Vorstellung Feuerwehrkuchen
Feuerwehrkuchen ist ein Blechkuchen aus der deutschen Familienküche, den man vom Kuchenbuffet bei Geburtstagen, Gemeindefesten und Sommerfesten kennt. Die Grundlage ist ein einfacher Rührteig, belegt mit Schattenmorellen. Darauf kommt ein mit Schmand verrührter Vanillepudding, darüber eine Decke aus Sahne und Schmand. Den Abschluss bildet ein roter Tortenguss aus Kirschsaft. Die Kirschen und der Guss sind säuerlich, der Pudding mild und die Sahneschicht frisch. Die Rezepte unterscheiden sich von Familie zu Familie. Manche nehmen Mürbeteig, andere Streusel oder Biskuit. Verwandt ist er mit dem Schmandkuchen, der ohne Kirschen und Guss auskommt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 75 g weiche Butter
- 60 g Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Ei (Größe M)
- 100 g Weizenmehl Type 405
- 1 TL Backpulver
- 2 EL Milch
- 1 kleines Glas Schattenmorellen (370 ml, etwa 180 g abgetropft)
- 1/2 Päckchen Vanillepuddingpulver (etwa 19 g)
- 250 ml Milch für den Pudding
- 25 g Zucker für den Pudding
- 200 g Schmand (24 % Fett), geteilt
- 100 ml Schlagsahne
- 1/2 Päckchen Sahnesteif
- 1 EL Zucker für die Sahne
- 1/2 Päckchen roter Tortenguss (etwa 6 g)
- 125 ml Kirschsaft aus dem Glas
- 1 EL Zucker für den Guss
Einkaufen der Zutaten
Schattenmorellen aus dem Glas sind die übliche Wahl. Sie sind entsteint, gleichmäßig sauer und liefern den Saft für den Guss gleich mit. Frische Sauerkirschen gibt es vor allem im Juli, dann brauchen Sie 200 g entsteinte Früchte und 125 ml Kirschsaft aus der Flasche. Schmand mit 24 % Fett wird fester als saure Sahne mit 10 %. Nehmen Sie keinen Schmand light, die Schicht wird sonst wässrig. Roten Tortenguss finden Sie bei den Backzutaten neben dem klaren Guss. Schlagsahne sollte mindestens 30 % Fett haben.
Vorbereitung des Gerichts
Gießen Sie die Kirschen in ein Sieb über einer Schüssel ab und fangen Sie den Saft auf. Sie brauchen 125 ml. Fetten Sie eine eckige Form von 20 x 20 cm ein oder legen Sie sie mit Backpapier aus. Butter und Ei sollten Zimmertemperatur haben, damit der Rührteig luftig wird. Kochen Sie den Pudding direkt nach dem Backen, damit er abkühlen kann, während der Boden auskühlt. Für ein ganzes Blech von 30 x 40 cm verdreifachen Sie alle Mengen und verlängern die Backzeit um 5 bis 10 Minuten.
Anleitung für die Zubereitung
- Heizen Sie den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vor. Schlagen Sie Butter, 60 g Zucker und Vanillezucker 3 Minuten cremig, rühren Sie das Ei unter und dann Mehl, Backpulver und 2 EL Milch.
- Streichen Sie den Teig in die Form und verteilen Sie die abgetropften Kirschen darauf. Backen Sie den Boden 25 bis 30 Minuten, bis ein Holzstäbchen sauber herauskommt. Lassen Sie ihn in der Form vollständig abkühlen.
- Rühren Sie das Puddingpulver mit 25 g Zucker und 4 EL der Milch glatt. Bringen Sie die restliche Milch zum Kochen, rühren Sie das Pulver ein und lassen Sie den Pudding 1 Minute unter Rühren köcheln.
- Legen Sie Frischhaltefolie direkt auf den Pudding, damit sich keine Haut bildet, und lassen Sie ihn auf Zimmertemperatur abkühlen. Rühren Sie dann 100 g Schmand glatt unter und streichen Sie die Masse auf den Boden. Stellen Sie den Kuchen 1 Stunde kalt.
- Schlagen Sie die Sahne mit Sahnesteif und 1 EL Zucker steif, heben Sie die restlichen 100 g Schmand unter und streichen Sie die Creme glatt über den Pudding. Kühlen Sie den Kuchen weitere 30 Minuten.
- Rühren Sie das Tortengusspulver mit 1 EL Zucker und dem Kirschsaft in einem kleinen Topf an und bringen Sie es unter Rühren zum Kochen.
- Lassen Sie den Guss 3 bis 4 Minuten abkühlen, bis er leicht dicklich ist. Verteilen Sie ihn löffelweise vom Rand zur Mitte über die Sahneschicht, ohne dass er durchbricht.
