Vorstellung Nussplätzchen
Nussplätzchen sind kleine, runde Kekse aus Mürbeteig mit gemahlenen Haselnüssen oder Walnüssen. Sie sind hell goldbraun, mürbe und zerfallen beim Kauen fast im Mund, weil die Nüsse viel Fett mitbringen und den Teig kürzer machen. Gebacken werden sie in vielen deutschen Familien im Advent, zusammen mit Vanillekipferln und Zimtsternen. Ein festes Originalrezept gibt es nicht. Manche Familien nehmen nur Walnüsse, andere tauchen die Hälfte in Schokolade oder setzen zwei Plätzchen mit Johannisbeergelee zusammen. Die Version hier ist bewusst schlicht gehalten, mit einem ganzen Haselnusskern als Deko. Die Plätzchen schmecken nach zwei, drei Tagen in der Dose runder als frisch aus dem Ofen.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 100 g Weizenmehl Type 405
- 50 g gemahlene Haselnüsse
- 40 g Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 70 g kalte Butter, in Würfeln
- 1 Eigelb (Größe M)
- 1 EL Milch zum Bestreichen
- etwa 25 ganze Haselnusskerne zum Belegen
Einkaufen der Zutaten
Gemahlene Haselnüsse gibt es in jedem Supermarkt im Backregal, meist in Tüten zu 100 oder 200 g. Riechen Sie nach dem Öffnen kurz daran. Nüsse werden durch ihr Fett schnell ranzig, und ein leicht bitterer, alter Geruch geht in den Plätzchen nicht weg. Frisch gemahlen aus ganzen Kernen schmecken sie deutlich nussiger, eine Mandelmühle oder ein Blitzhacker reicht dafür. Bei der Butter lohnt sich normale Süßrahmbutter mit 82 % Fett, Halbfettbutter macht den Teig klebrig. Ganze Haselnusskerne kaufen Sie am besten geschält, sonst müssen Sie die Häutchen nach dem Rösten abreiben.
Vorbereitung des Gerichts
Rösten Sie die gemahlenen Haselnüsse in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze drei bis vier Minuten, bis sie duften, und lassen Sie sie vollständig auskühlen. Warme Nüsse würden die Butter schmelzen. Schneiden Sie die Butter direkt aus dem Kühlschrank in kleine Würfel. Trennen Sie das Ei und heben Sie das Eiweiß für Makronen oder Baiser auf. Der Teig braucht 30 Minuten Kühlzeit, planen Sie insgesamt etwa eine Stunde ein. Für ein ganzes Blech mit rund 50 Plätzchen verdoppeln Sie einfach alle Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Vermischen Sie Mehl, geröstete gemahlene Haselnüsse, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer Schüssel.
- Geben Sie die kalten Butterwürfel und das Eigelb dazu und verkneten Sie alles zügig mit den Händen oder den Knethaken des Mixers zu einem glatten Teig.
- Formen Sie den Teig zu einer flachen Scheibe, wickeln Sie ihn in Frischhaltefolie und legen Sie ihn 30 Minuten in den Kühlschrank.
- Heizen Sie den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor und legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus.
- Rollen Sie den Teig auf leicht bemehlter Fläche etwa 5 mm dick aus und stechen Sie mit einem runden Ausstecher von 5 cm Durchmesser Plätzchen aus.
- Setzen Sie die Plätzchen auf das Blech, bestreichen Sie sie dünn mit Milch und drücken Sie in jede Mitte einen ganzen Haselnusskern.
- Backen Sie die Plätzchen 10 bis 12 Minuten, bis die Ränder hellbraun sind.
