Vorstellung Wacky Cake
Der Wacky Cake, übersetzt „verrückter Kuchen“, ist ein einfacher amerikanischer Schokoladenkuchen. Er heißt auch Crazy Cake oder Depression Cake. Verrückt ist er, weil er ohne Eier, Milch und Butter auskommt und meist nicht in einer Schüssel, sondern direkt in der Backform angerührt wird. Die trockenen Zutaten kommen in die Form, man drückt drei Mulden hinein und gießt Öl, Essig und Vanille hinein, darüber Wasser. Essig und Natron reagieren miteinander und lockern den Teig. Das Ergebnis ist ein dunkler, feuchter Kuchen mit feiner Krume, der eher an Brownies als an Biskuit erinnert. In amerikanischen Familien ist er bis heute ein schneller Alltagskuchen. Da er keine tierischen Zutaten braucht, ist er heute bei Veganern beliebt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 130 g Zucker
- 18 g ungesüßtes Kakaopulver (ca. 3 EL)
- 3/4 TL Natron
- 1/4 TL Salz
- 55 ml neutrales Pflanzenöl (z. B. Rapsöl)
- 2 TL heller Essig (Weißweinessig oder Apfelessig)
- 1/2 TL Vanilleextrakt
- 160 ml kaltes Wasser
- 1 EL Puderzucker zum Bestäuben
Einkaufen der Zutaten
Für den Kuchen genügen Vorratszutaten. Beim Kakao lohnt sich ein Blick auf die Packung. Stark entölter, ungesüßter Backkakao gibt die dunkle Farbe und den kräftigen Geschmack. Trinkkakao enthält viel Zucker und eignet sich nicht. Natron finden Sie im Backregal neben dem Backpulver, es heißt dort auch Kaiser-Natron oder Speisenatron. Beim Essig reicht ein einfacher Weißweinessig oder Apfelessig, den Geschmack merkt man im fertigen Kuchen nicht. Als Öl ist ein geschmacksneutrales Rapsöl oder Sonnenblumenöl richtig, Olivenöl würde durchschmecken.
Vorbereitung des Gerichts
Heizen Sie den Backofen rechtzeitig vor, denn der Teig muss sofort nach dem Anrühren in den Ofen. Die Reaktion von Essig und Natron beginnt gleich und verpufft, wenn der Teig herumsteht. Fetten Sie eine kleine Springform oder Pieform mit 18 cm Durchmesser leicht ein. Wer direkt in der Form rührt, nimmt eine Form mit festem Boden, eine Springform könnte an den Rändern undicht sein. Messen Sie alle Zutaten vorher ab. Für eine quadratische Form von 20 x 20 cm nehmen Sie die anderthalbfache Menge, für ein Blech die vierfache.
Anleitung für die Zubereitung
- Heizen Sie den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vor.
- Sieben Sie Mehl, Zucker, Kakao, Natron und Salz direkt in die gefettete Form oder in eine Schüssel und vermischen Sie alles mit einer Gabel.
- Drücken Sie mit einem Löffel drei Mulden in die trockene Mischung, eine große und zwei kleine.
- Gießen Sie das Öl in die große Mulde, den Essig in die zweite und den Vanilleextrakt in die dritte.
- Gießen Sie das kalte Wasser über alles und verrühren Sie es mit der Gabel etwa 1 Minute, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind, auch in den Ecken.
- Streichen Sie den Teig glatt (oder füllen Sie ihn aus der Schüssel in die Form) und stellen Sie ihn sofort auf die mittlere Schiene.
- Backen Sie den Kuchen 25 bis 30 Minuten, bis ein Holzstäbchen in der Mitte ohne feuchten Teig herauskommt.
- Lassen Sie den Kuchen in der Form vollständig abkühlen und bestäuben Sie ihn dann mit Puderzucker.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Laktosefrei ist der Wacky Cake von Haus aus, denn er enthält weder Milch noch Butter. Für eine glutenfreie Variante ersetzen Sie das Weizenmehl durch 125 g glutenfreie Mehlmischung für Kuchen, die bereits Bindemittel enthält. Fehlt dieses, geben Sie 1/2 TL Xanthan dazu. Der Kuchen wird damit etwas krümeliger, bleibt aber saftig. Prüfen Sie den Kakao, reiner Kakao ist glutenfrei, manche Mischungen nicht.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Grundrezept ist bereits vegan. Achten Sie nur auf den Zucker, wenn Sie streng vegan backen, einige Rohrzucker werden mit Knochenkohle gefiltert, in Deutschland ist Rübenzucker üblich und unproblematisch. Für ein veganes Frosting rühren Sie 40 g weiche vegane Margarine mit 80 g Puderzucker, 1 EL Kakao und 1 EL Haferdrink cremig. Wer mag, streut 30 g vegane Zartbitterschokolade in Stückchen über den Teig, bevor er in den Ofen kommt.
