Vorstellung Strauben
Strauben sind ein Schmalzgebäck aus Bayern und dem gesamten Alpenraum, in Südtirol und Tirol sind sie genauso verbreitet. Man gießt einen dünnen Teig durch einen Trichter oder Spritzbeutel spiralförmig in heißes Fett, sodass ein lockeres, flaches Geflecht entsteht. Der Teig ist ein flüssiger Rührteig aus Mehl, Milch, Eiern und Butter, darin unterscheiden sie sich vom Spritzkuchen aus Brandteig. Außen sind Strauben kross, innen an den dickeren Stellen weich. Gegessen werden sie warm, mit Puderzucker und oft mit Preiselbeeren. Auf Kirchweihfesten, Almfesten und Christkindlmärkten stehen sie neben den Krapfen. Zu Hause sind sie schnell gemacht, weil der Teig keine Ruhezeit braucht.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 150 ml Milch
- 1 Ei (Größe M)
- 1 EL Zucker
- 1 Prise Salz
- 15 g Butter, zerlassen
- 1 EL Zitronensaft oder 1 EL Rum
- abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
- 500 ml Butterschmalz oder Rapsöl zum Ausbacken
- 2 EL Puderzucker
- 4 EL Preiselbeerkompott
Einkaufen der Zutaten
Mehl, Milch und Eier haben Sie wahrscheinlich im Haus. Zum Ausbacken nehmen Bayern traditionell Butterschmalz, es schmeckt nussig und verträgt hohe Temperaturen. Rapsöl oder Erdnussöl funktionieren genauso und sind günstiger. Preiselbeerkompott bekommen Sie im Glas neben der Marmelade, achten Sie auf Sorten mit hohem Fruchtanteil. Einen Straubentrichter, also einen Metalltrichter mit Holzgriff und etwa 5 mm Öffnung, gibt es in Haushaltswarenläden. Ein Spritzbeutel mit glatter Lochtülle oder ein Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke ersetzt ihn.
Vorbereitung des Gerichts
Wiegen Sie alle Zutaten vorher ab, denn beim Ausbacken bleibt keine Zeit. Legen Sie einen Teller mit doppelt Küchenpapier bereit und stellen Sie ein Sieb oder eine Schaumkelle daneben. Ein Thermometer für das Fett hilft sehr, die richtige Temperatur liegt bei 170 °C. Ohne Thermometer halten Sie einen Holzlöffelstiel ins Fett, steigen sofort kleine Bläschen auf, ist es heiß genug. Für eine Familie verdoppeln oder verdreifachen Sie den Teig einfach.
Anleitung für die Zubereitung
- Verrühren Sie Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel und geben Sie nach und nach die Milch dazu, bis ein glatter Teig ohne Klümpchen entsteht.
- Rühren Sie Ei, zerlassene Butter, Zitronensaft und Zitronenschale unter, der Teig soll dickflüssig wie Pfannkuchenteig vom Löffel laufen.
- Erhitzen Sie das Fett in einem breiten Topf oder einer tiefen Pfanne auf 170 °C, es sollte etwa 3 cm hoch stehen.
- Füllen Sie den Teig in den Trichter oder Spritzbeutel und lassen Sie ihn in Kreisen von innen nach außen ins Fett laufen, sodass eine Spirale mit etwa 12 cm Durchmesser entsteht.
- Backen Sie die Straube 1 bis 2 Minuten, bis die Unterseite goldbraun ist, und wenden Sie sie dann mit zwei Gabeln.
- Backen Sie die zweite Seite noch etwa 1 Minute und heben Sie die Straube auf das Küchenpapier.
- Backen Sie den übrigen Teig ebenso und lassen Sie das Fett zwischendurch wieder auf Temperatur kommen.