- Lassen Sie sie zwei Minuten auf dem Blech ruhen und schieben Sie sie dann mit dem Papier auf ein Gitter zum Auskühlen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Nussplätzchen ersetzen Sie das Weizenmehl durch 100 g einer glutenfreien Mehlmischung für Mürbeteig, etwa von Schär. Der Teig bricht etwas leichter, rollen Sie ihn deshalb zwischen zwei Lagen Backpapier aus. Ohne Laktose nehmen Sie laktosefreie Butter, die sich genau wie normale Butter verarbeitet. Die Milch zum Bestreichen tauschen Sie gegen laktosefreie Milch oder lassen sie weg, dann glänzen die Plätzchen weniger.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch sind die Plätzchen bereits. Für eine vegane Variante nehmen Sie 70 g kalte vegane Blockmargarine, zum Beispiel Alsan oder Deli Reform, statt der Butter. Das Eigelb ersetzen Sie durch 1 bis 2 EL kaltes Wasser oder Haferdrink, bis der Teig zusammenhält. Zum Bestreichen eignet sich ungesüßter Mandeldrink. Der Teig wird mit Margarine etwas weicher, geben Sie ihm im Kühlschrank lieber 45 Minuten.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu langes Kneten. Dann wird die Butter warm und die Plätzchen werden hart statt mürbe. Kneten Sie nur, bis keine Butterstücke mehr sichtbar sind. Klebt der Teig beim Ausrollen, legen Sie ihn noch einmal zehn Minuten kalt. Backen Sie lieber eine Minute zu kurz als zu lang, die Nüsse werden schnell bitter. In einer Blechdose mit Deckel halten die Nussplätzchen gut drei Wochen. Bewahren Sie sie getrennt von weichem Gebäck wie Lebkuchen auf, sonst ziehen sie Feuchtigkeit und verlieren den Biss.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit Walnüssen statt Haselnüssen wird der Geschmack herber und leicht bitter, was gut zu einem Schokoladenüberzug passt. Für Schokoladenfans tauchen Sie die ausgekühlten Plätzchen zur Hälfte in 50 g geschmolzene Zartbitterkuvertüre. Eine Messerspitze Zimt oder etwas abgeriebene Orangenschale im Teig macht sie weihnachtlicher. Wer gefüllte Plätzchen mag, sticht kleiner aus, lässt die Nuss weg und setzt je zwei mit Johannisbeergelee zusammen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Haselnüssen funktionieren gemahlene Mandeln, Walnüsse oder Pekannüsse in gleicher Menge. Mandeln ergeben die hellsten Plätzchen. Den Zucker können Sie durch braunen Rohrzucker ersetzen, das bringt eine leichte Karamellnote. Haben Sie kein Vanillezucker im Haus, reicht das ausgekratzte Mark einer Viertel Vanilleschote. Statt der ganzen Haselnüsse können Sie die Plätzchen auch mit gehackten Pistazien oder Hagelzucker bestreuen.
Ideen für passende Getränke
Zu Nussplätzchen passt im Advent ein heißer Kinderpunsch aus rotem Traubensaft, Hagebuttentee, Zimtstange und Orangenscheiben. Am Nachmittag ist ein Milchkaffee oder ein schwarzer Tee mit etwas Milch eine gute Wahl, weil beide den nussigen Geschmack nicht überdecken. Kinder trinken gern warmen Kakao dazu. Auch ein milder Rooibos mit Vanille passt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Legen Sie die Plätzchen auf einen hellen Teller oder ein Holzbrett, leicht überlappend in einem Kreis. Ein paar ganze Haselnüsse in der Schale und ein Zweig Tanne daneben reichen als Deko. Zum Verschenken schichten Sie sie in ein Schraubglas oder eine Blechdose, mit Backpapier zwischen den Lagen. Auf einem bunten Plätzchenteller setzen sie zwischen dunklen Nussecken und hellem Spritzgebäck einen ruhigen Akzent.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Mürbeteiggebäck mit Nüssen ist in Deutschland seit langer Zeit fester Teil des Weihnachtsbackens, ein Erfinder oder ein genaues Entstehungsjahr der Nussplätzchen ist aber nicht überliefert. Haselnüsse wachsen in Mitteleuropa wild und wurden im Herbst gesammelt, Walnüsse kamen aus Gärten und von Hofbäumen. Butter und Zucker waren lange teuer, deshalb buk man solche Plätzchen vor allem zu Festen. Erst als Rübenzucker im 19. Jahrhundert billiger wurde, wurden Weihnachtsplätzchen nach und nach in vielen Haushalten zur Gewohnheit. Rezepte für Nussplätzchen stehen heute in fast jedem Familienbackbuch, jeweils mit eigener Nussmischung.
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Zusammenfassung: Nussplätzchen
Für dieses Rezept brauchen Sie wenige Zutaten und gut eine Stunde Zeit, die Hälfte davon kühlt der Teig. Geröstete Nüsse, kalte Butter und kurzes Kneten entscheiden über das Ergebnis. In der Dose halten die Plätzchen bis Weihnachten und lassen sich mit Schokolade, Gelee oder anderen Nüssen leicht abwandeln.
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