Vorstellung Tomatenmarmelade
Tomatenmarmelade ist ein Fruchtaufstrich aus gekochten Tomaten, Gelierzucker und Gewürzen. Sie liegt geschmacklich zwischen Konfitüre und Chutney. Die Farbe ist ein tiefes, glänzendes Rot, die Konsistenz streichfähig mit kleinen Fruchtstücken. In Deutschland kocht man sie vor allem im Spätsommer, wenn im Garten mehr Tomaten reifen, als man essen kann. Gegessen wird sie zu kräftigem Käse wie altem Gouda, Bergkäse oder Ziegenkäse, zu kaltem Braten, zu Würstchen und Gegrilltem. Auch im Vergleich mit dem klassischen Holunderblütengelee zeigt sich, dass hier die Würze wichtiger ist als die Süße. Ein Teelöffel davon in einer Bratensoße rundet sie ab.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 550 g reife Tomaten (Strauch- oder Fleischtomaten), ergibt etwa 500 g Fruchtfleisch
- 250 g Gelierzucker 2:1
- 2 EL Zitronensaft
- 1 EL heller Balsamicoessig
- 1 kleiner Zweig Rosmarin
- 1/2 kleine rote Chilischote oder 1 Prise Chiliflocken
- 1/4 TL Salz
- 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 3 Schraubgläser à 200 ml
Einkaufen der Zutaten
Verwenden Sie vollreife, aromatische Tomaten. Im August und September sind Freilandtomaten vom Markt oder aus dem eigenen Garten am besten, im Winter schmecken Kirschtomaten am kräftigsten. Fleischtomaten liefern viel Fruchtfleisch und wenig Saft, was die Kochzeit verkürzt. Gelierzucker 2:1 finden Sie neben dem normalen Zucker, er enthält Pektin und Zitronensäure. Damit brauchen Sie halb so viel Zucker wie Frucht. Kaufen Sie Schraubgläser mit unbeschädigten Deckeln, in Haushaltswarenläden oder online gibt es kleine Sturzgläser mit 125 bis 230 ml Inhalt.
Vorbereitung des Gerichts
Spülen Sie die Gläser und Deckel heiß, stellen Sie sie dann 10 Minuten bei 120 °C in den Backofen oder kochen Sie sie 5 Minuten in Wasser aus. Ritzen Sie die Tomaten über Kreuz ein, überbrühen Sie sie 30 Sekunden mit kochendem Wasser und schrecken Sie sie kalt ab. Die Haut lässt sich dann abziehen. Stielansatz entfernen, Tomaten würfeln, die Kerne können drinbleiben. Wiegen Sie danach nach, Sie brauchen 500 g Fruchtfleisch. Für die doppelte Menge verdoppeln Sie alles, die Kochzeit bleibt gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Die gewürfelten Tomaten mit Zitronensaft, Balsamico, Salz und Pfeffer in einen breiten Topf geben und bei mittlerer Hitze 10 Minuten offen köcheln lassen, bis sie zerfallen.
- Die Chili entkernen, sehr fein hacken und mit dem ganzen Rosmarinzweig zu den Tomaten geben.
- Wer eine glatte Marmelade möchte, püriert die Masse jetzt grob mit dem Stabmixer, vorher den Rosmarin herausnehmen und danach wieder einlegen.
- Den Gelierzucker einrühren und alles unter ständigem Rühren zum sprudelnden Kochen bringen.
- Die Masse 4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei weiter rühren, damit nichts ansetzt.
- Für die Gelierprobe einen Teelöffel Marmelade auf einen kalten Teller geben, wird sie nach einer Minute fest, ist sie fertig, sonst noch 1 bis 2 Minuten weiterkochen.
- Den Rosmarinzweig entfernen, die heiße Marmelade bis 1 cm unter den Rand in die Gläser füllen, sofort verschließen und 5 Minuten auf den Deckel stellen.
