Zitronengras ist ein tropisches Gras, dessen Stängel nach Zitrone duften, ohne sauer zu sein. In Südostasien gehört es in Currypasten, Suppen und Marinaden, in Westafrika und der Karibik kocht man daraus Tee.

Was ist Zitronengras?
Zitronengras, botanisch Cymbopogon citratus, ist ein Süßgras aus dem tropischen Asien. Die Pflanze bildet dichte Horste mit langen, scharfkantigen Blättern. Gegessen wird der untere, verdickte Teil der Stängel, etwa die unteren 10 bis 15 Zentimeter. Der Zitronenduft kommt vom ätherischen Öl Citral, das auch in der Schale von Zitronen steckt. Deshalb riecht das Gras nach Zitrone, schmeckt aber nicht sauer. In Thailand heißt es takhrai, in Vietnam sả, in Indonesien sereh. Heute wird es in vielen tropischen Ländern angebaut, auch in Afrika und Mittelamerika. In Mitteleuropa überlebt die Pflanze keinen Winter im Freien. Im Topf auf dem Balkon wächst sie aber im Sommer gut, und ein frischer Stängel aus dem Asialaden bildet im Wasserglas oft nach ein bis zwei Wochen Wurzeln.
Geschmack und Verwendung
Frisches Zitronengras schmeckt nach Zitronenschale mit einer leicht grasigen, blumigen Note. Vor dem Kochen ziehen Sie die harten äußeren Blätter ab und schneiden das trockene Ende ab. Für Suppen klopfen Sie die Stängel mit dem Messerrücken an und schneiden sie in große Stücke, die später herausgefischt werden. Für Pasten und Marinaden wird das zarte Innere sehr fein geschnitten und zerstoßen, ganze Fasern bleiben sonst zwischen den Zähnen hängen. Ein gutes Beispiel ist die Kokos-Zitronengras-Suppe aus Fiji. In Vietnam brät man Tofu mit gehacktem Zitronengras und Chili, das ist Dau Sot Xa Ot. In Gambia wird aus den Blättern ein Zitronengras-Getränk gekocht, hier nutzt man auch das Grün, das sonst im Müll landet.
Einkaufen und worauf Sie achten sollten
Frisches Zitronengras gibt es im Asialaden und inzwischen in vielen Supermärkten in der Gemüseabteilung. Gute Stängel sind fest, schwer und hellgrün bis cremefarben. Wenn Sie das Ende anritzen, sollte es sofort deutlich duften. Trockene, braune oder biegsame Stängel haben das meiste Aroma verloren. Getrocknetes Zitronengras taugt für Tee, für Currypasten ist es zu holzig.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
In Frischhaltefolie oder einem Beutel hält Zitronengras im Gemüsefach etwa zwei Wochen. Es lässt sich sehr gut einfrieren, ganz oder schon fein gehackt in kleinen Portionen. Gefroren behält es sein Aroma mehrere Monate. Gehacktes Zitronengras können Sie direkt aus dem Gefrierfach in die Pfanne geben.
Womit kann man Zitronengras ersetzen?
Für einen Stängel Zitronengras nehmen Sie die fein abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone und ein Kaffirlimettenblatt. Ohne Limettenblatt geht auch etwas Zitronenmelisse, etwa fünf Blätter. Geben Sie die Schale erst gegen Ende ins Gericht, sonst wird sie bitter. Zitronensaft ist kein Ersatz, er bringt Säure, die Zitronengras gerade nicht hat.
Rezepte mit Zitronengras
- Lemongrass Chicken (Seychellen)
- Satay-Spieße (Brunei)
- Opor Ayam (Indonesien)
- Amok Trey (Kambodscha)
- Nasi Uduk (Indonesien)
- Chicken Inasal (Philippinen)
Mehr dazu: Zutatenlexikon
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