Vorstellung Pistazien-Tiramisu
Pistazien-Tiramisu ist eine junge Variante des klassischen Tiramisu aus Norditalien. Statt der Creme aus Eigelb, Zucker und Mascarpone kommt eine Mischung aus Mascarpone, geschlagener Sahne und Crema di Pistacchio zum Einsatz, einem süßen Aufstrich aus Pistazien, Zucker, Milchpulver und meist etwas Pflanzenöl. Die Löffelbiskuits werden kurz in Espresso getaucht oder für Kinder in Milch. Obenauf liegen gehackte Pistazien statt Kakaopulver. Die Creme ist hellgrün, schmeckt nach gerösteten Nüssen und wird durch den Kaffee nicht zu süß. Die Pistazie passt dabei gut zu Italien, denn auf Sizilien wachsen bei Bronte die bekanntesten Pistazien des Landes. Sie wird gut gekühlt gegessen.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 125 g Mascarpone
- 100 g Schlagsahne (mindestens 30 % Fett)
- 70 g Pistaziencreme (Crema di Pistacchio, süßer Aufstrich)
- 1 EL Puderzucker
- 8 bis 10 Löffelbiskuits (Savoiardi)
- 100 ml Espresso, abgekühlt (oder 100 ml Milch)
- 25 g ungesalzene, geschälte Pistazien, grob gehackt
- 1 Prise Salz
Einkaufen der Zutaten
Die Pistaziencreme entscheidet über den Geschmack. Schauen Sie auf die Zutatenliste, gute Sorten haben 40 % Pistazien oder mehr, billige Aufstriche bestehen vor allem aus Zucker und Pflanzenfett. Sie finden sie in italienischen Feinkostläden, gut sortierten Supermärkten und online. Pistazien aus Bronte am Ätna tragen eine geschützte Herkunftsbezeichnung und sind teuer, für die Deko reichen auch Kerne aus dem Iran oder der Türkei, Hauptsache ungesalzen und geschält. Savoiardi aus Italien sind oft fester als deutsche Löffelbiskuits und saugen langsamer.
Vorbereitung des Gerichts
Kochen Sie den Espresso rechtzeitig und lassen Sie ihn vollständig abkühlen, warmer Kaffee weicht die Biskuits zu stark auf. Mascarpone und Sahne sollten kühlschrankkalt sein, dann wird die Creme stabil. Hacken Sie die Pistazien grob, ein paar halbe Kerne für die Oberfläche können ganz bleiben. Planen Sie mindestens vier Stunden Kühlzeit ein. Für eine Auflaufform von etwa 20 x 20 cm für sechs Personen verdreifachen Sie alle Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Schlagen Sie die Sahne in einer hohen Schüssel steif.
- Verrühren Sie Mascarpone, 50 g der Pistaziencreme, Puderzucker und Salz in einer zweiten Schüssel mit dem Schneebesen glatt.
- Heben Sie die geschlagene Sahne in zwei Portionen locker unter die Mascarponemasse.
- Tunken Sie die Löffelbiskuits einzeln für etwa 1 Sekunde je Seite in den Espresso und legen Sie die Hälfte davon in zwei Gläser oder eine kleine Form von etwa 15 x 10 cm.
- Verteilen Sie die Hälfte der Creme darauf und setzen Sie mit einem Teelöffel einige Tupfen der restlichen Pistaziencreme dazwischen.
- Legen Sie die übrigen getränkten Biskuits darauf und streichen Sie die restliche Creme glatt darüber.
- Decken Sie das Tiramisu ab und kühlen Sie es mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht.
