Vorstellung Engelsaugen
Engelsaugen gehören in Deutschland zu den klassischen Weihnachtsplätzchen. Sie bestehen aus einem zarten Mürbeteig aus Butter, Mehl, Zucker und Eigelb, oft mit gemahlenen Mandeln oder Haselnüssen. In jede Teigkugel drückt man eine Mulde, die mit rotem Gelee gefüllt wird. Johannisbeere ist die häufigste Wahl, Himbeere ist süßer und weniger säuerlich. Das Gelee bildet einen festen, glänzenden Spiegel, um den herum ein heller, krümeliger Rand liegt. Mit Puderzucker bestäubt erinnert das an ein Auge, darauf geht vermutlich der Name zurück. In Österreich heißen sehr ähnliche Plätzchen Husarenkrapferl, verwandt sind die Hildabrötchen, bei denen zwei Plätzchen mit Gelee zusammengesetzt werden.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 25 g gemahlene Mandeln (blanchiert)
- 40 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (8 g)
- 1 Prise Salz
- 90 g kalte Butter, in Würfeln
- 1 Eigelb (Größe M)
- 80 g Johannisbeergelee oder Himbeergelee
- 1 EL Puderzucker zum Bestäuben
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Für die Füllung brauchen Sie Gelee, keine Konfitüre mit Fruchtstücken. Gelee ist klar, wird beim Erwärmen flüssig und erstarrt wieder glatt. Rotes Johannisbeergelee gibt es in fast jedem Supermarkt, achten Sie auf die Angabe, aus wie viel Gramm Früchten 100 Gramm hergestellt sind. Je höher der Wert, desto fruchtiger. Nehmen Sie Butter mit 82 Prozent Fett, Margarine macht den Teig weicher und schwerer zu formen. Blanchierte gemahlene Mandeln halten den Teig hell. Mit ungeschälten Mandeln oder Haselnüssen wird er dunkler und nussiger.
Vorbereitung des Gerichts
Der Teig muss vor dem Formen mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Holen Sie die Butter direkt vor dem Kneten aus der Kühlung. Legen Sie zwei Bleche mit Backpapier aus und suchen Sie einen Kochlöffel mit rundem Stiel von etwa einem Zentimeter Durchmesser heraus. Für eine große Dose mit 40 bis 50 Plätzchen verdoppeln Sie alle Mengen und backen Blech für Blech. Den Teig können Sie zwei Tage vorher zubereiten.
Anleitung für die Zubereitung
- Mehl, Mandeln, Puderzucker, Vanillezucker und Salz in einer Schüssel mischen.
- Butterwürfel und Eigelb dazugeben und alles schnell mit den Händen oder dem Knethaken zu einem glatten Teig verkneten. Nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig zäh.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze (155 Grad Umluft) vorheizen.
- Aus dem Teig etwa 20 Kugeln von 2,5 cm Durchmesser rollen und mit Abstand auf das Blech setzen.
- Mit dem Stiel eines Kochlöffels in jede Kugel eine etwa 1 cm tiefe Mulde drücken. Reißt der Rand ein, ihn mit den Fingern wieder zusammendrücken.
- Die Plätzchen 12 bis 14 Minuten backen, bis die Ränder ganz leicht goldgelb sind. Kurz auf dem Blech abkühlen lassen und dann auf ein Gitter setzen.
- Das Gelee in einem kleinen Topf unter Rühren erwärmen, bis es flüssig ist, und mit einem Teelöffel in die Mulden füllen.
