Vorstellung Patenzopf
Der Patenzopf ist ein geflochtenes Milchbrot aus weichem Hefeteig. Milch, Butter, Ei und etwas Zucker machen die Krume zart und hellgelb, die Kruste wird nach dem Bestreichen mit Eigelb kastanienbraun. Er schmeckt mild süß mit einem Hauch Zitrone und ist weniger reich als ein Stollen. Bei den Sorben der Oberlausitz gehört er mit gekochten, gefärbten Eiern zum Patengeschenk zu Ostern. Man isst den Zopf in Scheiben, mit Butter und Marmelade oder einfach so, wie einen Hefezopf am Sonntag.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 250 g Weizenmehl (Type 550)
- 15 g frische Hefe (oder 1 TL Trockenhefe)
- 110 ml lauwarme Milch
- 35 g Zucker
- 40 g weiche Butter
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 1/2 TL abgeriebene Zitronenschale (unbehandelt)
- 1 Eigelb und 1 EL Milch zum Bestreichen
- 1 EL Hagelzucker
- 1 EL Rosinen nach Belieben
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Mehl Type 550 hat etwas mehr Klebereiweiß als Type 405, der Zopf hält damit die Form besser und reißt beim Backen weniger. Frische Hefe finden Sie im Kühlregal, sie sollte noch nicht bröselig und grau sein. Nehmen Sie Vollmilch und echte Butter, beides bestimmt den Geschmack. Hagelzucker steht im Backregal oder bei Bäckereibedarf, er schmilzt im Ofen nicht. Eine Bio-Zitrone für die Schale lohnt sich, weil die Schale ohne Wachs ist.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Butter und Ei eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Erwärmen Sie die Milch auf etwa 35 Grad. Der Teig geht insgesamt rund 1,5 Stunden, rechnen Sie mit gut zwei Stunden bis zum fertigen Zopf. Legen Sie ein Backblech mit Backpapier bereit. Das Rezept ergibt einen Zopf von etwa 28 cm Länge. Für einen großen Familienzopf oder zwei Zöpfe zum Verschenken verdoppeln Sie alle Zutaten und verlängern die Backzeit um etwa 10 Minuten.
Anleitung für die Zubereitung
- Lösen Sie die Hefe mit 1 TL Zucker in der lauwarmen Milch auf und lassen Sie die Mischung 10 Minuten stehen, bis sie schäumt.
- Geben Sie Mehl, restlichen Zucker, Salz, Zitronenschale, Ei und Hefemilch in eine Schüssel und kneten Sie alles 5 Minuten. Kneten Sie dann die weiche Butter in Stücken ein, bis der Teig nach weiteren 5 Minuten glatt ist und sich vom Schüsselrand löst. Rosinen arbeiten Sie jetzt ein.
- Lassen Sie den Teig abgedeckt an einem warmen Ort 60 Minuten gehen, bis er sich verdoppelt hat.
- Teilen Sie den Teig in drei gleich schwere Stücke von etwa 155 g und rollen Sie jedes zu einem Strang von 35 cm, der in der Mitte etwas dicker ist als an den Enden.
- Legen Sie die Stränge oben zusammen, drücken Sie die Enden fest und flechten Sie einen lockeren Zopf. Drücken Sie das untere Ende ebenfalls zusammen und schlagen Sie beide Enden leicht unter.
- Setzen Sie den Zopf auf das Blech und lassen Sie ihn abgedeckt weitere 30 Minuten gehen. Heizen Sie den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor.
- Verquirlen Sie Eigelb und Milch, bestreichen Sie den Zopf damit gründlich bis in die Rillen und streuen Sie den Hagelzucker darüber.
