
Vorstellung Mapo Tofu
Mapo Tofu ist ein Klassiker der Sichuan-Küche, bei dem weicher Seidentofu in einer würzigen, scharfen Sauce aus fermentierter Chilibohnenpaste (Doubanjiang), fermentierter schwarzer Bohnenpaste (Douchi), Hackfleisch und dem charakteristischen Sichuanpfeffer gegart wird. Der Name bedeutet wörtlich „Tofu der pockennarbigen alten Frau“ und geht auf eine Legende zurück, nach der eine Wirtin mit Pockennarben im Gesicht dieses Gericht in einem Sichuan-Restaurant erfand. Kennzeichnend für Mapo Tofu ist das sogenannte „Mala“-Prinzip: eine Kombination aus scharfer Chili-Hitze und der einzigartigen, leicht betäubenden Wirkung des Sichuanpfeffers auf der Zunge. Das Gericht wird traditionell mit reichlich rotem Chiliöl serviert und gilt als eines der bekanntesten Aushängeschilder der Sichuan-Küche weltweit.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 300 g weicher Seidentofu, in Würfel geschnitten
- 100 g Rinder- oder Schweinehackfleisch
- 2 EL Doubanjiang (fermentierte Chilibohnenpaste)
- 1 TL fermentierte schwarze Bohnen, gehackt
- 2 Knoblauchzehen, gehackt
- 1 EL Ingwer, gehackt
- 150 ml Hühner- oder Gemüsebrühe
- 1 TL Sichuanpfeffer, gemahlen
- 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
- 1 TL Speisestärke, mit etwas Wasser angerührt
- 2 EL neutrales Öl
- 1 TL Sojasauce
Einkaufen der Zutaten
Weichen Seidentofu finden Sie im Kühlregal asiatischer Supermärkte oder mittlerweile auch in gut sortierten Bio-Supermärkten. Die entscheidenden Würzzutaten Doubanjiang und Sichuanpfeffer bekommen Sie am zuverlässigsten in asiatischen Lebensmittelläden, achten Sie bei Doubanjiang auf die Sorte aus Pixian, die als besonders authentisch gilt. Sichuanpfeffer sollte frisch riechen und leicht zitronig-holzig duften; ranzig riechende Ware hat an Aroma verloren. Fermentierte schwarze Bohnen finden Sie ebenfalls im Asia-Laden, meist in kleinen Beuteln oder Dosen.
Vorbereitung des Gerichts
Schneiden Sie den Seidentofu vorsichtig in etwa 2 cm große Würfel und legen Sie ihn kurz in leicht gesalzenes heißes Wasser, um ihn zu festigen und den typischen Bohnengeschmack zu mildern. Hacken Sie Knoblauch, Ingwer und schwarze Bohnen fein. Rösten Sie den Sichuanpfeffer kurz in einer trockenen Pfanne an und mahlen Sie ihn frisch, da dies das Aroma deutlich intensiviert. Schneiden Sie die Frühlingszwiebeln in feine Ringe und rühren Sie die Speisestärke mit Wasser glatt.
Anleitung für die Zubereitung
- Öl in einem Wok erhitzen und das Hackfleisch krümelig anbraten, bis es Farbe annimmt.
- Doubanjiang, schwarze Bohnen, Knoblauch und Ingwer hinzugeben und kurz mitrösten, bis es intensiv duftet.
- Mit Brühe ablöschen und kurz aufkochen lassen.
- Tofuwürfel vorsichtig hinzugeben und 3-4 Minuten sanft mitziehen lassen, dabei behutsam umrühren, damit die Würfel nicht zerbrechen.
- Mit Sojasauce abschmecken und die angerührte Speisestärke einrühren, bis die Sauce leicht andickt.
- Gemahlenen Sichuanpfeffer unterrühren.
- Frühlingszwiebeln unterheben und kurz mitziehen lassen.
- Sofort heiß über weißem Reis servieren.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Mapo Tofu ist von Natur aus laktosefrei, da keine Milchprodukte verwendet werden. Bei Gluten ist Vorsicht geboten: Sojasauce enthält häufig Weizen, und auch Doubanjiang kann je nach Hersteller glutenhaltige Zutaten enthalten. Greifen Sie für eine glutenfreie Variante zu Tamari als glutenfreiem Sojasauce-Ersatz und prüfen Sie das Etikett der verwendeten Bohnenpaste sorgfältig, da inzwischen auch glutenfreie Varianten erhältlich sind.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Für eine vegetarische oder vegane Variante von Mapo Tofu ersetzen Sie das Hackfleisch einfach durch fein gehackte Shiitake-Pilze oder pflanzliches Hackfleisch-Ersatzprodukt, das eine ähnlich krümelige Textur bietet. Verwenden Sie Gemüsebrühe statt Hühnerbrühe und achten Sie darauf, dass die verwendete Doubanjiang-Paste keine Fischsauce oder andere tierische Zutaten enthält, da manche Sorten diese beimischen. Geschmacklich bleibt das Gericht dank der intensiven Würzpaste auch ohne Fleisch beeindruckend kräftig.
