Vorstellung Pommersche Hefeplinsen
Pommersche Hefeplinsen sind kleine Pfannkuchen aus einem dickflüssigen Hefeteig. Mehl, lauwarme Milch, Ei, etwas Zucker und Hefe gehen eine Stunde, bis der Teig Blasen wirft. Dann setzt man ihn mit dem Löffel in heißes Butterschmalz. Die Plinsen gehen in der Pfanne noch einmal auf, werden etwa 1 cm dick, außen knusprig und innen locker. Sie schmecken mild nach Hefe und Butter. Man isst sie als süßes Mittagessen oder am Nachmittag. Die dünnere Schwester ohne Hefe steht bei den Plinsen. Mit Hefe ähneln sie eher den russischen Oladji.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 150 g Weizenmehl (Type 405)
- 10 g frische Hefe (oder 1 TL Trockenhefe)
- 150 ml lauwarme Milch
- 1 EL Zucker
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 1 EL weiche Butter
- 2 bis 3 EL Butterschmalz zum Braten
- 2 EL Zucker und 1/2 TL Zimt zum Bestreuen
- 150 g Apfelmus zum Servieren
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Frische Hefe liegt im Kühlregal neben der Butter. Sie sollte hellbeige sein und nach Hefe riechen, nicht säuerlich. Trockenhefe funktioniert genauso, sie kommt direkt ins Mehl. Normales Weizenmehl Type 405 reicht, mit Type 550 werden die Plinsen etwas kräftiger. Zum Braten nehmen Sie Butterschmalz, es verträgt höhere Hitze als Butter. Apfelmus kaufen Sie im Glas oder kochen es aus säuerlichen Äpfeln wie Boskop selbst.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Ei und Butter eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Erwärmen Sie die Milch auf etwa 35 Grad, sie soll sich am Finger lauwarm anfühlen. Zu heiße Milch tötet die Hefe. Suchen Sie einen warmen Platz für die Schüssel, etwa neben der Heizung oder im Backofen bei eingeschaltetem Licht. Für vier Personen oder als Mahlzeit für zwei verdoppeln Sie die Mengen und braten in mehreren Durchgängen.
Anleitung für die Zubereitung
- Bröseln Sie die Hefe in die lauwarme Milch, rühren Sie den Zucker ein und lassen Sie die Mischung 10 Minuten stehen, bis sie schäumt.
- Verrühren Sie Mehl und Salz in einer Schüssel, geben Sie Hefemilch, Ei und weiche Butter dazu und schlagen Sie alles mit dem Kochlöffel oder Handrührgerät 3 Minuten zu einem glatten, dickflüssigen Teig.
- Decken Sie die Schüssel mit einem Tuch ab und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort 45 bis 60 Minuten gehen, bis er sich verdoppelt hat und Blasen wirft.
- Rühren Sie den Teig nicht mehr um. Erhitzen Sie 1 EL Butterschmalz in einer Pfanne auf mittlere Hitze.
- Setzen Sie je 2 Esslöffel Teig als Häufchen von etwa 8 cm Durchmesser in die Pfanne, 3 bis 4 Stück pro Durchgang. Lassen Sie Platz dazwischen, sie gehen noch auf.
- Braten Sie die Plinsen 2 bis 3 Minuten, bis die Unterseite goldbraun ist und sich oben kleine Löcher zeigen. Wenden Sie sie und braten Sie sie weitere 2 Minuten.
- Lassen Sie die Plinsen kurz auf Küchenpapier abtropfen und braten Sie den restlichen Teig mit frischem Butterschmalz. Es werden etwa 8 Stück.
