Vorstellung Pasta al Pomodoro
Pasta al Pomodoro heißt nichts anderes als Nudeln mit Tomate. Gemeint ist eine kurz gekochte Sauce aus Tomaten, Olivenöl und Knoblauch, die zum Schluss mit der Pasta in der Pfanne vermengt und mit Basilikum aromatisiert wird. Sie ist hellrot, leicht süß und frisch, nicht so tief und dunkel wie ein lange geschmorter Sugo. Meist nimmt man Spaghetti, ebenso gut passen Rigatoni oder Penne. Das Gericht kocht man in ganz Italien als schnelles Mittagessen, und auch Kinder essen es gern. Geriebener Parmesan oder Pecorino kommt am Tisch dazu, viele Italiener essen die Pasta aber auch ohne. Wer die Sauce auf Vorrat kochen will, findet in der Salsa di Pomodoro das passende Grundrezept.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 200 g Spaghetti (Hartweizengrieß)
- 400 g geschälte Tomaten aus der Dose (am besten San Marzano)
- 3 EL natives Olivenöl extra
- 1 Knoblauchzehe
- 6 bis 8 Blätter frisches Basilikum
- ½ TL Salz für die Sauce
- 1 Prise Zucker (nur bei sauren Tomaten)
- 1 EL grobes Salz für das Nudelwasser
- 20 g Parmigiano Reggiano, frisch gerieben (nach Wunsch)
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Die Tomaten entscheiden über das Ergebnis. Ganze geschälte Tomaten aus der Dose sind außerhalb des Sommers besser als frische, weil sie vollreif geerntet werden. San Marzano mit der geschützten Herkunft DOP stammen aus Kampanien und sind süß, fest und kernarm. Gute Alternativen sind Pelati aus Apulien oder Bio-Tomaten in Dosen. Gehackte Tomaten enthalten manchmal Calciumchlorid als Festigungsmittel, sie zerfallen dann schlecht. Im Sommer funktionieren 500 g reife Flaschentomaten. Bei der Pasta lohnt sich bronzegezogene Ware, ihre raue Oberfläche hält die Sauce besser. Kaufen Sie Basilikum als Topf, das Bund welkt schnell.
Vorbereitung des Gerichts
Gießen Sie die Tomaten in eine Schüssel und zerdrücken Sie sie mit den Händen oder einer Gabel in grobe Stücke. Den Stielansatz, falls vorhanden, und harte Stellen entfernen. Die Knoblauchzehe schälen und leicht andrücken, aber ganz lassen. Sie wird später herausgenommen. Zupfen Sie die Basilikumblätter ab, sie werden nicht geschnitten, sonst werden die Ränder schwarz. Setzen Sie einen großen Topf mit 2 Litern Wasser auf. Für 4 Personen verdoppeln Sie die Mengen und nehmen eine breitere Pfanne, damit die Sauce schneller einkocht.
Anleitung für die Zubereitung
- Erhitzen Sie 2 EL Olivenöl in einer weiten Pfanne bei mittlerer Hitze und lassen Sie die angedrückte Knoblauchzehe darin 2 Minuten sanft goldgelb werden. Sie darf nicht braun werden.
- Geben Sie die zerdrückten Tomaten dazu, salzen Sie mit ½ TL Salz und lassen Sie die Sauce offen bei kleiner bis mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten köcheln. Ab und zu umrühren.
- Sobald das Nudelwasser kocht, das grobe Salz zugeben und die Spaghetti einlegen. Kochen Sie sie 1 Minute kürzer als auf der Packung angegeben.
- Schmecken Sie die Sauce ab. Ist sie sehr säuerlich, eine Prise Zucker einrühren. Den Knoblauch herausnehmen und die Hälfte der Basilikumblätter in die Sauce legen.
- Nehmen Sie eine Tasse Nudelwasser ab und geben Sie die tropfnassen Spaghetti mit einer Zange direkt in die Pfanne.
- Bei hoher Hitze 1 bis 2 Minuten schwenken und dabei 3 bis 4 EL Nudelwasser zugeben, bis die Sauce sämig an den Nudeln haftet.
