Vorstellung Rumkugeln
Rumkugeln gehören zum festen Sortiment deutscher Bäckereien und Konditoreien. Die Grundlage sind Krümel aus trockenem Rührkuchen oder Biskuit. Man verknetet sie mit geschmolzener Zartbitterschokolade, Butter, Kakao und Rum zu einer festen Masse. Daraus formt man Kugeln von etwa 3 cm und wälzt sie in Schokostreuseln. Nach einer Nacht im Kühlschrank sind sie innen saftig und fest wie eine Trüffelpraline. Der Rum schmeckt deutlich durch, weil er nicht erhitzt wird. Für Kinder oder Gäste ohne Alkohol nimmt man Rumaroma. Rumkugeln liegen im Advent auf dem Plätzchenteller, schmecken aber auch im Sommer kalt aus dem Kühlschrank.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 150 g trockener Rührkuchen oder Biskuit vom Vortag
- 75 g Zartbitterschokolade (50 bis 60 % Kakao)
- 40 g Butter
- 30 g Puderzucker
- 1 EL Kakaopulver
- 2 EL brauner Rum oder alkoholfrei 1/2 TL Rumaroma plus 2 EL Milch
- 60 g Schokostreusel zum Wälzen
Einkaufen der Zutaten
Am besten eignet sich ein schlichter Kuchen ohne Füllung, etwa ein Sandkuchen oder ein Marmorkuchen. Fertige Biskuitböden aus dem Backregal gehen auch. Für den Rum nehmen Sie einen braunen Rum, kein Rumverschnitt mit Aromen. Rumaroma gibt es in kleinen Fläschchen im Backregal. Manche Sorten enthalten Alkohol als Trägerstoff, für Kinder wählen Sie laut Etikett eines ohne. Schokostreusel in Stäbchenform haften besser als runde Perlen.
Vorbereitung des Gerichts
Zerbröseln Sie den Kuchen mit den Fingern oder im Blitzhacker zu feinen Krümeln. Grobe Stücke machen die Kugeln rissig. Wiegen Sie die Krümel ab, frischer Kuchen ist schwerer und feuchter. Füllen Sie die Schokostreusel in einen tiefen Teller. Legen Sie ein Brett oder einen Teller mit Backpapier bereit, der in den Kühlschrank passt. Die Menge ergibt etwa 15 Kugeln. Für eine große Pralinenschachtel verdoppeln Sie alle Mengen.
Anleitung für die Zubereitung
- Hacken Sie die Schokolade grob und schmelzen Sie sie mit der Butter in einer Schüssel über einem warmen Wasserbad.
- Nehmen Sie die Schüssel vom Wasserbad und rühren Sie Puderzucker, Kakao und den Rum oder das Rumaroma mit der Milch unter.
- Geben Sie die Kuchenkrümel dazu und vermengen Sie alles mit einem Löffel zu einer gleichmäßigen, formbaren Masse.
- Decken Sie die Schüssel ab und stellen Sie die Masse 30 Minuten in den Kühlschrank, bis sie fest genug zum Rollen ist.
- Formen Sie mit leicht angefeuchteten Händen Kugeln von etwa 3 cm Durchmesser, das sind ungefähr 20 g pro Kugel.
- Wälzen Sie jede Kugel in den Schokostreuseln und drücken Sie die Streusel leicht an.
- Setzen Sie die Rumkugeln auf das Backpapier und lassen Sie sie mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank durchziehen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Glutenfrei werden Rumkugeln mit Krümeln aus einem glutenfreien Rührkuchen oder glutenfreien Keksen. Schokostreusel sind meist glutenfrei, prüfen Sie dennoch die Packung. Laktosefrei gelingen sie mit laktosefreier Butter und einer Zartbitterschokolade ohne Milchbestandteile, bei der alkoholfreien Version nehmen Sie laktosefreie Milch. Die Kuchenbasis muss dann ebenfalls laktosefrei gebacken sein.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Vegetarisch sind Rumkugeln, wenn die Streusel keinen Schellack enthalten. Der steckt als Überzugsmittel E 904 in manchen glänzenden Sorten. Vegan ersetzen Sie die Butter durch 40 g Kokosöl, nehmen vegane Zartbitterschokolade und Krümel aus einem veganen Rührkuchen. Bei der alkoholfreien Version ersetzen 2 EL Haferdrink die Milch. Gemahlene Haselnüsse statt eines Teils der Krümel machen die vegane Masse cremiger.