- Bestreuen Sie die warmen Plinsen mit Zimtzucker und reichen Sie das Apfelmus dazu.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei backen Sie die Plinsen mit 150 g glutenfreier Mehlmischung für Hefeteig, die meist schon Bindemittel enthält. Der Teig braucht dann etwas weniger Milch, rund 130 ml. Für laktosefreie Plinsen nehmen Sie laktosefreie Milch und laktosefreie Butter. Butterschmalz enthält praktisch keine Laktose und kann bleiben.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Die Plinsen sind schon vegetarisch. Vegan werden sie mit 150 ml Hafermilch oder Sojadrink und 1 EL Pflanzenmargarine statt Butter. Das Ei ersetzen Sie durch 2 EL Apfelmus und 1/2 TL Backpulver, die Plinsen gehen damit gut auf. Zum Braten nehmen Sie Rapsöl oder Kokosöl. Mit Apfelmus und Zimtzucker schmecken sie kaum anders als das Original.
Weitere Tipps und Tricks
Ist die Pfanne zu heiß, bleiben die Plinsen innen roh, während sie außen schon dunkel sind. Mittlere Hitze und Geduld helfen. Rühren Sie den gegangenen Teig nicht mehr, sonst fällt er zusammen. Plinsen schmecken frisch am besten. Reste halten in einer Dose einen Tag und lassen sich in der Pfanne ohne Fett oder im Toaster aufwärmen. Sie lassen sich auch einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Geben Sie eine Handvoll Rosinen oder Apfelwürfel in den Teig. Manche streuen kurz vor dem Wenden Heidelbeeren auf die rohe Oberseite. Statt Zimtzucker passen Puderzucker, Pflaumenmus oder Quark mit Vanille. Für herzhafte Plinsen lassen Sie den Zucker weg und servieren sie mit Kräuterquark. Eine Verwandte mit Quark im Teig sind die Quarkkeulchen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt frischer Hefe nehmen Sie 1 TL Trockenhefe. Die Hälfte der Milch können Sie durch Buttermilch ersetzen, dann werden die Plinsen leicht säuerlich und noch lockerer. Butterschmalz ersetzen Sie durch Rapsöl. Statt Apfelmus passt jedes Kompott, im Sommer frische Erdbeeren mit Zucker. Wer kein Weizenmehl mag, nimmt Dinkelmehl Type 630 in gleicher Menge.
Ideen für passende Getränke
Zu warmen Plinsen passt ein Glas kalte Milch oder ein Kakao. Nachmittags trinkt man in Norddeutschland Kaffee oder Tee dazu. Ein Apfelsaft greift den Geschmack des Apfelmus auf.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Stapeln Sie drei oder vier Plinsen leicht versetzt auf einen flachen Teller und streuen Sie den Zimtzucker erst kurz vor dem Servieren darüber. Das Apfelmus kommt in ein kleines Schälchen daneben. So bleiben die Plinsen außen knusprig.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Das Wort Plinse ist aus dem Obersorbischen entlehnt. Dort heißt der Pfannkuchen blinc oder plinc, älter mlinc, gebildet zum slawischen Wort für mahlen. Schon 1558 erwähnt der Prediger Johannes Mathesius eine Blintzenbeckerin. Verbreitet ist das Wort vor allem im Ostmitteldeutschen, in der Lausitz kommt oft Buttermilch in den Teig. Je nach Gegend wird der Teig mit Hefe oder Natron gelockert. Die pommersche Küche führt die Hefeplinsen als eigenes Gericht, ein bestimmtes Originalrezept oder Jahr lässt sich dafür nicht nennen. Im Osten waren Plinsen auch in der DDR ein verbreitetes Essen, wie die Plinsen aus der DDR zeigen.
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Zusammenfassung: Pommersche Hefeplinsen
Ein dickflüssiger Hefeteig geht eine Stunde und wird dann löffelweise in Butterschmalz gebraten. Die Plinsen werden etwa fingerdick, außen goldbraun und innen weich. Mittlere Hitze ist wichtig. Mit Zimtzucker und Apfelmus sind sie ein einfacher Nachtisch oder eine süße Mahlzeit.
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