- Die Engelsaugen vollständig auskühlen lassen, bis das Gelee fest ist, und den Rand mit Puderzucker bestäuben.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Engelsaugen ersetzen Sie das Weizenmehl durch 100 g glutenfreie Mehlmischung für Mürbeteig und erhöhen die Mandeln auf 50 g. Der Teig wird brüchiger, deshalb die Kugeln mit leicht feuchten Händen rollen. Für eine laktosefreie Version nehmen Sie laktosefreie Butter in gleicher Menge. Das Gelee enthält weder Gluten noch Laktose, ein Blick auf die Zutatenliste reicht.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Ohne Fleisch sind die Plätzchen ohnehin, sie sind also vegetarisch. Für die vegane Variante ersetzen Sie die Butter durch 90 g kalte vegane Blockmargarine, keine Streichmargarine aus dem Becher. Das Eigelb können Sie durch 1 EL Pflanzendrink und 1 TL Speisestärke ersetzen. Kontrollieren Sie beim Gelee, ob es mit Pektin geliert ist. Gelatine kommt bei Fruchtgelee selten vor, ausgeschlossen ist sie aber nicht.
Weitere Tipps und Tricks
Zu warmer Teig verläuft im Ofen, die Mulden werden flach. Wenn Sie das merken, stellen Sie das ganze Blech vor dem Backen 10 Minuten in den Kühlschrank. Füllen Sie die Mulden nicht bis zum Rand, sonst läuft das Gelee über. Einige backen das Gelee gleich mit, dann wird es dunkler und matter. In einer Blechdose mit Backpapier zwischen den Lagen halten Engelsaugen zwei bis drei Wochen. Stapeln Sie sie erst, wenn das Gelee wirklich fest ist.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit Haselnüssen statt Mandeln schmeckt der Teig kräftiger. Eine Prise Zimt oder abgeriebene Zitronenschale passt gut in den Mürbeteig. Statt Johannisbeergelee können Sie Aprikosenkonfitüre durch ein Sieb streichen, das gibt gelbe Augen. Für Schokoladenfans tauchen Sie die Unterseite in geschmolzene Zartbitterschokolade. Wer sie edler mag, wälzt die Kugeln vor dem Eindrücken in gehackten Mandeln.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Puderzucker lässt sich durch feinen Zucker ersetzen, der Teig wird dann etwas knuspriger. Statt gemahlener Mandeln nehmen Sie 25 g mehr Mehl, die Plätzchen werden dann fester. Das Eigelb kann durch 2 EL Sahne ersetzt werden. Für die Füllung eignen sich auch Quittengelee, Holundergelee oder passierte Kirschkonfitüre. Wer Johannisbeere mag, kennt die Kombination mit Mandelteig auch von der Linzer Torte.
Ideen für passende Getränke
Zu Engelsaugen passt ein Becher Kinderpunsch aus Früchtetee, Apfelsaft und Orangensaft. Ein schwarzer Tee mit Milch oder ein milder Kaffee nimmt die Süße auf. Wer es weihnachtlich mag, kocht eine heiße Schokolade mit einer Prise Zimt. Ein Rooibostee mit Vanille ist eine koffeinfreie Wahl.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Legen Sie die Engelsaugen auf einen weißen Teller oder eine Etagere, damit das rote Gelee leuchtet. Puderzucker nur auf den Rand stäuben und das Gelee frei lassen. In einer Mischung mit hellen Vanillekipferln und dunklen Lebkuchen fallen sie gut auf. Zum Verschenken in kleine Tüten oder Dosen mit Backpapier verpacken.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Gebäck aus Mürbeteig mit Fruchtfüllung ist im deutschsprachigen Raum alt, Spitzbuben und Linzer Kipferl gehören zur selben Familie. Eine belegte Entstehungsgeschichte der Engelsaugen gibt es nicht. Der Name beschreibt wohl die Form, regional heißen sie auch Kulleraugen. Die österreichischen Husarenkrapferl gelten als praktisch dasselbe Gebäck. Heute stehen Engelsaugen in vielen Familien neben Butterplätzchen und Vanillekipferln auf dem Plätzchenteller.
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Zusammenfassung: Engelsaugen
Engelsaugen bestehen aus einem einfachen Mürbeteig mit Mandeln, der gekühlt, zu Kugeln gerollt und mit einer Mulde gebacken wird. Erst danach kommt das warme Gelee hinein. Kalter Teig und eine nicht zu volle Mulde sind die wichtigsten Punkte. In der Dose halten sie zwei bis drei Wochen.
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