Weitere Tipps und Tricks
Rühren Sie nur so lange, bis alles verbunden ist. Zu langes Schlagen macht den Kuchen zäh. Geben Sie das Wasser erst zum Schluss dazu, denn sobald alles nass ist, beginnt die Reaktion. Wer in der Form mischt, sollte mit einer Gabel gründlich in die Ecken gehen, dort bleiben gern Mehlreste. Der Kuchen schmeckt am zweiten Tag sogar saftiger. Gut abgedeckt hält er bei Raumtemperatur drei bis vier Tage. Einzelne Stücke lassen sich einfrieren und in einer Stunde auftauen.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit 1 TL löslichem Kaffeepulver im Wasser schmeckt der Kakao intensiver, eine Idee, die vom amerikanischen Mocha Cake kommt. Eine Prise Zimt und Chili machen ihn würziger. Für einen Orangenkuchen ersetzen Sie die Hälfte des Wassers durch Orangensaft und geben abgeriebene Orangenschale dazu. Mit einer Schokoladenglasur wie beim Texas Sheet Cake wird er festlicher. Gehackte Walnüsse auf dem Teig bringen Biss.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Weißweinessig funktionieren auch 2 TL Zitronensaft, die Säure reicht für das Natron. Fehlt Natron, nehmen Sie 2 TL Backpulver und lassen den Essig weg, der Kuchen wird dann etwas heller. Raps- oder Sonnenblumenöl lässt sich durch geschmolzenes Kokosöl ersetzen, dann wird die Krume etwas fester. Brauner Zucker macht den Kuchen saftiger und karamelliger. Wer weniger Zucker möchte, kann auf 100 g reduzieren.
Ideen für passende Getränke
Zu Schokoladenkuchen passt ein Glas kalte Milch oder ein Haferdrink, wenn es vegan bleiben soll. Ein Milchkaffee oder ein Espresso unterstreicht die Kakaonoten. Kinder trinken gern einen Kakao dazu. Wer es frischer mag, nimmt eine Himbeerschorle, die Säure passt gut zur Schokolade.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Wer in der Form gebacken hat, serviert direkt daraus, in Quadrate oder Tortenstücke geschnitten. Puderzucker durch ein Tortendeckchen gestäubt ergibt ein Muster. Frische Himbeeren oder ein paar Erdbeeren neben dem Stück setzen einen Farbakzent. Mit einer Kugel Vanilleeis wird ein Dessert daraus.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Woher der Wacky Cake genau stammt, ist nicht geklärt. In den USA wird er oft mit der Großen Depression der 1930er-Jahre verbunden, daher der Beiname Depression Cake. Sparkuchen dieser Art gab es schon früher, 1918 empfahl die US-Lebensmittelbehörde einen „War Cake“. In der Depression verbreiteten Zeitschriften und Radiosendungen solche Rezepte. Im Zweiten Weltkrieg, als Butter rationiert war und Milch und Eier knapp wurden, wurde der Kuchen erneut beliebt. Das Prinzip, Natron mit Essig zu lockern, war in amerikanischen Küchen schon lange bekannt. Nach dem Krieg tauchte er in Hauswirtschaftsbüchern auf und blieb ein schnelles Rezept, weil er kaum Abwasch macht.
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Zusammenfassung: Wacky Cake
Der Wacky Cake braucht nur Mehl, Zucker, Kakao, Öl, Essig, Natron und Wasser. Er ist vegan und laktosefrei, lässt sich in einer Form anrühren und steht nach 40 Minuten fertig zum Abkühlen da. Wichtig sind kurzes Rühren und ein sofortiger Start im Ofen. Wer es noch schokoladiger mag, backt als Nächstes Chocolate Brownies.
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