- Streuen Sie kurz vor dem Servieren die gehackten Pistazien darüber, damit sie knackig bleiben.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Laktosefrei wird es mit laktosefreiem Mascarpone und laktosefreier Sahne, beides führen große Supermärkte. Prüfen Sie dann die Pistaziencreme, die meisten enthalten Milchpulver, es gibt aber Sorten ohne. Für die glutenfreie Version nehmen Sie glutenfreie Löffelbiskuits, etwa von Schär. Sie sind poröser, tunken Sie sie daher nur ganz kurz in den Kaffee. Pistazien sind von Natur aus glutenfrei.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch ist das Dessert bereits, denn es enthält keine Gelatine. Für die vegane Fassung ersetzen Sie Mascarpone und Sahne durch 200 g vegane Schlagcreme auf Kokos- oder Sojabasis und 100 g veganen Frischkäse. Nehmen Sie eine Pistaziencreme ohne Milchpulver oder reines Pistazienmus mit 1 EL Ahornsirup. Klassische Löffelbiskuits enthalten Ei, nehmen Sie vegane Biskuits oder einfache Butterkekse ohne Ei.
Weitere Tipps und Tricks
Die häufigsten Fehler sind zu nasse Biskuits und eine flüssige Creme. Tunken Sie die Biskuits nur kurz, sie ziehen im Kühlschrank nach. Rühren Sie den Mascarpone nicht lange mit dem Mixer, er kann sonst gerinnen und wird körnig. Das Tiramisu hält abgedeckt im Kühlschrank zwei Tage und schmeckt am zweiten Tag am besten, weil Kaffee und Pistazie sich verbunden haben. Einfrieren ist möglich, die Creme wird nach dem Auftauen aber etwas weicher.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Für eine Variante ohne Kaffee tränken Sie die Biskuits in Milch mit 1 TL Vanillezucker, das mögen Kinder. Mehr Nuss bekommen Sie mit 1 EL reinem Pistazienmus in der Creme. Wer Schokolade mag, raspelt etwas weiße Schokolade zwischen die Schichten. Eine fruchtige Version entsteht mit einer Lage frischer Himbeeren, deren Säure gut zur Pistazie passt.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Mascarpone geht eine Mischung aus 75 g Mascarpone und 50 g Speisequark, die Creme wird leichter und etwas säuerlicher. Fehlt Pistaziencreme, mahlen Sie 40 g Pistazien sehr fein und verrühren sie mit 2 EL Puderzucker und 1 EL Milch. Anstelle von Savoiardi passen auch Cantuccini, die in Espresso etwas länger ziehen müssen. Viele Rezepte geben einen Schuss Marsala in den Espresso, das Originalrezept aus Treviso kommt ohne Alkohol aus. Wer den Geschmack mag, nimmt alkoholfrei 1 EL Traubensaft.
Ideen für passende Getränke
Ein kleiner Espresso passt am besten, er nimmt die Süße der Creme auf. Wer abends keinen Kaffee mehr trinkt, wählt einen koffeinfreien Espresso oder einen Kamillentee. Eine kalte Mandelmilch mit Eis greift das Nussaroma auf, eine Zitronenlimonade setzt einen frischen Kontrast.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
In Gläsern sehen Sie die Schichten, das wirkt bei diesem hellgrünen Dessert besonders gut. Legen Sie obenauf ein paar halbe Pistazien und ziehen Sie mit dem Löffel eine dünne Spur flüssiger Pistaziencreme darüber. Aus der Form stechen Sie Stücke mit einem Tortenheber aus und servieren sie auf hellen Tellern.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Das klassische Tiramisu ist ein junges Dessert. Als Ursprungsort gilt meist das Restaurant Le Beccherie in Treviso, wo es Anfang der 1970er Jahre entstanden sein soll. Orte in Friaul wie Tolmezzo und Pieris erheben ältere Ansprüche, geklärt ist der Streit nicht. In einer dieser Geschichten steht statt Mascarpone eine Zabaione im Glas, die Eiercreme mit Marsala. Die Pistazienvariante ist deutlich jünger. Wer sie zuerst gemacht hat, ist nicht überliefert, eine feste Herkunft hat sie nicht.
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Zusammenfassung: Pistazien-Tiramisu
Pistazien-Tiramisu braucht wenig Handarbeit, aber Zeit im Kühlschrank. Mascarpone und Sahne sorgen für eine stabile Creme ohne rohe Eier, die Pistaziencreme für Farbe und Nussgeschmack. Achten Sie auf einen hohen Pistazienanteil im Aufstrich und streuen Sie die Kerne erst zum Schluss auf.
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