Tamarinde ist das braune, klebrige Fruchtmark aus den Hülsen des Tamarindenbaums. Es schmeckt sauer mit einer leichten Süße und ersetzt in Indien, Südostasien und Lateinamerika oft Zitrone oder Essig. Sie kaufen es als Block, als Paste oder in ganzen Schoten.

Was ist Tamarinde?
Der Tamarindenbaum (Tamarindus indica) gehört zu den Hülsenfrüchtlern und stammt ursprünglich aus dem tropischen Afrika. In Indien wächst er seit so langer Zeit, dass die Araber die Frucht tamr hindi nannten, indische Dattel. Daraus wurde der europäische Name. Die Hülsen sind etwa fingerlang, die Schale ist dünn und brüchig wie Papier. Darunter liegt ein braunes, faseriges Mark mit mehreren harten Kernen. Gegessen wird nur dieses Mark. Es enthält viel Weinsäure und Zucker, deshalb schmeckt es zugleich sauer und fruchtig. Für den Handel pressen die Hersteller das Mark samt Fasern zu Blöcken oder verarbeiten es zu einem glatten Konzentrat. Es gibt auch süße Sorten, die man in Thailand roh aus der Schale isst.
Geschmack und Verwendung
Tamarinde schmeckt säuerlich wie getrocknete Aprikose mit etwas Zitrone, dazu eine leichte Bitternote. In Südindien säuert sie Linsengerichte und Brühen wie Sambar und Rasam. In Thailand gehört sie mit Fischsauce und Palmzucker in die Sauce für Pad Thai mit Garnelen. Auf den Philippinen gibt sie der Suppe Sinigang ihren sauren Grundton. In Mexiko und Mittelamerika wird aus dem Mark mit Wasser und Zucker ein Erfrischungsgetränk, in der Karibik formt man es mit Zucker zu Kugeln. Auch die süßsauren Chutneys zu Samosas, Pakoras und Chaat basieren häufig auf Tamarinde, eingekocht mit Datteln oder Jaggery. Sie lohnt sich zudem in Marinaden für Fisch. Die englische Worcestershiresauce enthält sie ebenfalls.
Einkaufen und worauf Sie achten sollten
Im Asialaden und im indischen Lebensmittelgeschäft finden Sie Tamarinde als gepressten Block (oft 200 oder 400 g), als Paste im Glas und manchmal als ganze Schoten. Der Block schmeckt am frischesten, braucht aber etwas Arbeit. Pasten unterscheiden sich stark. Manche sind dünn und mild, andere dunkel und sehr konzentriert. Prüfen Sie die Zutatenliste, gute Pasten enthalten nur Tamarinde und Wasser. Lateinamerikanische Läden führen außerdem Tamarindensirup für Getränke.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Ein Tamarindenblock hält in Folie verpackt an einem kühlen, trockenen Ort viele Monate. Für ein Gericht schneiden Sie ein Stück ab, weichen es 15 Minuten in heißem Wasser ein und streichen es durch ein Sieb. Dieses Mark hält im Kühlschrank etwa eine Woche. Portionsweise im Eiswürfelbehälter eingefroren, reicht es für Monate. Geöffnete Paste gehört in den Kühlschrank.
Womit kann man Tamarinde ersetzen?
Für 1 EL Tamarindenpaste mischen Sie 1 EL Limettensaft mit 1 TL braunem Zucker. Das trifft Säure und Süße, die Fruchtigkeit fehlt aber. Etwas näher kommt eine Mischung aus 1 EL Limettensaft, 1 TL Rohrzucker und 1 TL fein gehackten getrockneten Aprikosen oder Pflaumenmus. In Pad-Thai-Saucen hilft ein Spritzer Worcestershiresauce. Reiner Essig ist zu scharf und schmeckt in Currys schnell flach.
Rezepte mit Tamarinde
Mehr dazu: Zutatenlexikon
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