Vorstellung Abekawa Mochi
Abekawa Mochi sind kleine Stücke aus Klebreis, die frisch gestampft oder kurz gekocht noch warm in Kinako gewälzt werden. Kinako ist geröstetes Sojabohnenmehl, es schmeckt nach Erdnuss und leicht nach Karamell. Gemischt mit weißem Zucker bildet es eine trockene, hellgelbe Hülle um den zähen, dehnbaren Kern. In Shizuoka serviert man traditionell zwei Sorten auf einem Teller, die gelbe mit Kinako und eine dunkle mit Anko, also süßer Azukibohnenpaste. Der Name stammt vom Fluss Abe, der durch die Stadt fließt. Heute gilt die Süßigkeit als Meibutsu von Shizuoka, als typische Spezialität und Mitbringsel. Sie isst man frisch, am besten innerhalb einer Stunde, zum grünen Tee am Nachmittag. Eng verwandt ist das schlichtere Kinako Mochi, das es in ganz Japan gibt.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 4 Stück Kirimochi (getrocknete Reiskuchen-Blöcke, je etwa 50 g)
- 3 EL Kinako (geröstetes Sojabohnenmehl)
- 2 EL feiner weißer Zucker
- 1 Prise Salz
- 60 g Koshian (glatte süße Azukibohnenpaste)
- 500 ml Wasser zum Kochen
- 1 kleine Schüssel heißes Wasser zum Eintauchen
Einkaufen der Zutaten
Kirimochi gibt es in jedem gut sortierten Asialaden, meist im Regal neben dem Reis, einzeln verpackt in Beuteln zu 500 g oder 1 kg. Achten Sie auf 100 % Mochigome, also Klebreis ohne Stärkezusatz. Kinako steht dort in kleinen Tüten zu 100 bis 150 g. Es gibt helles Kinako aus gelben und grünes aus grünen Sojabohnen (Uguisu Kinako), für Abekawa nimmt man das helle. Die Bohnenpaste kaufen Sie fertig als Koshian oder stückiges Tsubuan. Wer Zeit hat, kocht Anko aus Azukibohnen selbst. Angebrochenes Kinako hält im Kühlschrank zwei Monate, sonst wird es ranzig.
Vorbereitung des Gerichts
Mischen Sie Kinako, Zucker und Salz in einem tiefen Teller. Das Salz klingt seltsam, hebt aber die Süße deutlich hervor. Rühren Sie die Bohnenpaste glatt, falls sie aus der Dose kommt und etwas fest ist. Stellen Sie eine Schale mit heißem Wasser bereit, in die Sie die gegarten Mochi kurz tauchen. Schneiden Sie jeden Block halbiert, so entstehen acht mundgerechte Stücke. Für eine größere Runde von sechs Personen verdreifachen Sie einfach alle Mengen, die Garzeit bleibt gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Die Mochi-Blöcke halbieren und 500 ml Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen.
- Die Stücke ins kochende Wasser geben, die Hitze reduzieren und 3 bis 4 Minuten sanft köcheln lassen, bis sie rundum weich und leicht aufgequollen sind.
- Die Mochi mit einem Schaumlöffel herausheben und für einige Sekunden in die Schale mit heißem Wasser tauchen, damit die Oberfläche feucht bleibt.
- Vier Stücke noch tropfnass in die Kinako-Zucker-Mischung legen und rundum wälzen, bis sie vollständig bedeckt sind.
- Die übrigen vier Stücke auf einen Teller setzen und mit je einem gehäuften Teelöffel Koshian bedecken.
