Vorstellung Gemüsereis
Gemüsereis ist Reis, der zusammen mit klein gewürfeltem Gemüse in Brühe gegart wird. In deutschen Küchen gehören meist Zwiebel, Möhre, Paprika und Erbsen hinein, also Gemüse, das man das ganze Jahr bekommt. Die Würfel sind so groß wie Erbsen, damit sie gleichzeitig mit dem Reis gar werden. Der Reis bleibt locker und nimmt den Geschmack der Brühe an, die Paprika bringt Farbe, die Möhre etwas Süße. Man isst ihn als Beilage zu Hühnerfrikassee, zu Geschnetzeltem, Hähnchenbrust oder Frikadellen. Auch in Kantinen und Schulküchen ist er verbreitet, weil er sich gut warmhalten lässt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 100 g Langkornreis (parboiled oder Basmati)
- 1 kleine Zwiebel
- 1/2 rote Paprikaschote (ca. 80 g)
- 1 kleine Möhre (ca. 60 g)
- 50 g Erbsen (tiefgekühlt)
- 1 EL Rapsöl oder Butter
- 220 ml Gemüsebrühe
- 1/2 TL Paprikapulver edelsüß
- Salz
- Pfeffer aus der Mühle
- 1 EL gehackte Petersilie
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Für Gemüsereis eignet sich Langkornreis am besten, weil er nach dem Garen körnig bleibt. Parboiled-Reis verzeiht am meisten, er klebt kaum und übersteht auch ein paar Minuten zu lange auf dem Herd. Basmati duftet stärker und gart schneller, braucht aber etwas weniger Wasser. Milchreis oder Risottoreis sind ungeeignet, sie geben zu viel Stärke ab. Die Paprika sollte fest und glänzend sein, rote schmeckt süßer als grüne. Tiefgekühlte Erbsen sind meist zarter als frische aus dem Supermarkt, weil sie direkt nach der Ernte schockgefroren werden. Bei der Brühe lohnt ein Blick auf den Salzgehalt, sonst wird der Reis schnell zu salzig.
Vorbereitung des Gerichts
Den Reis in einem Sieb unter kaltem Wasser spülen, bis das Wasser fast klar abläuft. Das entfernt lose Stärke und hält die Körner getrennt. Gut abtropfen lassen. Die Zwiebel fein würfeln. Möhre schälen und in Würfel von etwa 5 mm schneiden, die Paprika entkernen und genauso groß würfeln. Größere Stücke wären am Ende noch roh, kleinere zerfallen. Die Erbsen können gefroren bleiben. Die Brühe in einem kleinen Topf erhitzen, damit der Reis später sofort weiterkocht. Einen Topf mit gut schließendem Deckel bereitstellen.
Anleitung für die Zubereitung
- Das Öl in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und die Zwiebelwürfel darin 2 Minuten glasig dünsten.
- Möhrenwürfel zugeben und 2 Minuten mitdünsten, dabei umrühren.
- Den abgetropften Reis einstreuen und etwa 1 Minute rühren, bis die Körner glasig glänzen.
- Paprikapulver darüberstreuen, sofort die heiße Brühe angießen und einmal aufkochen lassen.
- Die Hitze auf die kleinste Stufe stellen, Deckel auflegen und den Reis 12 Minuten quellen lassen, ohne umzurühren.
- Paprikawürfel und gefrorene Erbsen auf den Reis geben, Deckel wieder schließen und weitere 5 Minuten garen.
- Den Topf vom Herd ziehen und den Reis zugedeckt 5 Minuten ruhen lassen.
