Vorstellung Matcha Latte
Matcha Latte ist ein Milchgetränk mit Matcha, dem fein gemahlenen Grüntee aus Japan. Anders als bei aufgegossenem Tee trinken Sie hier das ganze Blatt mit, deshalb ist die Farbe ein dichtes Jadegrün und der Geschmack kräftiger als bei Sencha. Milch rundet die herbe, leicht bittere Seite ab, eine Spur Süße bringt das Umami hervor. In japanischen Cafés und Convenience Stores gibt es ihn heiß und als Iced Matcha Latte, oft gesüßt. Getrunken wird er morgens statt Kaffee oder am Nachmittag. Mit einer klassischen Teezeremonie hat er wenig zu tun, er ist eine moderne Café-Variante. Gute Qualität schmeckt süßlich und frisch, billiges Pulver eher nach Heu.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 2 g Matcha (1 gestrichener TL)
- 60 ml Wasser, auf etwa 80 °C erhitzt
- 200 ml Vollmilch oder Pflanzendrink
- 1 bis 2 TL Honig, Ahornsirup oder Zucker (nach Wunsch)
- 1 Handvoll Eiswürfel für die kalte Variante
Einkaufen der Zutaten
Matcha gibt es in Asialäden, Teegeschäften und Drogerien. Für ein Milchgetränk reicht eine sogenannte Culinary- oder Latte-Qualität, die zeremonielle Qualität ist teurer und zu schade für Milch. Ein gutes Pulver ist leuchtend grün, nicht oliv oder gelblich. Bekannte Anbaugebiete sind Uji bei Kyoto und Nishio in der Präfektur Aichi, die Herkunft steht meist auf der Dose. Kaufen Sie kleine Dosen mit 30 oder 40 g, denn geöffnet verliert Matcha an Licht und Luft nach einigen Wochen Farbe und Aroma.
Vorbereitung des Gerichts
Erhitzen Sie das Wasser und lassen Sie es nach dem Kochen etwa 3 Minuten abkühlen, bis es um die 80 °C hat. Kochendes Wasser macht Matcha bitter. Sieben Sie das Pulver durch ein feines Teesieb in eine breite Schale, so lösen sich die Klümpchen, die sich in jeder Dose bilden. Legen Sie einen Bambusbesen, den Chasen, kurz in warmes Wasser, damit die Borsten weich werden. Ein kleiner Milchaufschäumer oder Schneebesen geht auch.
Anleitung für die Zubereitung
- Gießen Sie 60 ml Wasser von etwa 80 °C über das gesiebte Matcha-Pulver in der Schale.
- Schlagen Sie die Mischung mit dem Bambusbesen 20 bis 30 Sekunden in schnellen Zickzack-Bewegungen auf, bis sich feiner, hellgrüner Schaum bildet und keine Klümpchen mehr zu sehen sind.
- Erwärmen Sie die Milch auf 60 bis 65 °C, sie darf dampfen, aber nicht kochen.
- Schäumen Sie die Milch mit einem Milchaufschäumer oder in einem geschlossenen Glas durch kräftiges Schütteln auf.
- Rühren Sie nach Wunsch Honig oder Sirup in den Matcha-Shot.
- Gießen Sie die warme Milch in eine große Tasse und geben Sie den Matcha langsam darüber, oder umgekehrt, wenn Sie lieber einen grünen Boden und weißen Schaum möchten.
- Für die kalte Variante füllen Sie ein Glas mit Eis, gießen 200 ml kalte Milch darauf und lassen den aufgeschlagenen Matcha zuletzt darüberlaufen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Ein Matcha Latte ist glutenfrei, solange Sie reines Matcha verwenden. Fertige Latte-Mischungen enthalten manchmal Malzextrakt oder Zusätze, dann lohnt der Blick auf die Zutatenliste. Laktosefrei wird das Getränk mit laktosefreier Milch, die sich genauso aufschäumen lässt. Viele Cafés in Japan bieten ihn auch mit Sojamilch an, die von Natur aus keine Laktose enthält.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Getränk ist vegetarisch. Vegan wird es mit 200 ml Haferdrink, der am besten schäumt und süßlich schmeckt. Sojadrink fängt den grasigen Ton besonders gut ab. Mandeldrink ist dünner, nehmen Sie dann eine Barista-Variante. Mit Kokosdrink schmeckt der kalte Matcha Latte fast nach Dessert. Statt Honig süßen Sie mit 1 TL Ahornsirup oder Agavendicksaft.
