf dem Tisch, wenn im Garten mehr Zucchini wachsen, als man essen kann. Gemeint ist eine einfache Gemüsebeilage aus gewürfelten oder in Scheiben geschnittenen Zucchini, die mit Zwiebeln in Öl oder Butter angebraten und mit wenig Flüssigkeit fertig geschmort werden. Das Gemüse bleibt hellgrün, die Ränder bekommen etwas Farbe. Es schmeckt mild, leicht nussig und nach Knoblauch. Zucchinigemüse passt zu kurzgebratenem Fleisch, zu deutschen Frikadellen oder zu Fisch. Mit Reis oder Nudeln wird daraus ein schnelles vegetarisches Hauptgericht.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 1 mittelgroße Zucchini (etwa 300 g)
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 1/2 EL Olivenöl oder Rapsöl
- 10 g Butter
- 3 EL Gemüsebrühe
- 1/2 TL getrockneter Thymian oder 2 Zweige frischer Thymian
- 1 EL gehackte glatte Petersilie
- 1 TL Zitronensaft
- Salz und schwarzer Pfeffer
Einkaufen der Zutaten
Kaufen Sie kleine bis mittelgroße Zucchini mit 15 bis 20 cm Länge. Sie haben festes Fruchtfleisch, kleine Kerne und weniger Wasser als die Riesen aus dem Garten, die gern 1 kg wiegen. Die Schale sollte glänzen, ohne weiche Stellen oder Dellen. Grüne und gelbe Sorten schmecken fast gleich, gemischt sieht das Gemüse auf dem Teller freundlicher aus. Zwischen Juli und September sind Zucchini aus deutschem Anbau günstig und aromatisch. Bitter schmeckende Zucchini sollten Sie nicht essen, sie können zu viele Cucurbitacine enthalten. Das kommt selten vor, am ehesten bei eigenem Saatgut.
Vorbereitung des Gerichts
Waschen Sie die Zucchini, schneiden Sie beide Enden ab und vierteln Sie sie längs. Danach schneiden Sie die Viertel in 1 cm große Stücke. Schälen müssen Sie junge Zucchini nicht, die Schale hält das Gemüse beim Schmoren zusammen. Bei großen Exemplaren mit weichem Kerngehäuse schaben Sie die Kerne mit einem Löffel heraus. Würfeln Sie die Zwiebel fein und schneiden Sie den Knoblauch in dünne Scheiben. Hacken Sie die Petersilie erst kurz vor dem Servieren.
Anleitung für die Zubereitung
- Erhitzen Sie das Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze.
- Geben Sie die Zucchiniwürfel in einer Lage in die Pfanne und braten Sie sie 4 Minuten, ohne viel zu rühren, bis sie an einigen Stellen hellbraun sind.
- Schieben Sie die Zucchini an den Rand, geben Sie Butter und Zwiebelwürfel in die Mitte und dünsten Sie die Zwiebel 2 Minuten glasig.
- Rühren Sie Knoblauch und Thymian unter und braten Sie alles 1 Minute weiter, der Knoblauch darf nicht braun werden.
- Löschen Sie mit der Gemüsebrühe ab, reduzieren Sie die Hitze und schmoren Sie das Gemüse ohne Deckel 3 bis 4 Minuten, bis die Zucchini weich, aber noch bissfest sind.
- Würzen Sie mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft und schmecken Sie ab.
- Nehmen Sie die Pfanne vom Herd und heben Sie die Petersilie unter.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Das Zucchinigemüse ist von Natur aus glutenfrei. Prüfen Sie nur bei der Gemüsebrühe die Zutatenliste, einige Pulver und Würfel enthalten Weizen oder Gerstenmalz. Laktosefrei wird es, wenn Sie die Butter weglassen und statt 1 1/2 EL Öl insgesamt 2 EL Olivenöl nehmen. Alternativ gibt es laktosefreie Butter. Am Geschmack ändert das wenig, mit reinem Olivenöl schmeckt das Gemüse etwas mediterraner.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist das Gericht bereits, wenn Sie Gemüsebrühe statt Hühnerbrühe nehmen. Vegan wird es, wenn Sie die Butter durch 10 g vegane Margarine oder einen weiteren halben EL Olivenöl ersetzen. Als vegetarisches Hauptgericht reicht das Gemüse mit 80 g Reis (Rohgewicht) oder 100 g Nudeln für eine Person. Mit 100 g gewürfeltem Räuchertofu, kurz mitgebraten, wird es sättigender.