- Stellen Sie den Kuchen mindestens 2 Stunden kalt, besser über Nacht. Schneiden Sie ihn mit einem nassen Messer in 9 Stücke.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für einen glutenfreien Feuerwehrkuchen ersetzen Sie das Mehl durch 100 g glutenfreie Mehlmischung für Rührteig und nehmen glutenfreies Backpulver. Puddingpulver und Tortenguss sind meist auf Stärkebasis und glutenfrei, die Packung sagt es sicher. Laktosefrei wird er mit laktosefreier Butter, Milch, Sahne und laktosefreiem Schmand oder laktosefreier saurer Sahne mit 10 % Fett. Die Sahneschicht wird damit etwas weicher, geben Sie ein ganzes Päckchen Sahnesteif dazu.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier ist der Kuchen in der Regel geeignet. Tortenguss bindet meist mit Carrageen und Stärke, ein Blick auf die Zutatenliste schadet trotzdem nicht. Für die vegane Version nehmen Sie Pflanzenmargarine, 50 g Apfelmus statt des Eis und Haferdrink. Den Pudding kochen Sie mit Sojadrink, statt Schmand nehmen Sie 200 g ungesüßten Sojajoghurt griechischer Art. Für die Decke eignen sich 100 ml aufschlagbare pflanzliche Sahne mit Sahnesteif.
Weitere Tipps und Tricks
Der Guss läuft in die Sahneschicht, wenn die Creme nicht fest genug gekühlt ist oder der Guss zu heiß aufgetragen wird. Warten Sie lieber eine Minute länger. Mischen Sie den Schmand erst in den abgekühlten Pudding, in heißem Pudding flockt er aus. Lassen Sie die Kirschen gut abtropfen, sonst wird der Boden matschig. Im Kühlschrank hält sich der Kuchen abgedeckt 2 bis 3 Tage. Einfrieren können Sie ihn nicht gut, die Sahneschicht wird beim Auftauen wässrig.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit Mürbeteig statt Rührteig wird der Boden fester und lässt sich besser mit der Hand essen. Wer Streusel mag, backt den Kirschboden mit einer Schicht Butterstreuseln und lässt den Pudding weg. Mit Kakao im Teig erinnert der Kuchen an Schwarzwälder Kirschtorte. Im Sommer passen Johannisbeeren oder Himbeeren statt Kirschen, der Guss kommt dann aus Johannisbeersaft. Weniger süß wird es, wenn Sie den Zucker in der Sahne weglassen.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Schmand eignet sich Crème fraîche, sie macht die Schicht etwas reichhaltiger. Mascarpone mit etwas Zitronensaft funktioniert ebenfalls. Fehlt Sahnesteif, nehmen Sie 1 TL Speisestärke, die Sie mit dem Zucker unter die Sahne schlagen. Roten Tortenguss können Sie durch 1 TL Speisestärke ersetzen, die Sie im Kirschsaft aufkochen. Der Guss wird dann trüber und weniger glänzend. Schattenmorellen lassen sich durch tiefgekühlte Sauerkirschen ersetzen, die Sie vorher auftauen lassen.
Ideen für passende Getränke
Zu Feuerwehrkuchen passt eine Tasse Filterkaffee oder ein Milchkaffee am Nachmittag. Wer keinen Kaffee trinkt, nimmt einen kräftigen Schwarztee oder einen kalten Pfefferminztee. Auf einem Sommerfest schmeckt eine Rhabarberschorle oder eine selbst gemachte Zitronenlimonade gut dazu, die Säure passt zu den Kirschen.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Schneiden Sie die Stücke mit einem Messer, das Sie zwischendurch in heißes Wasser tauchen und abwischen. Dann bleiben die Kanten sauber und alle vier Schichten sind von der Seite zu sehen. Ein paar frische Kirschen mit Stiel oder etwas Schokoraspel auf dem roten Guss genügen als Deko. Auf hellen Kuchentellern kommt das Rot am besten zur Geltung.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Woher der Name stammt, ist nicht belegt. Eine verbreitete Deutung bezieht sich auf das Aussehen. Die Kirschen und der rote Guss stehen für das Feuer, die weiße Sahne für den Löschschaum. Eine andere Erzählung sagt, die Frau eines Feuerwehrmanns habe den Kuchen zuerst für ein Fest im Feuerwehrhaus gebacken. Belegt ist keine der beiden. Kuchen, die Puddingpulver und Tortenguss aus der Tüte verwenden, sind in der deutschen Haushaltsbäckerei seit Jahrzehnten weit verbreitet, und der Feuerwehrkuchen gehört in diese Familie. Ein Erfinder oder eine Region lässt sich für den Feuerwehrkuchen nicht nennen.
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Zusammenfassung: Feuerwehrkuchen
Der Feuerwehrkuchen besteht aus Rührteig mit Sauerkirschen, Pudding mit Schmand, einer Sahne-Schmand-Decke und rotem Guss. Wichtig sind gut abgekühlte Schichten und ein leicht abgekühlter Guss. Am Vortag gebacken lässt er sich sauber schneiden. Er hält gekühlt 2 bis 3 Tage.
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