Weitere Tipps und Tricks
Das häufigste Problem sind Klümpchen. Sieben Sie das Pulver deshalb immer, und schlagen Sie es zuerst nur mit wenig Wasser auf, nie direkt in Milch. Schmeckt der Latte bitter, war das Wasser zu heiß oder die Qualität zu einfach. Lagern Sie die geöffnete Dose fest verschlossen im Kühlschrank und brauchen Sie sie in vier bis sechs Wochen auf. Lassen Sie sie vor dem Öffnen kurz Raumtemperatur annehmen, sonst bildet sich Kondenswasser. Fertig zubereitet sollte das Getränk sofort getrunken werden, nach zehn Minuten setzt sich das Pulver ab.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mehr Geschmack bekommen Sie mit 3 g Matcha und nur 150 ml Milch. Ein paar Tropfen Vanilleextrakt oder eine Prise Zimt machen das Getränk runder. Im Sommer ist eine Erdbeer-Variante beliebt, dafür pürieren Sie 50 g Erdbeeren mit etwas Zucker und geben sie unten ins Glas mit Eis. Wer Tapioka-Perlen mag, kombiniert den kalten Latte mit Elementen aus dem taiwanischen Bubble Tea. Für einen Dirty Matcha kommt ein Espresso dazu.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Matcha können Sie Hojicha-Pulver aus geröstetem Grüntee nehmen, der Latte wird dann braun, nussig und enthält weniger Koffein. Ohne Bambusbesen hilft ein kleiner elektrischer Milchaufschäumer oder ein Marmeladenglas mit Deckel, in dem Sie Pulver und Wasser kräftig schütteln. Zucker lässt sich durch Kokosblütenzucker ersetzen, der leicht karamellig schmeckt. Wer es ganz ohne Milch möchte, trinkt den Matcha klassisch nur mit Wasser.
Ideen für passende Getränke
Da der Matcha Latte selbst schon ein Getränk ist, reichen Sie dazu am besten ein Glas stilles Wasser, das den Geschmack zwischen zwei Schlucken neutralisiert. Wer zum Frühstück mehr trinken möchte, ergänzt einen frisch gepressten Orangensaft. Zu süßen Snacks passt außerdem ein kalter, ungesüßter Gerstentee, den man in Japan Mugicha nennt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie den warmen Matcha Latte in einer breiten Keramiktasse, damit der grüne Schaum sichtbar ist. Die kalte Variante wirkt im hohen Glas, wo sich Milch, Eis und grüne Schicht trennen. Ein Hauch gesiebtes Matcha auf dem Schaum genügt als Garnitur. Dazu passen kleine Süßigkeiten wie Matcha Dorayaki auf einem Holzbrettchen.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Pulverisierter Tee kam aus China nach Japan. Der Mönch Eisai, der 1191 von einer Reise nach China zurückkehrte, gilt als einer der Wegbereiter des Teetrinkens und schrieb ein Buch über die Wirkung des Tees. In China geriet die Methode später außer Gebrauch, in Japan wurde sie zur Grundlage der Teezeremonie. Für Matcha werden die Teesträucher vor der Ernte einige Wochen beschattet, die Blätter heißen dann Tencha und werden in Steinmühlen gemahlen. Der Matcha Latte selbst ist eine junge Erfindung der Café-Kultur. Wann und wo er zuerst serviert wurde, ist nicht belegt. Verbreitet hat er sich in den 2000er und 2010er Jahren über Café-Ketten wie Starbucks in vielen Ländern, ähnlich wie Matcha Ice Cream.
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Zusammenfassung: Matcha Latte
Ein guter Matcha Latte hängt an drei Handgriffen, Pulver sieben, Wasser abkühlen lassen und zuerst nur mit wenig Wasser aufschlagen. Danach entscheiden Milchsorte, Süße und Temperatur über den Charakter. Wer ein bezahlbares Latte-Matcha kauft und es kühl lagert, hat für wenig Geld ein grünes Café-Getränk zu Hause.
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