- Beide Sorten nebeneinander anrichten, den Rest der Kinako-Mischung darüber streuen und sofort servieren, solange die Mochi warm und weich sind.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Abekawa Mochi sind von Natur aus glutenfrei. Klebreis enthält trotz des Namens kein Gluten, der Begriff bezieht sich nur auf die klebrige Stärke. Prüfen Sie trotzdem die Packung auf Hinweise zu Spuren von Weizen, das hängt vom Hersteller ab. Laktose kommt im Rezept gar nicht vor. Kinako, Zucker und Bohnenpaste sind rein pflanzlich, Milch oder Butter braucht es weder in der Hülle noch in der Paste.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Rezept ist vegan, ohne dass Sie etwas ändern müssen. Mochi bestehen nur aus Reis und Wasser, Kinako aus gerösteten Sojabohnen. Bei fertiger Bohnenpaste lohnt ein Blick auf die Zutatenliste, einige Sorten enthalten Milchpulver oder Honig. Wer weniger raffinierten Zucker möchte, ersetzt die 2 EL weißen Zucker durch 2 EL fein gemahlenen Kokosblütenzucker. Das schmeckt etwas dunkler, harmoniert aber mit der Röstnote des Kinako.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu langes Kochen. Nach 6 Minuten zerfließen die Mochi und verkleben am Topfboden. Kinako haftet nur auf feuchter Oberfläche, deshalb das kurze Eintauchen. Fertige Abekawa Mochi werden innerhalb von zwei bis drei Stunden hart, im Kühlschrank noch schneller. Bereiten Sie also nur so viel zu, wie gegessen wird. Ungekochte Kirimochi halten trocken gelagert mehrere Monate. Kinder und ältere Menschen sollten die zähen Stücke klein schneiden und gut kauen, in Japan kommt es jedes Jahr zu Erstickungsunfällen mit Mochi.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Statt im Wasser können Sie die Mochi-Stücke in der Mikrowelle garen. Legen Sie sie mit 2 EL Wasser in eine Schale und erhitzen Sie sie abgedeckt 40 bis 60 Sekunden bei 600 Watt. Eine Prise Matcha in der Kinako-Mischung gibt eine leicht herbe Note. Wer es weniger süß mag, nimmt nur 1 EL Zucker. Eine Variante mit Kuromitsu, dunklem Zuckersirup, über dem Kinako schmeckt ähnlich wie Kinako Dango.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Ohne Kirimochi lassen sich Mochi aus 100 g Klebreismehl (Mochiko oder Shiratamako) und etwa 90 ml Wasser formen. Den Teig zu kleinen Kugeln drehen und 3 Minuten kochen, bis sie oben schwimmen. Kinako lässt sich notfalls durch fein gemahlene, in der Pfanne geröstete Mandeln oder Erdnüsse ersetzen, der Geschmack ist dann nussiger. Statt Koshian passt auch Shiroan, die weiße Bohnenpaste aus weißen Bohnen.
Ideen für passende Getränke
Grüner Tee ist die klassische Wahl, in Shizuoka ist das selbstverständlich ein Sencha aus der eigenen Region. Er ist etwas herb und gleicht die Süße aus. Gerösteter Hōjicha passt gut zur Röstnote des Kinako. An warmen Tagen schmeckt kalter Mugicha, japanischer Gerstentee, oder ein ungesüßter Eistee aus grünem Tee.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richten Sie beide Sorten nebeneinander auf einem kleinen Teller aus Holz oder unglasierter Keramik an, links die hellen Kinako-Stücke, rechts die dunklen mit Bohnenpaste. Ein Bambusspieß oder ein Kuromoji, das japanische Holzstäbchen für Süßigkeiten, liegt daneben. Den restlichen Kinako-Puder mit einem kleinen Sieb über den Rand stäuben.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Abekawa Mochi werden mit der Stadt Sunpu verbunden, dem heutigen Shizuoka, wo Tokugawa Ieyasu seinen Altersruhesitz hatte. Der Überlieferung nach bot ein Einheimischer ihm bei der Besichtigung einer Goldmine am Oberlauf des Abe Mochi in Kinako an und verglich das Pulver mit dem Goldstaub aus dem Fluss. Ob die Geschichte stimmt, lässt sich nicht belegen. Gesichert ist, dass die Mochi in der Edo-Zeit an beiden Ufern des Abe verkauft wurden, wo die Tōkaidō-Straße den Fluss querte. Eine Beschreibung von 1786 erwähnt sehr kleine Mochi, die zu zehnt auf geflochtenen Tellern kamen. Weißer Zucker war damals teuer. Einige Läden in Shizuoka führen sie bis heute.
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Zusammenfassung: Abekawa Mochi
Vier Blöcke Kirimochi, etwas Kinako, Zucker und Bohnenpaste, mehr verlangt das Rezept nicht. Entscheidend ist das Timing. Die Mochi kommen weich und feucht aus dem Wasser direkt in die Mischung und werden sofort gegessen. Glutenfrei und vegan sind sie ohnehin, deshalb passen sie auch an einen Tisch mit Gästen, die auf vieles verzichten müssen.
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