Vorstellung Fingerhutkrapfen
Fingerhutkrapfen sind ein Fettgebäck der Donauschwaben in Ungarn. Wir nehmen dafür denselben Teig wie für große Faschingskrapfen, einen weichen Hefeteig mit Milch, Eigelb, Butter und etwas Rum. Statt mit einem großen Ausstecher arbeitet man mit einem Fingerhut, die Teigstücke haben knapp 2 cm Durchmesser. Im Öl gehen sie auf und werden zu goldbraunen Bällchen mit weichem Kern. Man isst sie pur aus der Schüssel, bestreut mit Puderzucker und mit einem Klecks Aprikosenmarmelade. Sie sind schnell gegessen, und genau deshalb macht man immer zu wenig.
Zutatenliste für 1-2 Portionen
- 200 g Weizenmehl Type 550
- 120 ml Milch, lauwarm
- 10 g frische Hefe (oder 1/2 Päckchen Trockenhefe)
- 2 EL Puderzucker (1 EL für den Vorteig, 1 EL für den Teig)
- 20 g weiche Butter
- 1 Eigelb
- 2 TL Rum (alkoholfrei: 1 TL Zitronensaft)
- 1 Prise Salz
- 750 ml neutrales Öl zum Ausbacken
- 3 EL Puderzucker zum Wälzen
- 80 g Aprikosenmarmelade
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Den Fingerhut haben Sie vermutlich schon, ein Metallfingerhut mit glattem Rand sticht am saubersten. Ein Plastikfingerhut verformt sich leicht. Wer keinen besitzt, nimmt die Kappe einer Tube oder den kleinsten Ring eines Ausstechersatzes mit etwa 2 cm Durchmesser. Für den Teig eignet sich Mehl Type 550, es macht ihn stabiler. Frische Hefe sollte noch einige Tage haltbar sein. Bei der Marmelade lohnt sich eine Sorte mit hohem Fruchtanteil und spürbarer Säure, ungarische Aprikosenmarmelade bekommen Sie in osteuropäischen Läden.
Vorbereitung des Gerichts
Nehmen Sie Butter, Eigelb und Milch eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Für das Ausstechen brauchen Sie Zeit, rechnen Sie mit 15 Minuten. Bemehlen Sie die Arbeitsfläche und ein Backblech, auf dem die kleinen Krapfen noch einmal gehen. Stellen Sie einen Schaumlöffel oder eine Schaumkelle bereit, damit Sie viele kleine Stücke auf einmal aus dem Öl holen. Für eine größere Runde verdoppeln Sie die Mengen, Gehzeit und Backzeit bleiben gleich.
Anleitung für die Zubereitung
- Verrühren Sie 40 ml lauwarme Milch mit der Hefe und 1 EL Puderzucker und lassen Sie den Vorteig 10 Minuten schäumen.
- Kneten Sie Mehl, Salz, die übrige Milch, Eigelb, Butter, Rum und den zweiten EL Puderzucker mit dem Vorteig 8 Minuten zu einem glatten, weichen Teig.
- Lassen Sie den Teig abgedeckt an einem warmen Ort 40 Minuten gehen, bis er deutlich größer ist.
- Rollen Sie den Teig auf der bemehlten Fläche 1 cm dick aus und stechen Sie mit dem Fingerhut kleine Kreise aus, den Fingerhut dabei immer wieder in Mehl tauchen.
- Legen Sie die Teigstücke auf das bemehlte Blech und lassen Sie sie abgedeckt 15 Minuten ruhen.
- Erhitzen Sie das Öl in einem kleinen, hohen Topf auf 170 °C und backen Sie die Krapfen in Portionen von 12 bis 15 Stück 1 bis 1,5 Minuten, dabei mit dem Schaumlöffel einmal wenden.
- Heben Sie die goldbraunen Krapfen auf Küchenpapier und wälzen Sie sie noch warm in Puderzucker.
- Servieren Sie die Fingerhutkrapfen in einer Schale mit der Aprikosenmarmelade zum Dippen.
Zubereitung ohne Gluten / Laktose
Für glutenfreie Fingerhutkrapfen nehmen Sie eine glutenfreie Mehlmischung für Brot und Hefeteig und geben 1 TL Flohsamenschalenpulver dazu. Der Teig braucht 10 bis 20 ml mehr Milch und lässt sich besser zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen. Laktosefrei gelingt das Rezept mit laktosefreier Milch und laktosefreier Butter. Puderzucker, Marmelade und Öl enthalten weder Gluten noch Laktose.