- Mit einer Gabel auflockern, dabei das Gemüse unterheben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Petersilie bestreuen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Reis, Gemüse und Öl sind von Natur aus glutenfrei. Prüfen sollten Sie nur die Gemüsebrühe. Manche Brühpulver enthalten Weizenmehl oder Würze auf Weizenbasis, glutenfreie Sorten sind entsprechend gekennzeichnet. Laktosefrei wird das Gericht, wenn Sie Rapsöl statt Butter nehmen. Wer auf den Buttergeschmack nicht verzichten möchte, greift zu laktosefreier Butter, die es im Kühlregal neben der normalen gibt. Weitere Anpassungen braucht dieses Rezept nicht.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Mit Rapsöl und Gemüsebrühe ist Gemüsereis bereits vegan. Wer eine sättigende Hauptmahlzeit daraus machen will, gibt 100 g abgetropfte Kichererbsen oder 80 g gewürfelten Räuchertofu mit der Paprika in den Topf. Ein Spiegelei obenauf macht ihn zu einem schnellen vegetarischen Abendessen. Für mehr Würze rühren Sie am Ende 1 TL Hefeflocken oder 1 EL geröstete Sonnenblumenkerne unter. Als Soße passt eine Joghurtsoße mit Kräutern oder eine vegane Variante mit Sojajoghurt.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist Umrühren während des Garens. Das löst Stärke, und der Reis wird klebrig. Auch den Deckel nur einmal heben, für das Gemüse. Das Verhältnis von etwa 1 zu 2,2 Teilen Reis und Brühe gilt für Parboiled-Reis, bei Basmati reichen 200 ml. Reste rasch abkühlen lassen und innerhalb von zwei Stunden in den Kühlschrank stellen, dort hält er sich zwei Tage. Gekochter Reis kann Bakteriensporen enthalten, die bei Zimmertemperatur auskeimen. Am nächsten Tag in einer Pfanne mit etwas Öl knusprig braten.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Je nach Jahreszeit passen Zucchini, Mais, Lauch oder grüne Bohnen. Weiche Sorten wie Zucchini kommen wie die Paprika erst später in den Topf. Wer es würziger mag, nimmt geräuchertes Paprikapulver und eine Prise Chili. Eine Messerspitze Kurkuma färbt den Reis gelb. Mit Curry und ein paar Rosinen wird er zur passenden Beilage für Hähnchen. Kräuter wie Schnittlauch oder Dill erst nach dem Garen untermischen, sie verlieren sonst ihr Aroma.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Langkornreis funktioniert Naturreis, er braucht aber 35 bis 40 Minuten und etwa 80 ml mehr Brühe. Das Gemüse kommt dann entsprechend später dazu. Bulgur oder Couscous ergeben eine schnellere Variante, die nur quellen muss. Anstelle der Erbsen eignen sich Edamame oder Maiskörner aus der Dose. Fehlt Gemüsebrühe, nehmen Sie Hühnerbrühe oder Wasser mit einem halben TL Salz und einem Lorbeerblatt. Butter statt Öl macht den Reis runder im Geschmack.
Ideen für passende Getränke
Gemüsereis selbst ist mild, das Getränk richtet sich nach dem Hauptgericht. Zu Geflügel in heller Soße passt eine Apfelschorle oder ein kalter Pfefferminztee. Zu gebratenem Fleisch mit Paprikasoße schmeckt naturtrüber Apfelsaft oder eine Rhabarberschorle. Wasser mit Zitronenscheiben geht immer. Kindern schmeckt dazu eine selbst gemachte Holunderblütenlimonade.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Für einen ordentlichen Auftritt drücken Sie den Reis in eine kleine, mit Wasser ausgespülte Tasse und stürzen ihn auf den Teller. So entsteht eine runde Kuppel neben Fleisch und Soße. Ein Zweig Petersilie oben drauf reicht. In der Schüssel serviert wirkt er bunter, wenn Sie vorher ein paar Erbsen und Paprikawürfel zurückbehalten und obenauf streuen.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Gemüsereis hat keinen Erfinder und kein Geburtsjahr. Reis war in Deutschland lange eine Importware und eher etwas Besonderes, bekannt vor allem als süßer Reisbrei. Als alltägliche Beilage neben Kartoffeln und Nudeln setzte er sich erst im 20. Jahrhundert durch, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg. Reis mit Gemüse zu garen kennen viele Küchen, vom spanischen Reis aus der Pfanne bis zum asiatischen Bratreis. Die deutsche Fassung ist schlichter, mit Brühe statt Gewürzpaste und Gemüse, das jeder Supermarkt führt. Mit dem Leipziger Allerlei teilt er die Vorliebe für Erbsen und Möhren.
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Zusammenfassung: Gemüsereis
Ein Topf, 25 Minuten und Gemüse aus dem Kühlschrank genügen für diesen Reis. Wichtig sind gleich kleine Würfel, das richtige Verhältnis von Reis und Brühe und ein geschlossener Deckel. Weiches Gemüse kommt später dazu, damit es Biss behält. Reste lassen sich am Folgetag braten oder für gefüllte Paprika verwenden.
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