Vorstellung Eistorte
Die Eistorte ist eine Torte, die gefroren auf den Tisch kommt. Unten liegt ein Boden aus Biskuit oder zerbröselten Keksen, darüber folgen eine oder mehrere Schichten aus Speiseeis oder gefrorener Sahnecreme. In Deutschland gibt es sie in Eiscafés, beim Konditor und im Tiefkühlregal, zu Hause ist sie vor allem ein Kindergeburtstagskuchen und ein Sommerdessert. Diese Version kombiniert eine helle Vanilleschicht mit einer rosafarbenen Himbeerschicht. Der Schnitt zeigt drei klare Lagen. Geschmacklich ist sie weniger süß als gekauftes Eis, weil die Himbeeren Säure mitbringen. Die kleine Form ergibt sechs schmale Stücke, für zwei Personen reicht sie also über mehrere Tage, denn eingefroren hält sie lange.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 100 g Butterkekse
- 45 g Butter
- 250 ml Schlagsahne (mindestens 30 % Fett), gut gekühlt
- 150 g gezuckerte Kondensmilch (z. B. aus der Tube oder Dose)
- 1 TL Vanilleextrakt oder das Mark von 1/2 Vanilleschote
- 125 g Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt und aufgetaut
- 1 TL Zitronensaft
- 50 g frische Himbeeren zum Garnieren
- einige Blätter Minze zum Garnieren
Einkaufen der Zutaten
Gezuckerte Kondensmilch steht im Supermarkt beim Kaffeezubehör oder bei den Backzutaten, manchmal in kleinen Tuben. Verwechseln Sie sie nicht mit ungezuckerter Kondensmilch für den Kaffee, die friert hart und wird nicht süß. Für den Boden reichen einfache Butterkekse, Vollkornkekse oder Löffelbiskuits gehen auch. Tiefgekühlte Himbeeren sind außerhalb der Saison die bessere Wahl, sie sind reif gepflückt und günstig. Als Form brauchen Sie eine kleine Springform mit 18 cm Durchmesser. Eine 26-cm-Form hat etwa die doppelte Fläche, dort verdoppeln Sie alle Mengen.
Vorbereitung des Gerichts
Stellen Sie die Sahne, die Rührschüssel und die Kondensmilch mindestens eine Stunde vorher in den Kühlschrank. Kalte Zutaten schlagen sich schneller und stabiler auf. Legen Sie den Boden der Springform mit Backpapier aus und den Rand mit einem Streifen Backpapier oder Tortenrandfolie, so lösen Sie die Torte später sauber. Machen Sie im Tiefkühler Platz, die Form muss gerade stehen. Pürieren Sie die Himbeeren mit dem Zitronensaft und streichen Sie das Püree durch ein Sieb, wenn Sie keine Kerne in der Torte möchten.
Anleitung für die Zubereitung
- Zerkleinern Sie 100 g Butterkekse im Gefrierbeutel mit dem Nudelholz zu feinen Bröseln und mischen Sie sie mit 45 g geschmolzener Butter.
- Drücken Sie die Brösel mit einem Löffelrücken fest auf den Boden der Springform und stellen Sie die Form 15 Minuten in den Tiefkühler.
- Schlagen Sie 250 ml kalte Sahne steif und rühren Sie dann 150 g Kondensmilch und den Vanilleextrakt auf niedriger Stufe kurz unter, bis die Masse gerade glatt ist.
- Streichen Sie die Hälfte der Creme auf den Keksboden und stellen Sie die Form 30 Minuten in den Tiefkühler, damit die Schicht anzieht.
- Heben Sie das Himbeerpüree unter die zweite Hälfte der Creme, verteilen Sie sie auf der Vanilleschicht und streichen Sie die Oberfläche glatt.
- Decken Sie die Form mit Frischhaltefolie ab und frieren Sie die Torte mindestens 6 Stunden, besser über Nacht, bei minus 18 °C ein.
- Stellen Sie die Torte 10 bis 15 Minuten vor dem Servieren in den Kühlschrank, lösen Sie den Rand und garnieren Sie sie mit frischen Himbeeren und Minze.
