Vorstellung Mandarinen-Schmand-Kuchen
Der Mandarinen-Schmand-Kuchen ist in Deutschland ein verbreiteter Kuchen für Geburtstage, Gemeindefeste und Sonntagskaffee. Er besteht aus drei Schichten. Unten liegt ein dünner, lockerer Rührteig, darauf kommen abgetropfte Mandarinenspalten, und obenauf eine dicke Creme aus gekochtem Vanillepudding und Schmand. Im Ofen stockt die Creme und bekommt eine glatte, hellgelbe Oberfläche. Der Schmand macht sie frisch und etwas säuerlich, die Mandarinen bleiben saftig. Verwandt ist er mit dem Schmandkuchen und dem Fantakuchen, die ähnlich aufgebaut sind. Beim Bäcker gibt es ihn meist vom Blech, zu Hause backen ihn viele in der Springform. Er ist ein Kuchen, der am zweiten Tag gleich gut schmeckt, was ihn für Feiern praktisch macht.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 75 g weiche Butter
- 60 g Zucker
- 1 Ei (Größe M)
- 100 g Weizenmehl Type 405
- 1 TL Backpulver
- 2 EL Milch
- 1 Dose Mandarinen (175 g Füllmenge, etwa 110 g abgetropft)
- 1/2 Päckchen Vanillepuddingpulver (etwa 19 g)
- 250 ml Milch
- 40 g Zucker für die Creme
- 200 g Schmand (24 % Fett)
- 1 TL Butter für die Form
Einkaufen der Zutaten
Mandarinen aus der Dose finden Sie in jedem Supermarkt im Regal mit Obstkonserven. Nehmen Sie Früchte in leichtem Sirup oder im eigenen Saft, die Sorte in schwerem Sirup macht den Kuchen sehr süß. Schmand hat mindestens 20 % Fett und steht neben Saurer Sahne und Crème fraîche. Saure Sahne mit 10 % Fett ist zu dünn, die Creme wird nicht fest. Beim Puddingpulver reicht eine gewöhnliche Vanillesorte zum Kochen, kein Sofortpudding. Wer Mandarinen frisch verwenden will, nimmt im Winter kernlose Clementinen und entfernt die weiße Haut.
Vorbereitung des Gerichts
Gießen Sie die Mandarinen in ein Sieb, fangen Sie den Saft auf und lassen Sie die Spalten mindestens 15 Minuten abtropfen. Holen Sie Butter, Ei und Schmand eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Fetten Sie eine Springform von 18 cm Durchmesser ein und legen Sie den Boden mit Backpapier aus. Heizen Sie den Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor. Für ein Blech von 30 x 40 cm nehmen Sie die vierfache Menge, die Backzeit bleibt etwa gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Kochen Sie zuerst den Pudding, rühren Sie dazu das Puddingpulver mit 40 g Zucker und 4 EL der 250 ml Milch glatt, bringen Sie die restliche Milch zum Kochen und rühren Sie das Pulver ein.
- Lassen Sie den Pudding unter Rühren 1 Minute köcheln, nehmen Sie ihn vom Herd und lassen Sie ihn mit Folie direkt auf der Oberfläche 10 Minuten abkühlen.
- Schlagen Sie Butter und 60 g Zucker 3 Minuten cremig, rühren Sie das Ei unter und geben Sie dann Mehl, Backpulver und 2 EL Milch dazu.
- Streichen Sie den Teig gleichmäßig in die Form, er ist nur etwa 1 cm dick.
- Verteilen Sie die gut abgetropften Mandarinenspalten auf dem Teig und lassen Sie rundum einen Rand von 1 cm frei.
- Rühren Sie den Schmand mit dem Schneebesen glatt unter den lauwarmen Pudding und gießen Sie die Creme über die Mandarinen.
- Backen Sie den Kuchen 40 Minuten bei 175 °C, bis die Creme am Rand fest ist und in der Mitte nur noch leicht wackelt.
