Vorstellung Quarkstollen
Quarkstollen ist eine schnelle Variante des Weihnachtsstollens. Statt mit Hefe geht der Teig mit Backpulver auf, Quark macht ihn feucht und mürbe. In der Krume stecken Rosinen, Zitronat, Orangeat und gehackte Mandeln, gewürzt mit Zitronenschale und Kardamom. Die Form ist die eines Stollens, ein länglicher Laib mit einer Wulst in der Mitte. Nach dem Backen wird er mit flüssiger Butter bestrichen und dick mit Puderzucker bestäubt. Er schmeckt milder und saftiger als ein Christstollen und ist weniger fett. Quarkstollen backt man vor allem in der Adventszeit, wenn ein Hefestollen zu aufwendig ist oder kurz vor Weihnachten noch ein Stollen fehlt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Weizenmehl Type 405
- 2 TL Backpulver (8 g)
- 80 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 Messerspitze gemahlener Kardamom
- abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
- 125 g Magerquark, gut abgetropft
- 1 Ei (Größe M)
- 75 g kalte Butter in Würfeln
- 75 g Rosinen
- 3 EL Orangensaft zum Einweichen
- 25 g Zitronat
- 25 g Orangeat
- 40 g gehackte Mandeln
- 40 g Butter zum Bestreichen
- 4 EL Puderzucker zum Bestäuben
Einkaufen der Zutaten
Nehmen Sie Magerquark oder Quark mit 20 % Fett, beide funktionieren. Wichtig ist, dass er nicht wässrig ist. Zitronat und Orangeat gibt es im Herbst und Winter im Backregal, die beste Qualität bekommen Sie in Feinkostläden oder auf Weihnachtsmärkten als ganze kandierte Schalen. Die schneiden Sie selbst klein. Wer Zitronat nicht mag, nimmt die doppelte Menge Orangeat. Die Zitrone sollte unbehandelt sein. Kardamom kaufen Sie am besten gemahlen in kleinen Mengen, er verliert schnell an Aroma.
Vorbereitung des Gerichts
Weichen Sie die Rosinen mindestens eine Stunde, besser über Nacht, in Orangensaft ein. Viele Familien nehmen dafür Rum, Orangensaft ist die alkoholfreie Wahl und macht die Rosinen ebenso saftig. Lassen Sie den Quark in einem Sieb mit Küchenpapier 30 Minuten abtropfen. Hacken Sie Zitronat und Orangeat fein. Heizen Sie den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor. Die Menge ergibt einen Stollen von etwa 700 g. Für zwei Stollen verdoppeln Sie alle Zutaten und backen beide nebeneinander auf einem Blech.
Anleitung für die Zubereitung
- Mischen Sie Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Salz, Kardamom und Zitronenschale in einer Schüssel.
- Geben Sie Quark, Ei und die kalten Butterwürfel dazu und verkneten Sie alles mit den Knethaken kurz zu einem glatten Teig.
- Kneten Sie Rosinen, Zitronat, Orangeat und Mandeln mit den Händen rasch unter, bis sie gleichmäßig verteilt sind.
- Rollen Sie den Teig zu einem Oval von etwa 25 x 18 cm aus, drücken Sie mit dem Rollholz längs eine Mulde etwas außerhalb der Mitte ein und schlagen Sie die größere Seite über die kleinere.
- Legen Sie den Stollen auf ein Blech mit Backpapier und backen Sie ihn auf mittlerer Schiene 40 bis 45 Minuten, bis er goldbraun ist und ein Holzstäbchen sauber herauskommt.
- Schmelzen Sie die Butter und bestreichen Sie den heißen Stollen sofort damit, sodass sie gut einzieht.
- Bestäuben Sie ihn noch warm dick mit der Hälfte des Puderzuckers, lassen Sie ihn auskühlen und bestäuben Sie ihn dann ein zweites Mal.