- Schneiden Sie die Stücke mit einem Messer, das Sie vor jedem Schnitt in heißes Wasser tauchen und abtrocknen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Gluten steckt nur im Keksboden. Glutenfreie Butterkekse oder Hafer-Cookies aus glutenfreiem Hafer ersetzen ihn eins zu eins. Für eine laktosefreie Torte nehmen Sie laktosefreie Schlagsahne und laktosefreie Butter für den Boden. Gezuckerte Kondensmilch gibt es auch auf Kokosbasis, sie schmeckt leicht nach Kokos, was zu Himbeeren gut passt. Achten Sie darauf, dass die Kekse selbst keine Milch enthalten.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist die Torte bereits, sofern die Kekse keine Gelatine enthalten. Für die vegane Variante schlagen Sie 250 ml aufschlagbare Pflanzensahne auf Soja- oder Kokosbasis auf und süßen sie mit 150 g gezuckerter Kokos-Kondensmilch. Den Boden machen Sie aus 100 g veganen Keksen und 40 g pflanzlicher Margarine. Viele Butterkekse und Löffelbiskuits enthalten Butter oder Ei, prüfen Sie die Zutatenliste.
Weitere Tipps und Tricks
Schlagen Sie die Sahne nicht zu lange, nachdem die Kondensmilch drin ist, sonst flockt sie aus und wird körnig. Das Einfrieren über Nacht ist kein Luxus, nach nur vier Stunden ist die Mitte oft noch weich. Gut in Folie und eine Dose verpackt hält die Torte im Tiefkühler etwa vier Wochen. Danach nimmt sie Gerüche an und bildet Eiskristalle. Angeschnittene Stücke legen Sie sofort zurück, angetaute Eiscreme sollten Sie nicht noch einmal einfrieren.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für eine Schokoladenversion rühren Sie 2 EL Kakaopulver in die zweite Hälfte der Creme statt der Himbeeren. Mit Erdbeeren, Mango oder Heidelbeeren funktioniert die Fruchtschicht genauso. Wer es schneller möchte, schichtet gekauftes Vanille- und Erdbeereis, das Sie vorher 10 Minuten antauen lassen. Für Kinder streuen Sie bunte Schokolinsen zwischen die Schichten. Eine Lage zerbröselter Baiser zwischen Vanille und Frucht bringt Knusper.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Butterkeksen eignet sich ein dünner Biskuitboden, etwa ein Rest vom Tortenboden, den Sie in die Form schneiden. Für die Fruchtschicht können Sie 100 g Himbeerkonfitüre statt frischer Beeren nehmen, dann lassen Sie 30 g Kondensmilch weg. Mascarpone, glatt gerührt und mit der Sahne gemischt, macht die Creme fester. Ein Rest Rote Grütze ersetzt das Himbeerpüree ebenfalls.
Ideen für passende Getränke
Zur Eistorte passt ein heißer Espresso oder ein Milchkaffee, der Kontrast von warm und kalt gehört dazu. An heißen Tagen nehmen Sie lieber einen kalten Früchtetee mit Hibiskus oder eine Zitronenlimonade. Für Kinder ist ein Erdbeermilchshake mit etwas Banane ein gutes Getränk dazu.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Stellen Sie die Torte auf eine gekühlte Tortenplatte, damit sie langsamer taut. Häufen Sie die frischen Himbeeren in der Mitte auf und legen Sie zwei, drei Minzeblätter dazwischen. Ein Ring aus Schokoladenraspeln am Rand sieht ordentlich aus. Servieren Sie auf vorgekühlten Desserttellern, so behält jedes Stück länger seine Form.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Gefrorene Sahnespeisen aus der Form haben in Deutschland eine lange Tradition. Bekannt ist das Fürst-Pückler-Eis, benannt nach Hermann von Pückler-Muskau. Der preußische Hofkoch Louis Ferdinand Jungius widmete ihm 1839 in seinem Kochbuch ein dreischichtiges Sahneeis, das in Lagen in eine Form gefüllt wird und wegen des hohen Fettgehalts nur halb gefriert. Mit dem italienischen Semifreddo ist diese Technik eng verwandt. Wann die Eistorte mit Keks- oder Biskuitboden aufkam, ist nicht belegt. Heute kennt man sie aus Konditoreien, Eiscafés und dem Tiefkühlregal. Mit der Cassata Siciliana hat sie trotz ähnlichem Ruf wenig zu tun, das ist eine Torte mit Ricotta.
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Zusammenfassung: Eistorte
Eine Eistorte braucht Planung, aber kaum Können. Kalte Sahne, kurz eingerührte Kondensmilch und eine Nacht Geduld reichen. Danach liegt ein fertiges Dessert im Tiefkühler, von dem Sie stückweise abschneiden, wann immer Besuch kommt oder der Sommer zu heiß wird.
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