Weitere Tipps und Tricks
Ist die Masse zu trocken und zerfällt, geben Sie 1 EL Milch oder Rum dazu. Ist sie zu weich, helfen ein paar Krümel mehr und eine halbe Stunde Kühlschrank. Rumkugeln mit echtem Rum sind nichts für Kinder, Schwangere oder Autofahrer, da der Alkohol nicht verkocht. Beschriften Sie die beiden Sorten, wenn Sie beide machen. In einer Dose im Kühlschrank halten sie etwa zehn Tage.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Statt Schokostreuseln können Sie die Kugeln in Kakao, Kokosraspeln oder gehackten Pistazien wälzen. Ein Teelöffel Orangenschale in der Masse passt gut zur Schokolade. Wer es weihnachtlich mag, gibt eine Messerspitze Zimt dazu. Mit weißer Schokolade statt Zartbitter werden die Kugeln heller und süßer. Für Erwachsene geht statt Rum auch ein Kaffeelikör, für Kinder starker kalter Kaffee oder Kakao.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Fehlt Kuchen, nehmen Sie zerbröselte Butterkekse und etwas mehr Butter, etwa 10 g. Löffelbiskuits funktionieren ebenfalls. Statt Puderzucker geht feiner Zucker, die Masse wird aber leicht körnig. Eine gute Vollmilchschokolade ersetzt Zartbitter, dann lassen Sie den Puderzucker weg. Statt Rumaroma passt auch Vanilleextrakt, dann schmecken die Kugeln wie Schokotrüffel.
Ideen für passende Getränke
Zu Rumkugeln passt ein schwarzer Kaffee oder ein Espresso, beide nehmen die Süße weg. Im Winter ist ein heißer Kakao mit wenig Zucker eine gute Wahl. Wer Tee mag, nimmt einen Rooibos mit Vanille oder einen Früchtetee mit Kirsche, der die Schokolade gut ergänzt.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Setzen Sie die Rumkugeln in kleine Pralinenmanschetten aus Papier, dann sehen sie aus wie beim Konditor. Auf einem Plätzchenteller stehen sie gut neben Marzipankartoffeln. Als Mitbringsel füllen Sie sechs Stück in ein Glas mit Schraubdeckel und schreiben dazu, ob Alkohol enthalten ist.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Rumkugeln gelten als Resteverwertung aus Bäckereien und Konditoreien. Kuchenränder, Biskuitreste und unverkaufte Stücke lassen sich so am nächsten Tag noch verwerten. Wann und wo die ersten Rumkugeln entstanden, ist nicht belegt. Bekannt sind sie im ganzen deutschsprachigen Raum, in Österreich ebenso wie in der Schweiz. Ähnlich ist die schwedische Chokladboll, die aus Haferflocken und Kakao ohne Kuchen gemacht wird. Viele Familien machen Rumkugeln bis heute aus übrig gebliebenem Geburtstagskuchen, ähnlich wie den Kalten Hund aus Keksen.
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Zusammenfassung: Rumkugeln
Rumkugeln brauchen keinen Ofen, nur Kuchenreste, Schokolade, Butter und einen Schuss Rum oder Rumaroma. Die Masse muss gut kühlen, bevor Sie formen, und die fertigen Kugeln brauchen eine Nacht Ruhe. Machen Sie bei Kindern am Tisch die alkoholfreie Version und kennzeichnen Sie beide Sorten.
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