- Backen Sie den Zopf auf der mittleren Schiene 25 bis 28 Minuten, bis er tief goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt. Lassen Sie ihn auf einem Gitter auskühlen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Ein glutenfreier Zopf gelingt mit 250 g glutenfreier Mehlmischung für Brot und Brötchen, die Flohsamenschalen enthält. Geben Sie 20 ml mehr Milch dazu und kneten Sie kürzer, der Teig bleibt weicher. Die Stränge lassen sich dann besser mit feuchten Händen formen. Laktosefrei wird der Zopf mit laktosefreier Milch und laktosefreier Butter, am Rezept ändert sich sonst nichts.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Der Zopf ist vegetarisch. Für die vegane Version nehmen Sie 120 ml Hafer- oder Sojadrink, 40 g Pflanzenmargarine und statt des Eis 50 g ungesüßtes Apfelmus. Zum Bestreichen mischen Sie 1 EL Sojadrink mit 1 TL Ahornsirup und 1 TL Öl. Die Kruste wird etwas heller, glänzt aber trotzdem. Den Hagelzucker können Sie unverändert verwenden.
Weitere Tipps und Tricks
Zu viel Mehl beim Formen macht den Zopf trocken. Rollen Sie die Stränge auf der unbemehlten Arbeitsfläche, der Teig haftet dann besser und lässt sich dehnen. Flechten Sie locker, ein zu straffer Zopf reißt im Ofen an den Seiten auf. Bräunt er zu früh, legen Sie nach 15 Minuten Backpapier auf. In einem Gefrierbeutel bleibt er zwei Tage weich. Einen Tag alten Zopf toasten Sie in Scheiben oder machen daraus Arme Ritter.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit Rosinen, die Sie vorher in warmem Tee einweichen, wird der Zopf saftiger. Gehackte Mandeln oder Orangeat passen ebenso. Wer es weniger süß mag, lässt den Hagelzucker weg und bestreut mit Mandelblättchen. Für einen Osterkranz legen Sie den Zopf zu einem Ring und setzen nach dem Backen gefärbte Eier hinein. Neben dem gebackenen Osterlamm ist er dann der Mittelpunkt der Ostertafel. Ein Zopf aus sechs Strängen sieht festlicher aus, das Flechten braucht aber Übung.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt frischer Hefe genügt 1 TL Trockenhefe, die direkt ins Mehl kommt. Dinkelmehl Type 630 ersetzt das Weizenmehl eins zu eins, der Teig braucht dann 10 Minuten weniger Gehzeit. Butter können Sie durch die gleiche Menge Butterschmalz ersetzen. Statt Zitronenschale schmeckt eine Messerspitze gemahlener Kardamom. Hagelzucker ersetzen Sie zur Not durch grob gehackte Mandeln.
Ideen für passende Getränke
Zum Osterfrühstück passt ein Milchkaffee oder ein Kakao. Kinder tunken ihre Scheibe gern in warme Milch. Ein Früchtetee oder ein frisch gepresster Orangensaft sind die leichtere Wahl.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Legen Sie den ganzen Zopf auf ein Holzbrett und schneiden Sie erst am Tisch die ersten Scheiben ab, dann sieht man die feine Krume. Als Geschenk wickeln Sie ihn in Butterbrotpapier und binden ein Band darum. Ein paar gefärbte Ostereier daneben erinnern an das Patengeschenk.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Dass Paten ihren Patenkindern ein Hefegebäck schenken, kennt man in mehreren Gegenden. In Österreich und Bayern bekommen Patenkinder zu Allerheiligen einen Striezel. Die Schweizer backen den geflochtenen Berner Butterzopf dagegen als Sonntagsbrot. In der sorbischen Oberlausitz fällt das Patengeschenk auf Ostern. Die Kinder holen es mit einem Korb bei ihrer Patin ab, hinein kommen gekochte, gefärbte Eier und der Patenzopf. Früher wurde er wohl zu Hause gebacken, heute bieten ihn auch Bäcker in der Region an. Wie alt der Brauch genau ist, lässt sich nicht belegen, und ein festes, überliefertes Rezept gibt es nicht. Unsere Fassung ist ein einfacher süßer Milchzopf.
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Zusammenfassung: Patenzopf
Ein weicher Hefeteig mit Milch, Butter und Ei wird zu drei Strängen gerollt, locker geflochten, mit Eigelb bestrichen und 25 Minuten gebacken. Heraus kommt ein kleiner, süßer Zopf mit zarter Krume. Locker flechten und wenig Mehl beim Formen sind die zwei Stellen, an denen es ankommt.
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