Weitere Tipps und Tricks
Behandeln Sie den weichen Seidentofu behutsam und rühren Sie ihn möglichst wenig um, damit die Würfel ganz bleiben, ein Küchenlöffel statt einer Gabel oder eines Pfannenwenders eignet sich hier besser. Rösten Sie den Sichuanpfeffer immer kurz an und mahlen Sie ihn frisch, denn vorgemahlener Sichuanpfeffer verliert schnell an Aroma. Wer die charakteristische betäubende Schärfe intensivieren möchte, streut zum Schluss noch etwas zusätzlichen gemahlenen Sichuanpfeffer über das fertige Gericht.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Wer es weniger scharf mag, reduziert die Menge an Doubanjiang und Sichuanpfeffer entsprechend. Für zusätzliche Schärfe lässt sich am Ende noch etwas rotes Chiliöl darüberträufeln. Gemüseliebhaber können klein gewürfelte Pilze oder Frühlingslauch zusätzlich mitgaren. Auch die Konsistenz lässt sich anpassen: Wer eine dickere Sauce mag, gibt etwas mehr angerührte Speisestärke hinzu.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Ist kein Seidentofu verfügbar, funktioniert auch fester Tofu, wobei die charakteristische seidige Textur dann etwas fester ausfällt. Fehlt Doubanjiang, lässt sich ersatzweise eine Mischung aus Chiliflocken, etwas Miso-Paste und einem Schuss Sojasauce verwenden, auch wenn der authentische fermentierte Geschmack dann nicht ganz erreicht wird. Statt Sichuanpfeffer können Sie in Notfällen normalen schwarzen Pfeffer verwenden, allerdings fehlt dann der typische betäubende Effekt.
Ideen für passende Getränke
Zum feurig-scharfen Mapo Tofu passt ein kühles, leichtes chinesisches Bier wie Tsingtao hervorragend, da es die Schärfe angenehm abmildert. Auch grüner Tee, insbesondere Jasmintee, ergänzt das Gericht traditionell und reinigt den Gaumen zwischen den Bissen. Wer alkoholfrei bleiben möchte, greift zu kaltem Wasser oder einem milden Reisgetränk, das die Schärfe gut ausgleicht.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Servieren Sie Mapo Tofu in einer tiefen, dunklen Schale, damit die feuerrote Sauce optisch gut zur Geltung kommt. Bestreuen Sie das Gericht kurz vor dem Servieren mit frischen Frühlingszwiebelringen für einen grünen Farbkontrast. Reichen Sie dampfenden weißen Reis in einer separaten Schale dazu, sodass jeder sich nach Belieben bedienen kann, und träufeln Sie bei Bedarf noch etwas rotes Chiliöl über die Oberfläche.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Mapo Tofu entstand der Legende nach im späten 19. Jahrhundert in Chengdu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan, in einem kleinen Restaurant, das von einer Wirtin mit pockennarbigem Gesicht geführt wurde, daher der Name „Mapo“, was so viel wie „pockennarbige alte Frau“ bedeutet. Sie soll das Gericht für hungrige Arbeiter aus günstigem Tofu und den charakteristischen Sichuan-Gewürzen kreiert haben, die in der Region reichlich vorhanden waren. Mapo Tofu wurde schnell zu einem der bekanntesten Botschafter der Sichuan-Küche und steht heute exemplarisch für das für die Region typische „Mala“-Geschmacksprinzip aus Schärfe und betäubender Würze, das die chinesische Küche weltweit geprägt hat.
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Zusammenfassung: Mapo Tofu
Mapo Tofu ist ein Paradebeispiel für die intensive Würzkunst der Sichuan-Küche, bei der zarter Tofu und würziges Hackfleisch in einer feurig-scharfen Sauce vereint werden. Die charakteristische Kombination aus Schärfe und betäubendem Sichuanpfeffer macht dieses Gericht zu einem unverwechselbaren Geschmackserlebnis. Über dampfendem Reis serviert, ist Mapo Tofu ein Gericht, das die ganze Intensität der chinesischen Regionalküche auf den Teller bringt.
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