Vorstellung Orangenplätzchen
Orangenplätzchen sind ausgestochene Butterplätzchen aus Mürbeteig, in den die abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange und ein Löffel Saft kommen. Nach dem Backen bekommen sie eine dünne, leicht durchscheinende Glasur aus Puderzucker und Orangensaft. Der Teig selbst ist nur mäßig süß, die Säure kommt über die Glasur. Gebacken werden sie in Deutschland vor allem im Advent, zusammen mit Vanillekipferln und Butterplätzchen. Sie passen gut zu Leuten, denen Lebkuchen zu schwer ist. Nach zwei Tagen in der Dose zieht das Orangenaroma aus der Glasur in den Teig, dann schmecken sie runder als am Backtag.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 60 g kalte Butter
- 40 g Zucker
- 1 Eigelb (Größe M)
- 1 unbehandelte Orange (davon die abgeriebene Schale und 2 bis 3 EL Saft)
- 1 Prise Salz
- 60 g Puderzucker für die Glasur
- 1 TL fein abgeriebene Orangenschale oder einige Streifen kandierte Orangenschale zum Verzieren (nach Wunsch)
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Wichtig ist eine unbehandelte Orange, auf dem Etikett steht dann „Schale zum Verzehr geeignet“ oder „unbehandelt“. Konventionelle Orangen sind meist mit Wachs und Konservierungsmitteln behandelt, die Sie mit der Schale mitessen würden. Im Winter sind Navelorangen aus Spanien gut, sie haben eine dicke, aromatische Schale und keine Kerne. Nehmen Sie eine normale Butter mit 82 % Fett, keine Streichmischung. Kandierte Orangenschale (Orangeat) liegt ab Herbst im Backregal. Eine feine Reibe, etwa eine Microplane, holt das Aroma deutlich besser heraus als die grobe Seite einer Vierkantreibe.
Vorbereitung des Gerichts
Waschen Sie die Orange heiß und trocknen Sie sie ab. Reiben Sie nur die orange Schicht ab, das weiße Innere schmeckt bitter. Pressen Sie danach eine Hälfte aus, den Saft brauchen Sie für Teig und Glasur. Schneiden Sie die Butter in kleine Würfel und stellen Sie sie zurück in den Kühlschrank. Planen Sie 30 Minuten Ruhezeit für den Teig ein. Für ein ganzes Blech oder zwei Dosen verdoppeln Sie alle Mengen, die Backzeit bleibt gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Mischen Sie Mehl, Zucker, Salz und die abgeriebene Orangenschale in einer Schüssel.
- Geben Sie die kalten Butterwürfel, das Eigelb und 1 EL Orangensaft dazu und verkneten Sie alles rasch mit den Händen zu einem glatten Teig.
- Drücken Sie den Teig flach, wickeln Sie ihn in Folie und kühlen Sie ihn 30 Minuten.
- Heizen Sie den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor und belegen Sie ein Blech mit Backpapier.
- Rollen Sie den Teig auf wenig Mehl etwa 3 bis 4 mm dick aus und stechen Sie runde oder sternförmige Plätzchen von etwa 5 cm aus.
- Backen Sie die Plätzchen 10 bis 12 Minuten, bis die Ränder hellgolden sind, und lassen Sie sie auf einem Gitter vollständig auskühlen.
- Rühren Sie den Puderzucker mit 1 bis 1,5 EL Orangensaft zu einer dickflüssigen Glasur an.
