Vorstellung Spreewälder Hefeplinse
Die Spreewälder Hefeplinse ist ein kleiner Pfannkuchen aus Hefeteig, etwa handtellergroß und einen guten Zentimeter dick. Der Teig wird mit Buttermilch statt Vollmilch angerührt, das macht ihn locker und gibt eine feine Säure. Ausgebacken wird in Leinöl, dem typischen Speiseöl der Lausitz und des Spreewalds. Es färbt die Plinsen goldgelb und bringt einen herben, leicht nussigen Ton mit, den man vom Oberlausitzer Leinölquark kennt. Gegessen werden die Plinsen warm mit Zucker und Zimt oder mit Apfelmus, zum Frühstück, als süßes Mittagessen oder zum Kaffee. Die dünne Fassung ohne Hefe steht bei den Plinsen.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 150 g Weizenmehl (Type 405)
- 10 g frische Hefe (oder 1 TL Trockenhefe)
- 170 ml Buttermilch
- 1 EL Zucker
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 3 EL Leinöl zum Ausbacken (bei Bedarf zur Hälfte Rapsöl)
- 2 EL Zucker und 1/2 TL Zimt zum Bestreuen
- 150 g Apfelmus zum Servieren
Einkaufen der Zutaten
Lausitzer Leinöl kommt aus Ölmühlen der Region und ist im Spreewald in fast jedem Supermarkt zu haben, sonst im Reformhaus oder online. Achten Sie auf frische Ware mit kurzem Pressdatum und bewahren Sie die Flasche im Kühlschrank auf. Altes Leinöl schmeckt bitter und fischig. Buttermilch nehmen Sie als reine Buttermilch, nicht als Buttermilchgetränk mit Frucht. Frische Hefe liegt im Kühlregal. Das Apfelmus darf ruhig grob und säuerlich sein, dann ist der Kontrast zum Zimtzucker größer.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Buttermilch und Ei eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Kalte Buttermilch bremst die Hefe stark. Erwärmen Sie die Buttermilch vorsichtig auf etwa 35 Grad, bei mehr flockt sie aus. Rechnen Sie mit einer Stunde Gehzeit. Mischen Sie Zucker und Zimt schon vorher in einer kleinen Schale. Für vier Personen verdoppeln Sie alle Mengen und halten die fertigen Plinsen im Ofen bei 80 Grad warm, während Sie den Rest ausbacken.
Anleitung für die Zubereitung
- Lösen Sie die Hefe mit dem Zucker in der lauwarmen Buttermilch auf und lassen Sie die Mischung 10 Minuten stehen.
- Verrühren Sie Mehl und Salz in einer Schüssel, geben Sie Hefe-Buttermilch und Ei dazu und schlagen Sie alles 2 bis 3 Minuten zu einem dicken, glatten Teig, der schwer vom Löffel fällt.
- Decken Sie die Schüssel ab und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort 50 bis 60 Minuten gehen, bis er Blasen wirft und deutlich aufgegangen ist.
- Erhitzen Sie 1 EL Leinöl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze, nicht stärker, denn Leinöl verträgt wenig Hitze.
- Setzen Sie mit einem Esslöffel 3 Häufchen Teig von etwa 8 cm Durchmesser in die Pfanne, ohne den Teig vorher umzurühren.
- Backen Sie die Plinsen 3 Minuten, bis die Unterseite goldbraun ist und oben Löcher entstehen. Wenden Sie sie und backen Sie sie weitere 2 bis 3 Minuten.
- Lassen Sie die Plinsen auf Küchenpapier abtropfen und backen Sie den restlichen Teig mit frischem Öl aus. Es werden 8 bis 9 Stück.