- Bestäuben Sie die Strauben noch warm dick mit Puderzucker und reichen Sie das Preiselbeerkompott dazu.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für eine glutenfreie Variante ersetzen Sie das Weizenmehl durch eine helle glutenfreie Mehlmischung und nehmen 2 EL mehr Milch, weil diese Mischungen mehr Flüssigkeit aufnehmen. Die Strauben werden etwas flacher und noch knuspriger. Laktosefrei wird es mit laktosefreier Milch und Butterschmalz, das von Natur aus kaum Laktose enthält. Alternativ backen Sie in Rapsöl aus und lassen die Butter im Teig durch 1 EL Öl ersetzen.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für Vegetarier passt das Rezept ohne Änderung. Vegan backen Sie mit 150 ml Hafer- oder Sojadrink, 1 EL Öl statt Butter und ersetzen das Ei durch 2 EL Seidentofu oder 1 EL Speisestärke mit 2 EL Wasser verrührt. Ausgebacken wird in Rapsöl. Der Teig bindet dann etwas schwächer, gießen Sie die Spiralen enger, damit sie zusammenhalten.
Weitere Tipps und Tricks
Ist das Fett zu kalt, saugen sich die Strauben voll und werden schwer. Ist es zu heiß, bräunen sie außen, bevor die dickeren Stellen innen gar sind. Lassen Sie den Teig in einem gleichmäßigen, dünnen Strahl laufen, dicke Klumpen bleiben teigig. Strauben schmecken nur frisch, nach zwei Stunden werden sie weich. Übrig gebliebene lassen sich im Ofen bei 180 °C fünf Minuten aufknuspern. Das abgekühlte Fett können Sie durch einen Kaffeefilter gießen und noch einmal verwenden.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
In Südtirol isst man Strauben gern mit Preiselbeeren, in Bayern auch mit Apfelmus oder Vanillesoße. Wer es würziger mag, rührt eine Messerspitze Zimt in den Puderzucker. Ein Teil Mineralwasser statt Milch macht den Teig lockerer. Für eine festliche Version füllen Sie die Spiralen kurz vor dem Servieren mit einem Löffel geschlagener Sahne und frischen Beeren.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Den Schuss Rum im Teig gibt es in vielen alten Rezepten. Zitronensaft oder Apfelsaft sind die alkoholfreie Wahl und schmecken frischer. Statt Preiselbeeren passen Johannisbeergelee oder Zwetschgenmus. Butterschmalz lässt sich durch Kokosfett oder Sonnenblumenöl ersetzen. Wer keine Zitrone hat, nimmt ein halbes Päckchen Vanillezucker.
Ideen für passende Getränke
Zu warmen Strauben passt eine Tasse Kaffee mit Milch, auf dem Christkindlmarkt eher ein heißer Kinderpunsch. Apfelschorle oder ein kalter Holundersirup mit Wasser gleichen die Süße aus. Wer Tee mag, nimmt einen Früchtetee mit Hagebutte.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Richten Sie jede Straube einzeln auf einem flachen Teller an und stäuben Sie den Puderzucker erst am Tisch durch ein kleines Sieb darüber. Das Preiselbeerkompott kommt in ein Schälchen daneben. Auf einem Holzbrett mit mehreren Strauben übereinander wirkt das Ganze wie auf dem Volksfest.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Strauben gehören seit langer Zeit zur Festtagsküche in Süddeutschland und im Alpenraum, ein Entstehungsjahr oder einen Erfinder kennt man nicht. Schon das Kochbuch Küchenmeisterei von 1485 beschreibt ein solches Gebäck, damals auch herzhaft mit Salz und Petersilie. Gebacken wurden sie auf Bauernhöfen in Bayern, Tirol und Südtirol, mehr als ein Trichter und eine Pfanne Schmalz war dafür nicht nötig. Den Namen bringt man oft mit einem alten Wort für kraus oder struppig in Verbindung, was zum Aussehen passen würde. Schmalzgebäck war auf dem Land ein Festessen, weil Fett und Weißmehl teuer waren, und wurde zur Kirchweih, zu Hochzeiten und an Fasnacht gebacken. Eine Verwandte aus der Steiermark sind die Steirischen Weinstrauben, deren Teig mit Wein angerührt wird.
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Zusammenfassung: Strauben
Für Strauben brauchen Sie Zutaten aus dem Vorratsschrank, einen Trichter und zwanzig Minuten. Der wichtigste Punkt ist die Fetttemperatur. Wer im Frühsommer Holunderblüten findet, kann im selben Fett gleich Holunderküchle ausbacken.
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