Vorstellung Bicerin
Der Bicerin ist das bekannteste Getränk Turins. Der Name bedeutet im piemontesischen Dialekt kleines Glas, und genau darin wird er serviert, in einem kleinen Glas, oft mit Stiel. Drei Schichten liegen übereinander. Die heiße Schokolade unten ist dick und dunkel, fast wie Pudding. Darauf kommt ein kräftiger Espresso, oben leicht angeschlagene, noch fließende Sahne ohne Zucker. Im Glas sieht man die drei Farbstreifen deutlich. Er gilt als Wintergetränk. In Turin gehört er zu einer Stadt, die Schokolade ernst nimmt. Aus dem Piemont stammt auch die Gianduja, die Mischung aus Schokolade und Haselnüssen.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 60 g Zartbitterschokolade (60 bis 70 % Kakao)
- 1 TL ungesüßtes Kakaopulver
- 1 TL Zucker
- 1 TL Speisestärke
- 130 ml Vollmilch
- 2 Espresso (je etwa 30 ml)
- 80 ml kalte Schlagsahne
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Die Schokolade entscheidet über den Geschmack. Nehmen Sie eine Zartbitterschokolade mit 60 bis 70 % Kakao, ohne Zusätze wie Vanillearoma. Italienische Hersteller aus dem Piemont bieten Tafeln und Kuvertüre an, eine gute Kuvertüre aus dem Supermarkt reicht aber. Für den Espresso eignet sich eine kräftige, dunkle Röstung. Ohne Siebträger kochen Sie ihn in der Espressokanne auf dem Herd. Die Sahne sollte mindestens 30 % Fett haben und gut gekühlt sein, sonst schwimmt sie nicht oben. Vollmilch macht die Schokolade cremiger als fettarme Milch.
Vorbereitung des Gerichts
Hacken Sie die Schokolade fein, damit sie schnell und gleichmäßig schmilzt. Spülen Sie zwei kleine hitzefeste Gläser mit heißem Wasser aus, so kühlt das Getränk nicht sofort ab. Schlagen Sie die Sahne nur kurz auf, bis sie dicklich, aber noch fließfähig ist. Stellen Sie sie dann bis zum Servieren in den Kühlschrank. Bereiten Sie alles so vor, dass Schokolade und Espresso gleichzeitig fertig werden. Für vier Gläser verdoppeln Sie die Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Verrühren Sie Kakaopulver, Zucker und Speisestärke mit 3 EL der kalten Milch zu einer glatten Paste.
- Erhitzen Sie die übrige Milch in einem kleinen Topf, bis sie dampft, aber nicht kocht. Nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren Sie die gehackte Schokolade ein, bis sie vollständig geschmolzen ist.
- Rühren Sie die Kakaopaste ein und lassen Sie die Schokolade unter ständigem Rühren bei niedriger Hitze 2 bis 3 Minuten leicht köcheln, bis sie dick wird und den Löffel überzieht.
- Brühen Sie in der Zwischenzeit die beiden Espressi.
- Verteilen Sie die heiße Schokolade auf die vorgewärmten Gläser, jedes etwa zu einem Drittel gefüllt.
- Gießen Sie den Espresso langsam über die Rückseite eines Teelöffels auf die Schokolade, damit sich die Schichten nicht vermischen.
- Geben Sie die kalte Sahne ebenfalls über den Löffelrücken als oberste Schicht darauf und servieren Sie den Bicerin sofort, ohne umzurühren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Bicerin ist glutenfrei, solange die Schokolade kein Gluten enthält. Reine Zartbitterschokolade ist das in der Regel, achten Sie auf Spurenhinweise. Für die laktosefreie Version nehmen Sie laktosefreie Milch und laktosefreie Schlagsahne, beides gibt es im Kühlregal. Viele dunkle Schokoladen enthalten von sich aus keine Milch, prüfen Sie die Zutatenliste.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist der Bicerin ohnehin. Vegan wird er mit 130 ml Haferdrink Barista statt Milch und einer Zartbitterschokolade ohne Milchbestandteile. Für die oberste Schicht schlagen Sie 80 ml gekühlte Sojasahne oder Haferschlagcreme leicht auf. Kokosmilch aus der Dose funktioniert ebenfalls, schmeckt aber deutlich nach Kokos.
Weitere Tipps und Tricks
Die Schichten halten nur, wenn die Temperaturen stimmen. Die Schokolade muss dick und heiß sein, die Sahne kalt. Ist die Schokolade zu dünn, sinkt der Espresso hinein. Kochen Sie sie dann 1 Minute länger. Ein Bicerin lässt sich nicht vorbereiten, alle drei Teile werden direkt vor dem Servieren zusammengesetzt. Übrige Schokolade hält sich 2 Tage im Kühlschrank und wird beim Aufwärmen mit einem Schuss Milch wieder glatt.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für Kinder lassen Sie den Espresso weg und nehmen etwas mehr Milch für eine zweite, hellere Schokoladenschicht. Wer es süßer mag, schlägt die Sahne mit 1 TL Puderzucker auf. Eine Variante mit Haselnuss entsteht, wenn Sie 1 TL Haselnussmus in die Schokolade rühren. Im Sommer können Sie Schokolade und Espresso abgekühlt über ein paar Eiswürfel schichten.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Espresso funktioniert ein sehr starker Filterkaffee, nehmen Sie dann die doppelte Kaffeemenge. Koffeinfreier Espresso schmeckt fast gleich und passt am Abend. Speisestärke lässt sich durch 1 TL Reismehl ersetzen. Wer keine Schokolade da hat, nimmt 3 EL Kakaopulver und 2 TL Zucker. Die Schicht wird damit herber und weniger cremig.
Ideen für passende Getränke
Ein Glas stilles Wasser vorher klärt den Gaumen. Wer danach noch Durst hat, nimmt eine Limonade aus Zitrone oder einen ungesüßten Kräutertee. Weitere Kaffeegetränke passen nicht, der Bicerin ist kräftig genug.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie den Bicerin in klaren, kleinen Gläsern mit Stiel, damit die Schichten sichtbar sind. Ein Untersetzer mit Papierdeckchen und ein langer Löffel gehören dazu. Dazu passen zwei Baci di Dama oder ein paar Grissini, beides kommt ebenfalls aus dem Piemont.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Der Bicerin ist eng mit dem Caffè Al Bicerin in Turin verbunden, das gegenüber der Wallfahrtskirche Santuario della Consolata liegt und seine Gründung auf das Jahr 1763 datiert. Als Vorläufer gilt die Bavareisa, ein Getränk aus Kaffee, Schokolade und gesüßter Sahne, das im 18. Jahrhundert in Turin in großen Gläsern serviert wurde. Man bestellte sie in Varianten, etwa nur Kaffee mit Sahne oder Kaffee mit Schokolade. Am beliebtesten wurde die Mischung aus allen drei, die man auf Piemontesisch un pòch ëd tut nannte, ein bisschen von allem. Seit 2001 steht der Bicerin auf der Liste der traditionellen Lebensmittel des Piemont.
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Zusammenfassung: Bicerin
Der Bicerin ist schnell gemacht, wenn alles bereitsteht. Gute Schokolade, ein frischer Espresso und kalte Sahne reichen. Die Kunst liegt darin, die Schichten sauber übereinander zu bekommen und das Glas sofort zu servieren. Wer ihn einmal so getrunken hat, versteht, warum man ihn nicht umrühren soll.
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