- Wickeln Sie den kalten Stollen in Alufolie und lassen Sie ihn 2 bis 3 Tage kühl durchziehen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für einen glutenfreien Quarkstollen nehmen Sie 250 g glutenfreie Mehlmischung für Kuchen und 1/2 TL Johannisbrotkernmehl als Bindung. Der Teig ist etwas weicher, formen Sie ihn mit bemehlten Händen. Laktosefrei wird er mit laktosefreiem Quark und laktosefreier Butter. Beide gibt es im Kühlregal größerer Supermärkte, die Mengen bleiben gleich.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Der Stollen ist vegetarisch. Für eine vegane Version ersetzen Sie den Quark durch 125 g ungesüßten Sojaskyr oder abgetropften Sojajoghurt, das Ei durch 50 g Apfelmus und die Butter durch Pflanzenbutter aus dem Block. Zum Bestreichen eignet sich ebenfalls geschmolzene Pflanzenbutter. Achten Sie darauf, dass das Zitronat ohne tierische Farbstoffe hergestellt wurde.
Weitere Tipps und Tricks
Kneten Sie den Teig nur kurz, sonst wird er zäh und die Butter schmilzt. Bräunt der Stollen nach 30 Minuten zu stark, legen Sie Backpapier darüber. Sparen Sie nicht an der Butterschicht, sie hält den Stollen saftig. Ein Quarkstollen hält sich gut verpackt an einem kühlen Ort etwa zwei Wochen, also deutlich kürzer als ein Hefestollen. Er lässt sich gut einfrieren, am besten in Scheiben, die Sie einzeln auftauen.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 60 g Marzipan als Rolle in der Mitte wird der Stollen festlicher, ähnlich einem Marzipanstollen. Statt Rosinen passen getrocknete Cranberries oder gehackte Aprikosen. Wer Gewürze mag, gibt eine Messerspitze Zimt und Muskatblüte dazu. Für einen Mohnstollen nach Art des Mohnstollen streichen Sie eine dünne Schicht Mohnback auf den ausgerollten Teig und rollen ihn auf. Gehackte Haselnüsse ersetzen die Mandeln.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Quark können Sie Ricotta nehmen, der Stollen wird dann etwas weicher. Dinkelmehl Type 630 ersetzt Weizenmehl ohne Änderung. Statt Zitronat eignen sich fein gehackte getrocknete Feigen. Wer keinen Kardamom hat, nimmt Stollengewürz aus dem Backregal. Puderzucker lässt sich mit etwas Vanillezucker mischen, das ergibt eine aromatischere Schicht.
Ideen für passende Getränke
Zum Quarkstollen passt ein frisch gebrühter Kaffee oder ein schwarzer Tee mit Milch. In der Adventszeit schmeckt ein heißer Apfelpunsch ohne Alkohol mit Zimt und Nelken dazu. Kinder trinken gern Kakao oder warme Vanillemilch. Ein Früchtetee mit Orange greift das Orangeat auf.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Schneiden Sie den Stollen auf einem Holzbrett in fingerdicke Scheiben und legen Sie sie leicht versetzt auf einen hellen Teller. Ein frischer Hauch Puderzucker kurz vor dem Servieren lässt ihn gepflegt aussehen. Tannenzweige, ein paar Walnüsse und Mandarinen auf dem Tisch passen zur Adventszeit.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Stollen ist in Sachsen seit Jahrhunderten bekannt, am bekanntesten ist der Dresdner Stollen, der eine geschützte geografische Angabe trägt. Klassische Stollen sind Hefegebäck mit viel Butter und lange Reifezeit. Der Quarkstollen ist eine jüngere Variante, die ohne Hefe auskommt und Backpulver nutzt. Seit Backpulver im frühen 20. Jahrhundert in kleinen Tütchen für den Haushalt verbreitet war, entstanden viele schnelle Rezepte für Kuchen und Gebäck. Wann der erste Quarkstollen gebacken wurde, ist nicht überliefert. Heute backen ihn viele Familien als schnelle Alternative zum Hefestollen.
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Zusammenfassung: Quarkstollen
Quarkstollen ist ein Stollen ohne Hefe, mit Quark und Backpulver schnell gebacken. Gut abgetropfter Quark, kurzes Kneten und eine großzügige Schicht Butter und Puderzucker machen ihn saftig. Nach zwei bis drei Tagen Ruhe ist er durchgezogen und hält sich etwa zwei Wochen.
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