- Die Pfanne vom Herd ziehen, das restliche Olivenöl darübergießen und mit dem übrigen Basilikum sofort servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei wird das Gericht mit Spaghetti aus Mais und Reis oder aus Hülsenfrüchten. Maispasta kommt dem Original am nächsten. Sie zerkocht leicht, daher 2 Minuten kürzer garen als angegeben und gut im Auge behalten. Die Sauce selbst ist ohnehin glutenfrei. Laktose kommt nur über den Käse dazu. Parmigiano Reggiano ist nach mindestens 12 Monaten Reifung praktisch laktosefrei, für Empfindliche lassen Sie ihn einfach weg. Das Gericht schmeckt ohne Käse vollständig.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Ohne Parmesan ist Pasta al Pomodoro vegan, sofern die Nudeln ohne Ei hergestellt sind. Getrocknete Hartweizennudeln enthalten in Italien fast nie Ei. Wer am Tisch etwas Würziges darüber streuen möchte, röstet 2 EL Semmelbrösel mit 1 TL Olivenöl und einer Prise Salz goldbraun. In Süditalien kennt man solche gerösteten Brösel als Käse der armen Leute. Hefeflocken sind eine moderne Alternative. Vegetarier sollten beachten, dass Parmigiano Reggiano mit tierischem Lab hergestellt wird.
Weitere Tipps und Tricks
Der häufigste Fehler ist zu viel Knoblauch oder verbrannter Knoblauch. Er soll im Hintergrund bleiben. Kochen Sie die Sauce nicht länger als 25 Minuten, sonst verliert sie ihre Frische und wird zu einem Sugo. Wichtig ist das Schwenken in der Pfanne mit Nudelwasser, die Stärke darin bindet Öl und Tomate. Übrige Sauce hält im Kühlschrank 4 Tage und lässt sich gut einfrieren. Fertig vermengte Pasta schmeckt am nächsten Tag weich, sie eignet sich dann eher für eine Frittata.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit einer getrockneten Chilischote im Öl wird die Sauce pikant, ähnlich wie bei Penne all’arrabbiata. Wer es cremiger mag, zieht zum Schluss 1 EL Butter unter. Eine Handvoll Kirschtomaten, halbiert und kurz mitgeschmort, bringt im Sommer zusätzliche Süße. Mit gebratener Aubergine und Ricotta salata entsteht die sizilianische Pasta alla Norma. Kapern und Oliven führen zur Spaghetti alla Puttanesca.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Spaghetti eignen sich Penne, Rigatoni, Bucatini oder Linguine. Frische Tomaten ersetzen die Dose im August, dann sollten Sie sie kurz blanchieren und häuten. Passierte Tomaten ergeben eine glattere, etwas flachere Sauce. Eine halbe fein gewürfelte Zwiebel kann den Knoblauch ersetzen, die Sauce wird dann etwas süßer. Pecorino Romano schmeckt salziger und kräftiger als Parmesan. Fehlt Basilikum, nehmen Sie etwas getrockneten Oregano.
Ideen für passende Getränke
Zu Pasta al Pomodoro passt in Italien ein Glas Mineralwasser mit Kohlensäure, gern mit einer Scheibe Zitrone. Eine Aranciata, also Orangenlimonade, oder eine Chinotto, eine herbe Limonade aus Bitterorangen, sind typisch für die italienische Mittagspause. Ein ungesüßter Eistee mit Zitrone passt ebenfalls.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Drehen Sie die Spaghetti mit einer Fleischgabel in einer Suppenkelle zu einem Nest und setzen Sie sie mittig in einen tiefen, vorgewärmten Teller. Etwas Sauce aus der Pfanne darüber, zwei Basilikumblätter obenauf und ein paar Tropfen Olivenöl am Rand. Den Parmesan reichen Sie in einem Schälchen dazu.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Tomaten kamen im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Europa und wurden in Italien zunächst mit Misstrauen betrachtet. Antonio Latini beschrieb Ende des 17. Jahrhunderts in Neapel eine Tomatensauce nach spanischer Art, allerdings noch nicht zur Pasta. Erste Rezepte für Pasta mit Tomatensauce stehen in italienischen Kochbüchern vom Ende des 18. Jahrhunderts. Durchgesetzt hat sich die Verbindung in Neapel im 19. Jahrhundert. Ippolito Cavalcanti beschrieb Vermicelli mit Tomaten in den 1830er-Jahren in seinem Kochbuch Cucina teorico-pratica und dessen Anhang in neapolitanischer Mundart. Mit der industriellen Herstellung von Trockenpasta und Tomatenkonserven in Kampanien wurde das Gericht später in ganz Italien zum Alltagsessen.
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Zusammenfassung: Pasta al Pomodoro
Pasta al Pomodoro zeigt, wie wenig ein gutes Nudelgericht braucht. Wählen Sie die besten Dosentomaten, die Sie bekommen, lassen Sie die Sauce kurz einkochen und schwenken Sie die Nudeln zum Schluss mit Nudelwasser in der Pfanne. Dann haftet die Sauce und schmeckt nach Tomate statt nach Ketchup.
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