Tipps für Veganer und Vegetarier
Das Gebäck ist vegetarisch. Vegan wird es mit 120 ml Sojadrink statt Milch und 20 g Pflanzenmargarine statt Butter. Das Eigelb ersetzen Sie durch 1 EL Speisestärke, angerührt mit 1 EL Pflanzendrink. Sojadrink hat mehr Eiweiß als Haferdrink und bräunt deshalb schöner. Die Krapfen werden eine Spur kompakter, gehen im Öl aber gut auf.
Weitere Tipps und Tricks
Kleine Teigstücke verzeihen weniger als große. Ist das Öl zu heiß, sind sie in 30 Sekunden schwarz. Prüfen Sie deshalb mit einem Probekrapfen, er soll nach einer Minute goldbraun sein. Den Teig nicht zu dünn ausrollen, unter 1 cm bleiben die Krapfen flach. Die Teigreste können Sie verkneten und ein zweites Mal ausstechen, nach 10 Minuten Ruhe. Fingerhutkrapfen schmecken am Backtag. Am nächsten Tag werden sie in 3 Minuten bei 160 °C im Ofen wieder knusprig.
Anpassung vom Rezept an Vorlieben
Mit Zimtzucker statt Puderzucker erinnern sie an Jahrmarktgebäck. Ein halber Teelöffel abgeriebene Orangenschale im Teig macht sie frischer. Statt Aprikose passt Pflaumenmus oder Hagebuttenmarmelade. Mögen Sie es weniger süß, lassen Sie den Zucker im Teig weg. Wer es größer mag, backt nach demselben Rezept klassische Krapfen mit 7 cm Durchmesser.
Alternativen zu bestimmten Zutaten
Statt Aprikosenmarmelade eignet sich eine warme Vanillesoße zum Dippen. Trockenhefe ersetzt frische Hefe im Verhältnis 1 zu 3. Statt Butter geht Butterschmalz, statt Rum ein Teelöffel Zitronensaft. Ohne Fingerhut schneiden Sie den Teig mit dem Messer in Würfel von 1,5 cm.
Ideen für passende Getränke
Zu den süßen Bällchen passt ein milder Milchkaffee oder ein Glas kalte Milch. Wer es fruchtig mag, trinkt einen naturtrüben Apfelsaft oder eine Johannisbeerschorle. Im Winter schmeckt ein Früchtetee mit Hagebutte gut dazu, seine Säure gleicht den Puderzucker aus.
Vorschläge zur ansprechenden Präsentation
Häufen Sie die Krapfen in eine kleine Porzellanschüssel oder in tiefe Dessertschalen und stäuben Sie zum Schluss noch etwas Puderzucker darüber. Die Marmelade kommt in ein Schälchen in die Mitte des Tisches, dazu Zahnstocher oder Kuchengabeln zum Dippen. Lauwarm schmecken sie am besten, häufen Sie deshalb nicht alles auf einmal an.
Hintergrundinformationen zur Geschichte
Die Donauschwaben kamen im 18. Jahrhundert als Siedler nach Ungarn, in die Batschka und ins Banat. Ihre Küche verband süddeutsche Gewohnheiten mit ungarischen und serbischen Einflüssen. Krapfen aus Hefeteig gehörten vor allem zu Silvester und zum Fasching. Die Fingerhutkrapfen sind eine kleine Spielform davon, über ihren Ursprung gibt es keine belegten Angaben. In ungarndeutschen Rezeptsammlungen stehen sie bei den Mehlspeisen gleich neben den Faschingskrapfen und den Spänekrapfen. Süße Mehlspeisen hatten in dieser Küche viel Gewicht, ähnlich wie in Ungarn selbst, wo der Kaiserschmarrn Császármorzsa bis heute oft auf den Tisch kommt.
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Zusammenfassung: Fingerhutkrapfen
Fingerhutkrapfen sind Krapfenteig im Kleinformat. Sie brauchen etwas Geduld beim Ausstechen, backen dafür in gut einer Minute. Der Puderzucker kommt sofort darauf, die Marmelade daneben. Ein Rezept für Familien, bei dem Kinder gern beim Ausstechen helfen.
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