- Lassen Sie ihn in der Form auskühlen und stellen Sie ihn danach mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank, bevor Sie den Ring lösen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei backen Sie den Boden mit 100 g glutenfreier Mehlmischung für Rührkuchen, geben Sie 1 EL Milch mehr dazu. Vanillepuddingpulver besteht meist aus Maisstärke und ist glutenfrei, prüfen Sie trotzdem die Packung. Für eine laktosefreie Version verwenden Sie laktosefreie Milch, laktosefreie Butter und laktosefreien Schmand, den einige Molkereien anbieten. Alternativ geht laktosefreie Crème fraîche, die Creme wird damit etwas weicher.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist der Kuchen schon. Vegan wird er mit veganer Margarine, 60 g ungesüßtem Apfelmus statt Ei und Haferdrink im Teig. Kochen Sie den Pudding mit 250 ml Sojadrink, der bindet ähnlich wie Kuhmilch. Statt Schmand nehmen Sie 200 g ungesüßten Sojajoghurt, den Sie über Nacht in einem Tuch abtropfen lassen, und 1 EL Zitronensaft. Erhöhen Sie das Puddingpulver auf ein ganzes Päckchen, sonst wird die Creme nicht schnittfest.
Weitere Tipps und Tricks
Nasse Mandarinen sind der häufigste Grund, warum die Creme nicht fest wird. Lassen Sie sie lieber länger abtropfen und tupfen Sie sie mit Küchenpapier ab. Öffnen Sie den Ofen in den ersten 30 Minuten nicht, sonst kann die Creme einsinken. Risse an der Oberfläche entstehen bei zu hoher Hitze, gehen Sie dann beim nächsten Mal auf 165 °C herunter. Gut abgedeckt hält der Kuchen im Kühlschrank 3 Tage. Einfrieren ist möglich, die Creme wird nach dem Auftauen aber etwas wässrig.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit einem Guss aus dem aufgefangenen Mandarinensaft und einem Päckchen klarem Tortenguss bekommt der Kuchen eine glänzende Schicht. Einige mischen 1 EL Zitronenabrieb in die Creme, wie beim saftigen Zitronenkuchen. Wer einen knusprigen Abschluss mag, streut vor dem Backen 50 g Butterstreusel über die Creme. Statt des Rührteigs passt auch ein Mürbeteigboden, der Kuchen wird dann fester und lässt sich besser transportieren.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Mandarinen lassen sich durch Pfirsiche aus der Dose, Aprikosen oder Sauerkirschen ersetzen. Bei Kirschen wird die Creme rosa an den Rändern, das sieht hübsch aus. Statt Schmand eignen sich Crème fraîche oder eine Mischung aus Quark und Sahne zu gleichen Teilen. In Österreich backt man mit Sauerrahm ähnlich, siehe den Sauerrahmkuchen. Butter im Teig können Sie durch 60 ml neutrales Öl ersetzen.
Ideen für passende Getränke
Zum kühlen, cremigen Kuchen passt ein frisch gebrühter Kaffee oder ein Cappuccino. Wer Tee bevorzugt, nimmt einen Earl Grey, dessen Bergamotte gut zu den Mandarinen passt. Kinder trinken gern einen Kakao dazu. Im Sommer ist eine Orangenschorle oder ein kalter Früchtetee mit Hibiskus eine gute Wahl.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Schneiden Sie den gut gekühlten Kuchen mit einem langen Messer, das Sie zwischen den Schnitten abwischen. Dann bleiben die Schichten sauber getrennt. Legen Sie auf jedes Stück eine frische Mandarinenspalte oder ein Minzblatt. Ein kleiner Tupfen geschlagene Sahne genügt. Auf einer weißen Kuchenplatte kommen die hellgelbe Creme und das Orange gut zur Geltung.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Für diesen Kuchen gibt es keine belegte Erfindungsgeschichte. Er gehört zu den Kuchen, die mit Fertigprodukten wie Puddingpulver, Dosenobst und Schmand arbeiten. Puddingpulver wird in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verkauft, Mandarinen aus der Dose kamen später dazu und sind heute ein günstiger Vorrat. Seine Beliebtheit verdankt er der Weitergabe in Familien, Rezeptheften und später im Internet, wo er unter vielen Namen auftaucht, etwa als Schmandkuchen mit Mandarinen.
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Zusammenfassung: Mandarinen-Schmand-Kuchen
Ein dünner Rührteig, Mandarinen und eine gebackene Creme aus Pudding und Schmand ergeben einen frischen Kuchen für die Kaffeetafel. Gut abgetropfte Früchte und mindestens drei Stunden Kühlzeit sind das Wichtigste. Die kleine Form reicht für sechs Stücke, für ein Blech vervierfachen Sie die Mengen.
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