- Streichen Sie die Glasur dünn auf die Plätzchen, setzen Sie nach Wunsch etwas Schale oder Orangeat darauf und lassen Sie alles etwa 1 Stunde trocknen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Version nehmen Sie 125 g einer glutenfreien Mehlmischung für Kuchen und Kekse und geben 1 EL gemahlene Mandeln dazu, das macht den Teig geschmeidiger. Der Teig reißt leichter, rollen Sie ihn deshalb zwischen zwei Lagen Backpapier aus. Laktosefrei wird es mit laktosefreier Butter, die es in den meisten Supermärkten gibt. Glasur und Orange sind ohnehin frei von Gluten und Laktose.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch sind die Plätzchen schon. Für die vegane Variante ersetzen Sie die Butter durch 60 g vegane Blockmargarine, etwa von Alsan, Streichmargarine aus dem Becher ist zu weich. Statt Eigelb nehmen Sie 1 EL Orangensaft mehr und 1 TL Speisestärke. Die Plätzchen bräunen dann etwas weniger, schmecken aber kaum anders. Die Glasur bleibt unverändert.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu warmer Teig. Er klebt, die Formen verlaufen im Ofen. Ist die Küche warm, legen Sie die ausgestochenen Plätzchen vor dem Backen zehn Minuten in den Kühlschrank. Die Glasur sollte nur dünn sein, eine dicke Schicht bleibt klebrig und zieht Wasser. Gut getrocknet halten die Plätzchen in einer Blechdose etwa drei Wochen. Legen Sie Backpapier zwischen die Lagen und bewahren Sie sie getrennt von weichem Gebäck wie Christstollen auf, sonst werden sie weich.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mehr Würze bekommen die Plätzchen mit einer Prise Kardamom oder Zimt im Teig. Für eine Schokoladenvariante tauchen Sie die Hälfte jedes Plätzchens in geschmolzene Zartbitterschokolade statt in die Glasur. Kinder mögen es, wenn zwei Plätzchen mit Orangenmarmelade zusammengesetzt werden, dann stechen Sie aus der oberen Hälfte ein kleines Loch aus. Wer es herber mag, nimmt eine Bitterorange oder mischt etwas Zitronenschale dazu.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Orange funktionieren Mandarinen oder Clementinen, deren Schale ist milder und süßer. Blutorangen färben die Glasur zartrosa. Weizenmehl Type 550 geht ebenfalls, der Teig wird etwas fester. Den Zucker im Teig können Sie durch Puderzucker ersetzen, dann werden die Plätzchen feiner und zarter. Fehlt frischer Saft, rühren Sie die Glasur mit gekauftem Orangensaft an.
Ideen für passende Getränke
Zu den fruchtigen Plätzchen passt ein schwarzer Tee wie Earl Grey, dessen Bergamotte gut zur Orange steht. Milder ist ein Rooibos mit Vanille. Kinder trinken gern heiße Milch mit Honig dazu, und ein warmer Apfel-Orangen-Punsch ohne Alkohol aus Saft, Zimtstange und Nelken passt in der Adventszeit.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Sterne und runde Formen sehen auf einem Teller mit dunklen Weihnachtsplätzchen am besten aus, weil die helle Glasur dort auffällt. Ein feiner Streifen Orangenschale auf jedem Plätzchen zeigt, was drin ist. Als Geschenk füllen Sie sie in ein Glas mit Schraubdeckel und binden eine getrocknete Orangenscheibe an.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Orangenplätzchen haben keine belegte Ursprungsgeschichte. Sie gehören zur großen Familie der Butterplätzchen aus Mürbeteig, die in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert zur Weihnachtsbäckerei zählen, als Zucker und Weißmehl für mehr Haushalte bezahlbar wurden. Orangen kamen als Importware aus Südeuropa und galten lange als Winterluxus, oft lagen sie als Geschenk auf dem Weihnachtsteller. Orangenschale und Orangeat stecken bis heute in viel Adventsgebäck. Ein festes, regional gebundenes Rezept gibt es nicht, jede Familie variiert Teig und Glasur.
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Zusammenfassung: Orangenplätzchen
Mit einer Orange, etwas Butter und einer halben Stunde Kühlzeit entstehen Plätzchen, die zwischen dem gewürzten Weihnachtsgebäck auffallen. Die dünne Glasur macht den Unterschied. Backen Sie sie zwei Tage vor dem Servieren, dann ist das Aroma am besten verteilt.
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