Weitere Tipps und Tricks
Wässriges Zucchinigemüse ist der häufigste Fehler. Er entsteht, wenn die Pfanne zu klein oder zu kalt ist und die Würfel im eigenen Saft kochen. Nehmen Sie eine große Pfanne und braten Sie lieber in zwei Portionen. Salzen Sie erst am Ende, Salz zieht sofort Wasser. Zucchini werden schnell matschig, deshalb lieber eine Minute zu früh vom Herd nehmen. Reste halten abgedeckt im Kühlschrank 2 Tage. Kalt mit etwas Essig und Öl schmecken sie als Salat überraschend gut.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 1 gewürfelten Tomate oder 100 g halbierten Kirschtomaten, die Sie in den letzten 2 Minuten mitschmoren, wird das Gemüse saftiger und leicht säuerlich. Eine rote Paprika in Streifen sorgt für Farbe und Süße. Wer es cremig mag, rührt am Ende 2 EL Schmand oder Crème fraîche unter. Mit 1/2 TL edelsüßem Paprikapulver und einer Prise Chili wird es würziger. Geriebener Parmesan obendrauf passt, wenn das Gemüse zu Nudeln gegessen wird.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Petersilie passen Basilikum, Dill oder Schnittlauch. Thymian lässt sich durch Oregano oder etwas Rosmarin ersetzen, Rosmarin aber sparsam dosieren. Statt Zwiebel können Sie eine Schalotte oder 2 Frühlingszwiebeln nehmen, die Frühlingszwiebeln kommen erst mit dem Knoblauch dazu. Wer keine Gemüsebrühe hat, nimmt 3 EL Wasser und eine Prise mehr Salz. Gelbe Zucchini oder ein kleiner Patisson ersetzen die grünen Zucchini ohne Änderung am Rezept.
Ideen für passende Getränke
Zum Zucchinigemüse passt eine kalte Rhabarberschorle oder eine Johannisbeerschorle, beide sind säuerlich und frisch. Mineralwasser mit Zitronenscheiben und einem Zweig Minze ist die einfachste Wahl. Wer das Gemüse zu Fisch isst, trinkt gut einen gekühlten grünen Tee ohne Zucker.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richten Sie das Gemüse in einer flachen, hellen Schüssel an, dann kommen die grünen und gelben Würfel gut zur Geltung. Ein paar ganze Petersilienblätter und ein dünner Faden Olivenöl obenauf reichen. Auf dem Teller legen Sie das Gemüse neben das Fleisch oder den Fisch und dazu Salzkartoffeln mit Petersilie. Eine Zitronenspalte am Tellerrand lädt zum Nachwürzen ein.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Zucchini sind eine Zuchtform des Gartenkürbisses, der aus Amerika stammt. Ihre heutige längliche Form wurde in Italien gezüchtet. Darauf weist auch der Name hin, zucchini ist der Plural von zucchino, der Verkleinerungsform von zucca (Kürbis). In Deutschland waren Zucchini lange kaum bekannt und wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allgemein üblich. Heute wachsen sie in vielen Kleingärten, weil eine Pflanze den ganzen Sommer über trägt. Das deutsche Zucchinigemüse ist eine schlichtere Verwandte der französischen Ratatouille aus der Provence, bei der Zucchini mit Aubergine, Paprika und Tomate lange geschmort werden.
Weitere Rezeptvorschläge
Noch mehr Ideen: 463 weitere Rezepte aus Deutschland entdecken.
Zusammenfassung: Zucchinigemüse
Große Pfanne, kräftige Hitze und Salz erst am Schluss, dann bleibt das Zucchinigemüse bissfest und bekommt Röstaromen. Mit Zwiebel, Knoblauch, Thymian und Petersilie ist es in 20 Minuten fertig. Es passt zu fast jedem Hauptgericht und lässt sich mit Tomaten, Paprika oder Schmand leicht abwandeln.
Rezepte-Planer
Füge das Rezept dem Tages-Planer hinzu. Zum Planer hier klicken.