- Die Gläser wieder richtig herum stellen und bei Zimmertemperatur vollständig abkühlen lassen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Tomatenmarmelade ist von Natur aus glutenfrei und laktosefrei. Gelierzucker, Tomaten, Essig und Gewürze enthalten weder Gluten noch Milchbestandteile. Bei Balsamico und Gelierzucker lohnt trotzdem ein kurzer Blick auf die Zutatenliste. Wer die Marmelade zu Käse serviert und Laktose meiden muss, wählt lang gereifte Hartkäse wie Parmesan oder alten Bergkäse, die kaum Laktose enthalten.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Rezept ist bereits vegan und vegetarisch, da Gelierzucker mit pflanzlichem Pektin geliert. Gelatine brauchen Sie nicht. Für ein veganes Käsebrett passen dazu Cashew-Camembert oder ein veganer Frischkäse mit Kräutern. Auch zu gegrilltem Halloumi für Vegetarier oder zu Grillgemüse ist die Marmelade gut, etwa zu gegrillten Gemüse-Spießen. Ein Löffel davon in einer Linsensoße gibt Süße und Säure zugleich.
Weitere Tipps und Tricks
Die Gelierprobe ist wichtig, denn Tomaten enthalten unterschiedlich viel Wasser. Wässrige Supermarkttomaten brauchen manchmal 2 Minuten länger. Die Gläser immer randvoll füllen, wenig Luft verringert das Risiko von Schimmel. Verschlossen hält die Marmelade kühl und dunkel etwa ein Jahr. Nach dem Öffnen gehört sie in den Kühlschrank und sollte innerhalb von vier Wochen verbraucht sein. Wölbt sich ein Deckel oder riecht der Inhalt gärig, entsorgen Sie das Glas. Nach zwei Wochen Ruhezeit schmeckt sie runder als am ersten Tag.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mehr Schärfe bekommen Sie mit einer ganzen Chili oder etwas Ingwer. Eine Zimtstange und zwei Gewürznelken während des Kochens machen daraus eine winterliche Variante. Mit Thymian statt Rosmarin wird sie milder. Für eine Paprika-Tomaten-Marmelade ersetzen Sie 150 g Tomaten durch gewürfelte rote Paprika. Wer weniger Zucker möchte, nimmt Gelierzucker 3:1 und kocht 167 g auf 500 g Tomaten, die Marmelade hält dann aber nur etwa sechs Monate.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Balsamico eignet sich Apfelessig oder Weißweinessig in gleicher Menge. Grüne, unreife Tomaten ergeben eine säuerlichere, hellgrüne Marmelade, ideal am Ende der Saison. Ohne Gelierzucker kochen Sie 500 g Tomaten mit 250 g Zucker und einem Päckchen Pektin für 500 g Frucht nach Packungsangabe. Brauner Zucker gibt eine leichte Karamellnote im Geschmack und eine dunklere Farbe.
Ideen für passende Getränke
Zur Käseplatte mit Tomatenmarmelade passt ein naturtrüber Apfelsaft oder eine Johannisbeerschorle, deren Säure den Käse ausgleicht. Zu Gegrilltem schmeckt eine selbst gemachte Zitronenlimonade mit Minze. Wer es herber mag, trinkt einen kalten Hibiskustee oder ein alkoholfreies Malzgetränk.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Füllen Sie die Marmelade für den Tisch in ein kleines Schälchen und legen Sie einen Rosmarinzweig daneben. Auf einem Holzbrett mit drei Käsesorten, Walnüssen, Weintrauben und Bauernbrot wirkt das Rot besonders. Als Geschenk binden Sie ein Stück Küchengarn um das Glas und schreiben Inhalt und Datum auf einen Anhänger.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Tomaten kamen im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Europa und wurden in Deutschland lange als Zierpflanze gehalten. Als Gemüse setzten sie sich hierzulande erst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert durch. Wer die Tomatenmarmelade zuerst gekocht hat, ist nicht überliefert. Rechtlich zählen Tomaten in der EU-Konfitürenrichtlinie zu den Früchten. Lange durften im Handel nur Aufstriche aus Zitrusfrüchten Marmelade heißen, alles andere war Konfitüre. Seit Juni 2026 erlaubt die geänderte EU-Frühstücksrichtlinie die Bezeichnung Marmelade für Aufstriche aus allen Früchten. Im Alltag war das Wort ohnehin längst üblich. Heute ist sie vor allem ein Rezept für Gartenbesitzer mit Tomatenüberschuss.
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Zusammenfassung: Tomatenmarmelade
Zwei kleine Gläser Tomatenmarmelade aus 500 g gehäuteten Tomaten, Gelierzucker 2:1, Rosmarin und etwas Chili. Die Gelierprobe entscheidet über die Kochzeit, sauberes Abfüllen über die Haltbarkeit. Am besten passt sie zu würzigem Käse, kaltem Braten und Gegrilltem, etwa zur Thüringer Rostbratwurst.
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