Vorstellung Krumbiern und Knödel
Krumbiern und Knödel ist ein Alltagsessen der Banater Schwaben, wie es in vielen Familien unter der Woche auf den Tisch kam. Krumbiern ist ein Mundartwort für Kartoffeln, verwandt mit dem pfälzischen Grumbeere und abgeleitet von Grundbirne. Die Knödel sind hier keine runden Klöße, sondern kleine Nocken aus einem weichen Teig aus Mehl, Ei und etwas Butter, ähnlich den Nockerln zum ungarischen Paprikahuhn. Man sticht sie mit dem Teelöffel direkt ins Kartoffelwasser. Zum Schluss mischt man alles mit Zwiebeln, die in Schmalz fast dunkelbraun geröstet sind. Die Kartoffeln zerfallen am Rand ein wenig und binden das Ganze. Das Essen schmeckt süßlich, nach Röstzwiebel und Schmalz.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 400 g mehligkochende Kartoffeln
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 1 Ei (Größe M)
- 1 TL weiche Butter
- 3 bis 4 EL Wasser
- Salz
- 2 große Zwiebeln
- 2 bis 3 EL Schweineschmalz oder Gänseschmalz
- 1 EL gehackte Petersilie, nach Belieben
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Nehmen Sie mehligkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln. Mehlige zerfallen am Rand und machen das Gericht sämiger, festkochende behalten ihre Form. Zwiebeln sollten groß und fest sein, gelbe Haushaltszwiebeln reichen völlig. Schweineschmalz gibt es beim Metzger oder im Kühlregal, Gänseschmalz meist im Glas im Herbst und vor Weihnachten. Für den Knödelteig genügt einfaches Weizenmehl Type 405. Eier aus Freilandhaltung geben dem Teig eine kräftigere Farbe.
Vorbereitung des Gerichts
Schälen Sie die Kartoffeln und schneiden Sie sie in Viertel, große Knollen in Achtel. Die Stücke sollten etwa gleich groß sein, damit sie gleichzeitig gar werden. Schneiden Sie die Zwiebeln in halbe Ringe von zwei bis drei Millimetern. Stellen Sie einen großen Topf mit reichlich Salzwasser auf, mindestens zwei Liter, damit die Knödel Platz haben. Für vier Personen verdoppeln Sie alle Mengen und nehmen einen entsprechend größeren Topf.
Anleitung für die Zubereitung
- Bringen Sie das Salzwasser zum Kochen, geben Sie die Kartoffeln hinein und lassen Sie sie 12 bis 15 Minuten kochen, bis sie fast weich sind.
- Verrühren Sie in der Zeit Mehl, Ei, Butter, eine Prise Salz und 3 EL Wasser mit einem Kochlöffel zu einem zähen, glatten Teig. Er sollte schwer vom Löffel reißen. Ist er zu fest, geben Sie noch einen Esslöffel Wasser dazu.
- Erhitzen Sie in einer Pfanne 2 EL Schmalz und rösten Sie die Zwiebeln bei mittlerer Hitze 12 bis 15 Minuten, bis sie goldbraun bis dunkelbraun sind. Rühren Sie oft um und geben Sie bei Bedarf noch Schmalz dazu.
- Schalten Sie die Hitze unter den Kartoffeln herunter, sodass das Wasser nur noch leicht köchelt. Stechen Sie mit einem nassen Teelöffel kleine Knödel vom Teig ab und streifen Sie sie ins Wasser.
- Lassen Sie Kartoffeln und Knödel etwa zehn Minuten ziehen, bis alle Knödel oben schwimmen.
- Gießen Sie alles in ein Sieb ab und geben Sie es zurück in den Topf.