- Wälzen Sie die warmen Plinsen in Zimtzucker oder servieren Sie sie mit Apfelmus.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Plinsen nehmen Sie 150 g glutenfreie Mehlmischung, am besten eine mit Reis- und Buchweizenmehl. Der Teig geht etwas weniger auf, die Plinsen werden dafür knuspriger. Laktose steckt in der Buttermilch. Ersetzen Sie sie durch 200 ml laktosefreien Naturjoghurt, mit 3 EL Wasser verdünnt. Das Leinöl ist von Natur aus laktosefrei, ebenso Zucker und Apfelmus.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Die Hefeplinse ist vegetarisch. Vegan wird sie mit 180 ml Sojadrink und 1 EL Zitronensaft, die Sie 5 Minuten stehen lassen, bis die Mischung leicht dicklich wird. Das ergibt eine pflanzliche Buttermilch. Das Ei ersetzen Sie durch 2 EL Apfelmus und 1/2 TL Backpulver. Ausgebacken wird wie gewohnt in Leinöl, die Plinsen schmecken danach kaum anders.
Weitere Tipps und Tricks
Leinöl hat einen niedrigen Rauchpunkt. Wird es zu heiß, schmeckt es bitter und raucht. Bleiben Sie bei mittlerer Hitze oder mischen Sie es mit Rapsöl. Rühren Sie den gegangenen Teig nicht mehr um, sonst entweicht die Luft. Wenn die erste Plinse innen noch roh ist, ist die Pfanne zu heiß. Reste halten einen Tag in einer Dose und werden im Toaster wieder warm. Geöffnetes Leinöl verbrauchen Sie innerhalb von vier Wochen.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit einer Handvoll Heidelbeeren, die Sie auf die rohe Oberseite streuen, werden die Plinsen zu einem Sommerfrühstück. Herzhaft schmecken sie ohne Zucker mit Quark und Schnittlauch. Ein Löffel Zucker mehr im Teig und eine Prise Vanille machen sie kuchenartig. Wer Quark im Teig mag, findet bei den Oberlausitzer Quarkkeulchen eine verwandte Variante aus der Region.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Ist Ihnen Leinöl zu herb, backen Sie mit Rapsöl oder Butterschmalz und träufeln nur am Ende einige Tropfen Leinöl über die fertigen Plinsen. Statt Buttermilch geht Kefir oder Dickmilch mit etwas Wasser. Trockenhefe ersetzt die frische Hefe. Dinkelmehl Type 630 kann das Weizenmehl ersetzen. Statt Apfelmus passen Pflaumenmus oder eingekochte Heidelbeeren.
Ideen für passende Getränke
Zum Frühstück passt ein Becher Milchkaffee oder ein schwarzer Tee. Ein Glas kalte Buttermilch greift den Teig auf und ist im Spreewald seit jeher ein Alltagsgetränk. Wer es fruchtig mag, trinkt einen naturtrüben Apfelsaft dazu.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Legen Sie drei Plinsen leicht übereinander auf einen Teller, bestreuen Sie sie erst am Tisch mit Zimtzucker und stellen Sie das Apfelmus in einem Schälchen daneben. Ein grober Holzteller oder ein Brett passt zur ländlichen Küche des Spreewalds.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Das Wort Plinse stammt aus den slawischen Sprachen und wurde im Osten Deutschlands aus dem Sorbischen entlehnt, wo die Plinse plinc oder blinc heißt. Verwandt sind die russischen Bliny. In der Lausitz rührt man den Teig häufig mit Buttermilch an, dann spricht man von Buttermilchplinsen. Gelegentlich findet man dort auch Hefeplinsen. In den drei Plinsdörfern Gosda, Weißag und Zwietow bei Calau backt man sie noch aus Buchweizenmehl. Leinöl gilt als das Fett der einfachen Leute, denn Flachs wurde in der Region lange angebaut. Ein einzelnes Originalrezept oder ein Datum lässt sich nicht nennen.
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Zusammenfassung: Spreewälder Hefeplinse
Ein dicker Hefeteig mit Buttermilch geht eine Stunde und wird dann löffelweise in Leinöl bei mittlerer Hitze ausgebacken. Die Plinsen bleiben innen weich, schmecken leicht säuerlich und haben einen nussigen Ton vom Öl. Zimtzucker oder Apfelmus reichen als Begleitung.
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