- Geben Sie die Röstzwiebeln mit dem Schmalz darüber, mischen Sie vorsichtig um, salzen Sie nach und servieren Sie sofort heiß.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Version rühren Sie den Knödelteig aus 125 g glutenfreier Mehlmischung, etwa für Spätzle oder Brot, mit einem Ei und etwas mehr Wasser an. Die Knödel werden etwas weicher, halten aber im Wasser. Laktosefrei ist das Gericht fast schon. Nur die Butter im Teig enthält Spuren von Laktose, Sie können sie durch einen Teelöffel Schmalz oder laktosefreie Butter ersetzen.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarier rösten die Zwiebeln in Butterschmalz oder Sonnenblumenöl statt Schweineschmalz. Für die vegane Variante lassen Sie das Ei weg und rühren den Teig aus 125 g Mehl, einem halben Teelöffel Backpulver, einer Prise Salz und etwa 80 ml Wasser an. Die Knödel werden fester, ähnlich wie Spätzle. Die Zwiebeln rösten Sie in 3 EL Rapsöl. Eine Prise Rauchsalz zum Schluss gibt etwas vom Schmalzaroma zurück.
Weitere Tipps und Tricks
Die Zwiebeln sind das Wichtigste. Rösten Sie sie langsam, bei zu großer Hitze verbrennen sie außen und bleiben innen roh. Der Knödelteig sollte zäh sein, ein zu weicher Teig zerfällt im Wasser. Halten Sie den Löffel vor jedem Knödel kurz ins heiße Wasser, dann rutscht der Teig ab. Lassen Sie das Wasser nur sieden, nicht sprudeln. Reste braten Sie am nächsten Tag in der Pfanne mit etwas Schmalz knusprig an, das schmeckt fast besser.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Eine überlieferte Variante röstet statt der Zwiebeln Brotwürfel in Schmalz und gibt sie darüber. Wer mehr Würze möchte, gibt mit den Zwiebeln 50 g Speckwürfel in die Pfanne. Grieben passen ebenso, etwa die rumänischen Jumări. Ein Löffel saure Sahne über der Portion macht das Gericht milder. Etwas edelsüßes Paprikapulver über den Zwiebeln färbt sie rot.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Gänseschmalz ersetzt Schweineschmalz gleichwertig, Butterschmalz geht auch. Statt selbst abgestochener Knödel können Sie fertige Spätzle oder kleine Schupfnudeln nehmen, die Sie nur kurz mitkochen. Rote Zwiebeln schmecken beim Rösten süßer. Wer keine Petersilie hat, streut Schnittlauch darüber.
Ideen für passende Getränke
Dazu passt Buttermilch oder Dickmilch, wie man sie auf dem Land zu solchen Gerichten trank. Auch ein kalter Apfelsaft oder eine Johannisbeerschorle schneiden gut durch das Schmalz. Wer Warmes möchte, nimmt einen Kräutertee mit Pfefferminze oder Kamille.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Krumbiern und Knödel in tiefen Tellern und legen Sie die dunkelsten Röstzwiebeln obenauf. Etwas gehackte Petersilie bringt Farbe. Daneben passt ein Gurkensalat mit Essig oder ein Krautsalat. Auf dem Tisch kann der ganze Topf stehen bleiben, so hat man es früher gemacht.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Banater Schwaben kamen ab 1722 in mehreren Wellen in das Banat, das die Habsburger den Osmanen abgenommen hatten. Die meisten Siedler stammten aus Franken, Bayern, Österreich, dem Elsass, Lothringen, Luxemburg, Baden und der Rheinpfalz. Aus den rheinfränkischen Mundarten erklären sich Wörter wie Krumbiern. Ein Essen aus Kartoffeln und Mehlteig war billig und schnell gekocht, Fleisch gab es in vielen Familien nur am Sonntag. Seit wann genau man es so kocht, ist nicht überliefert, das Rezept wird heute in donauschwäbischen Rezeptsammlungen weitergegeben.
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Zusammenfassung: Krumbiern und Knödel
Krumbiern und Knödel braucht etwa 35 Minuten und nur wenige Zutaten. Kartoffeln und Mehlknödel garen im selben Wasser, dunkel geröstete Zwiebeln in Schmalz geben den Geschmack. Achten Sie auf einen zähen Teig und langsam geröstete Zwiebeln. Ein Salat mit Essig daneben gleicht das Schmalz aus.
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